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A F R I K A S O M M E R                               Hans, Liz und Tom

Erleben, Entdecken, Lernen, Fühlen im äthiopischen Hochland


afrikasommer


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unsere geplante Tour im

Sommer 2005 durch

Äthiopien. Diese Seite

dient vor allem uns

selbst und unterstützt

uns bei der Planung

unserer Reise.



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Da leider die Zahl der Spams im Gästebuch massiv zugenommen hat, wird das Gästebuch bis auf weiteres geschlossen. Wer will kann aber unter "Kontakt" mit uns in Verbindung treten.
LG Thomas
Afrikasommer Team am 20.5.06 21:13


Angekommen und mitten drin

Los gings schon recht turbulent in Salzburg, bereits 2 Min. nach dem Start ein Blitz ins Flugzeug mit am Klescher eingeschlagen - also machts euch keine Sorgen um uns - den das richtig gefaehrliche Pflaster ist Salzburg. Danach gings gemuetlicher weiter. Der erste aethiopische Kontakt im Flugzeug - bin neben einer alten aethiopischen Frau gesessen, mit der ich mich radebrechenst unterhalten habe.

In Addis Abeba sind wir gleich mit einem Schildl abgeholt worden, mit Photo / alles ging ruckzuck - und schon sind wir im super gepolsterten knallblauen Taxi indem man sich nicht anschnallen darf, ins Hotel Wutma geduest. Erster Eindruck - wie zuhause, fesche Strassen.. fesche Leute... 20 min. spater schon die ersten aethiopischen Biersorten verkosten und schon die ersten Angebote fuer Touren in den "unbereisbaren Sueden" bekommen. Thomas hat seinen Geburtstagskuchen mit Tschak geteilt, der perfekt deutsch spricht!!!! (Die Liebe!) Zimmer einfach, eine "real hot shower" bei der die Elektrodraehte rausschauen, kleine schwarze Mitbewohner, sechsbeiniger Art / aber wir sind entspannt. Auf den Tueren viele Kondompickerl - vielleicht haben wir uns ja doch ein Stundenhotel gebucht, geht ein in die skurillen Unterkuenfte. Am Abend ein langer Regenschauer / es ist Regenzeit / die Temperaturen sehr angenehm 17 Grad. Der Regen prasselt aufs Wellblechdach, die Katzen jaulen.... Wir haben sogar noch einen Abendspaziergang gemacht - wir sind nicht aufgeregt, nicht nervoes, eigentlich ist es wie eine Fortsetzung von Ghana... nur tausende Kilometer weiter im Osten. Wie gewohnt ist es gmiatlich in Afrika.
Nachdem ich mich zuerst im Schlafsack Vakuum verpackt habe, zwecks unsere Mitbewohner, hab ich es dann aus Hitzegruenden doch gelassen.
Ich hab tief geschlafen und das feine hier ist ja dass es DAS KAFFEELAND ist, d.h. man bekommt superfeine Melange, od. Macchiato.., danach sind wir ab ins Zentrum - Fruehstuecken in einer Baeckerei haben einen netten Aethiopier kennengelernt und dabei die erste Amharicstunde bekommen. Das heisst wir koennen uns mit den ersten Saetzen durchschlagen (u. blamieren). Addis Abeba gleicht auch anderen afrikanischen Grossstaedten - grau - viel Verkehr. Addis ist eigentlich relativ sauber und liegt recht schoen weil alles huegelig ist. Wir befinden uns auf 2400 Hoehenmetern.. Wir erkundigen uns am Bahnhof wann der Zug Richtung Dschibuti geht... dann folgen wir dem Menschenstrom in einer eher aermlichen Wohngegend, wo es mir schon besser gefaellt, als im grauen Verwaltungs/ und Buerodistrikt im Zentrum.. - Wir schlendern durch die Gassen, nachdem es geregnet hat, sind unsere Sandalen ev. nicht die richtige Ausruestung - ein Geschicklichkeitstraining. Danach gehen wir an einem Maennerfrisoer vorbei und erinnern uns, dass wir ja beschlossen hatten als erstes in Afrika zum Frisoer zu gehen, da Tom ja schon einen Kurzhaarschnitt, bei dem man nicht mehr viel kuerzen kann - fragen wir den Frisoer sodann nach einem Damenfrisoer, wir bekommen zwei Begleiter, (die uns dann 1,5 Stunden nicht mehr verlassen) und landen im Beautysaloon bei Elsa (die nur Amharic spricht) - ich bekomme eine Haarwaesche und bin nervoes gespannt was weiter passiert.. die "Bunsen"- Brennschere (unterm Tisch steht eine Gaskanone) macht mich schon mulmig, die Begleiter erklaeren, she will burn the hair then" ohh Gott, da bin doch eher fuer die stumpfe Papierschere - was ich diplomatisch doch noch umsetzen konnte... die maennlichen Begleiter sassen die ganze Zeit dabei und haben zugeschaut.. Weshalb auch immer hat mir Elsa vorm Schneiden die Haare mit Lockenwicklern, afrikanisch bunt aufgerollt und ich musste unter die gluehende Trockenhaube aus den 70iger Jahren..damit mir die Ohren nicht verbrennen habe ich in giftgruen gehaekelte Ohrenschuetzer bekommen - also lustig hattens wir schon - besonders Thomas, der das alles nur beobachten durfte - Meine Vorgaengerin, die aus der Trockenhaube kam, hatte danach lockiges wallendes Haar - das war ja nicht meine Vorstellung von meinen haarkurzenden Bestrebungen, aber wurscht welche Frisur man will eingewickelt wird. Danach hatte ich kein wallendes lockiges Haar, meine Haare sind Lockenresistent. Nur noch kurz zur Haarschneidemethode (bei der sich saemtliche europaeischen Frisoere im Grab umdrehen wuerden) einen Zopf bilden und dann absaebeln... so einfach gehts. Die 15 cm langen Haare haben sich dann die beiden Jungs an sich gerissen, irgendwie befremdlich, aber mein Gott sie sind ja auch schliesslich ueber eine Stunde im Frisoersaloon gesessen und haben gewartet.
Dann weiter -- erstes aethiopisches Essen - gegessen wird mit der rechten Hand, Thomas hatte leichte Schwierigkeiten vegetarisches Essen zu bekommen, Hier sagt man nicht vegetarisches Essen sonder Fastenessen, dann wird es verstanden. Meines war superscharf, a la Gulasch mit dem typischen Injera Brot (Sauerteigpalatschinken mit Tefmehl), ueberall lernt man Leute kennen, danach ein Schnapserl vom Obstbau Welser - wir setzen uns in einen Park - und beschliessen dann flugs am naechsten Tag Addis Abeba zu verlassen und in den Sueden zu fahren, und trotz den Hinweisen der Geldverdienenwollenden Tourguids, starten wir auf eigene Faust, und zwar zeitig in der frueh, hmmm um 5 Uhr faerht der Bus. Wir setzen uns in einen Minibus und fahren zum Busbahnhof.. im Bus lernen wir wieder jemanden kennen, der uns am Weg dahin Dinge zeigt und uns dann am Busbahnhof hilft die Tickets zu organisieren. Zu Fuss zurueck wir haben sogar gleich nachhause gefunden, zum Glueck wechseln wir uns mit dem Orientierungssinn immer wieder ab. Am Heimweg versorgen wir uns mit Fruechten und Wasser fuer die morgige 12 Stunden - Busfahrt, wenn wir keine Reifenpanne haben.
Wir kommen um 4 Uhr nachhause (nach aethiopischer Zeitrechnung 10 Uhr im Jahre 1997) und schlafen gleich ein.. am Abend gehen wir noch einen Kaffee trinken in das erste Kaffeehaus in Aethiopien, wir bekommen Waldmeister-aehnliche Kraeuter in den Espresso. Danach gehen wir Abendessen, Gemuesesuppe Hawai ( mit frischen Ananas!!!) und entdecken beim Heimgehen, dass wir eigentlich direkt am Ausgehviertel wohnen.

Summasummarum - wir hatten bereits einen schoenen Tag - uns gehts gut - die Verdauung ist noch intakt!! Die Leute hier sind sehr nett, man wird ueberhaupt nicht belaestigt - und wenn man was braucht, wird einem freundlich weitergeholfen.
Und wir sind froh, dass wir uns doch auf eigene Faust weiter in den Sueden begeben, laut Reisefuehrer einer der unzugaenglichsten Plaetze in ganz Afrika. Morgen werden wir in Arber Minch aufwachen, wir haben uns schon fuer das angeblich beeindruckenste Hotel entschieden, auf einem Felsenkliff 200 m, mit Blick auf den Nationalpark und zwei Seen, da werden wir dann wohl wieder eine Melange trinken.. man nennt Arba Minch die Grenzstadt zu Kenia und das Paris in der Gegend, weil es der letzte Ort ist an dem es noch Infrastruktur gibt. Der Weg in den Sueden fuehrt durch das Great Valley - ein Grabenbruch - mit Bergen und Seen.
Wir freuen uns schon dass es losgeht - aus dem Busfenster schauen und das Kinn hinunterklappen lassen - guck!!!

Und als letztes an MUTTI: ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG!!!!
Liz und Tom am 8.8.05 20:28


IM SUEDEN

9.8.
Busfahrt von Addis nach Arba Minch (550 km)

Wir werden um dreiviertel 5 Uhr abgeholt und kommen um 5 Uhr am Mercato (Busbahnhof fuer Ferndestinationen). Die Strassen sind noch menschenleer, aufgrund der spaerlichen Strassenbeleuchtung - alles finster. Vor dem Busbahnhof steigen wir aus und befinden uns im finsteren Getuemmel und Geschrei, sehr viele Busse, sehr viele Menschen, eine gewisse Hektik, da alle gute Sitzplaetze in den ueberfuellten Bussen moechten, und die meisten noch Bustickets benoetigen. Ich versuche Thomas im Getuemmel einem Mann folgend, nicht aus den Augen zu verlieren. Im Bus bekommen wir die Plaetze hinterm Fahrer und warten eine Stunde bis der Bus endlich abfaehrt. 12 Stunden ruettelnd durch endlose Savannengegend, alles ist recht trocken - unendlich. Wir sitzen zu viert auf einer Bank fuer drei, d.h. staendig aneinandergequetscht ? hin und wieder unterhalten wir uns mit den Leuten, schlafen, schauen raus. Nach 12 Stunden kommen wir in Arba Minch ziemlich zerknautscht an ? Unterkunft im Bekele Mole Hotel, das wohl das teuerste sein wird 312 Birr (1 Euro / 10 Birr) ? ansonsten zahlen wir durchschnittlich 40 Birr. Die Terasse wirklich toll ? Blick ueber 2 Seen (Lake Chamo + Lake Abaya ?1000km der zweitgroesste See Aethiopiens) ? ein Touristen Moloch ? wir sind hier nicht alleine. Die meisten anderen Touristen sind mit Jeeps und Guides a la Safari unterwegs. Nicht so unsere Zielgruppe. Die Gegend ist hingegen unserer Vorstellung ziemlich bergig.
Beim Fruehstueck ein stehlender ziemlich photogener Pavian mit fescher Kulisse. Nach dem wir ausgiebig herumgetroedelt haben, sind wir ?local heros? in der Mittagshitze den Hang vorm Hotel hinunter in den Nechissar Nationalpark um dem Eintritt zu umgehen und die 40 warmen Quellen zu finden. Staendig bieten sich Leute als Guides an, die wir erfolgreich losgeworden sind, denn Gscheiti und Besserwiss (Zitat Alex) moechten den Nationalpark alleine bewandern. Spaeter haben wir gelesen, dass es auch Loewen im Park gibt. Zum Teil ist der Nationalpark Jungleaehnlich zum Teil dichter Akazienbuschwald. Wir legen zum Teil Spuren a la Haensel und Gretel um den Weg zurueckzufinden. Wir entdecken einen Pavian, der gleich die Flucht ergreift, und eine Gruppe schwarzweisse Colubusaffen im dichten Wald. Ansonsten sehr viele verschiedene Schmetterlingsarten. Am steilen Aufstieg in der prallen Sonne, ist uns ziemlich die Luft ausgegangen und haben uns gleich einen ziemlichen Sonnenbrand geholt. Ueberall wo kein Wasser ist, ist die Landschaft total trocken und erinnert an Mexiko, grosse Kakteen und roter Sandboden, die Erosion ist stark.
Am Abend sind wir denoch in das untere Dorf ins ?Halleluja Hotel? ? das Zimmer sehr spartanisch keine Dusche im Zimmer sondern eine Gemeinschaftsdusche (wie eine Gefaengnisdusche) neben den ?afrikanischen? Toiletten, das war schon recht erlebnisreich, dafuer nur 20 Birr.
Am Nachmittag sind wir durch die Hintergasseln in die untere Stadt hinunter-gewandert und wurden am Weg von einer Frau in ihr Haus eingeladen. Die Kommunikation gestaltet sich etwas schwierig. Die Doerfer bestehen zum Teil aus schoenen Rundhuetten, oder Wellblechhuetten. Wir sehen einen Kollibri und werden von ca. 10 Kindern begleitet, die hinter jeder Ecke auftauchen und uns anschnorren. Trotzdem fuehlen wir uns in den Hintergasseln am wohlsten und an die Begleitung gewoehnt man sich.
Am Abend ist Thomas zum Frisoer und danach sind wir mit 2 Burschen von Arba Minch in eine Tej Beat Bar (wie ein Buschenschank) gegangen. Tej ist ein Honigwein und wird in bauchigen Vasengefaessen kredenzt. Ausgesprochen fein.. Danach sind wir zum Injera essen, da gerade Fastenzeit ist gibt es jede Menge vegetarische Variationen. Man isst mit den Haenden (rechte Hand) und tunkt mit den Tef-Palatschinken die verschiedenen Sossen (scharfe Linsen, und sonst. Gemuese)

10.08.05
Halleluja ? wieder Tagwache um halb fuenf Uhr frueh. Wir fahren noch weiter in den Sueden nach Konso (2,8 Stunden). Jetzt sind wir noch mehr reingestopft, da wir unsere grossen Rucksaecke auf den Beinen halten. Eignet sich aber gut als Schlafkopfstuetze. Droehndend laute Musik gehts ueber die Schotterpiste. Das Tal ist sehr ausgedrocknet, die Flussbette ausgetrocknet, die Strasse geht durch die Furten. Wir fragen uns wie die Leute in der Regenzeit hin und her kommen. Am Weg eine Pavianherde. Wir sind bereits um 9 Uhr in Konso. Wir landen wieder in einem Touristenpfuhl (aber sehr nett ? beim Kreisverkehr) sind aber ganz froh nach der letzten halbwach verbrachten Nacht. Die Atmosphaere ist nett. Wir fruehstuecken (Brot mit Honig) In den Akazien sieht man immer wieder Koecher haengen in denen die Bienen logieren. Heute ist Markttag in Konso, die Leute sind hier noch aermer, die Kleider sind Fetzen und zum Teil haben die Leute auch schon Trachten an (bunte dicht gewebte Roecke). Die meisten sind aufgrund der Wasserknappheit ungewaschen. Am Markt sehen wir dass die Bewirtschaftung hier aufgrund der Trockenheit sehr schwierig ist. Es gibt kein Obst und kaum Tomaten in dieser Gegend. Es ist zu heiss und fuer den Markt zu frueh, das meiste ist um 1 Uhr los, deshalb gehen wir zurueck Waesche waschen und Touristen beobachten. Spaeter gehen wir wieder zum Markt: Verkauft werden Stoffe, Gemuese (Kartoffeln, Zwiebeln, Kraut, Zitronen), Raeucherwaren (Weihraucharten), Kaffeeblaetter. In Konso werden die Kaffeebohnen verkauft und mit den Kaffeeblaettern der Kaffee zubereitet. Die Blaetter werden im Moerser zerstossen, Gewuerze und Chilli hinzugefuegt, das ganze ist dann viel dicker als normaler Kaffee. Weiters gibt es einen Ziegen und Kuhhandel, gleich dort finden wir dann wieder eine lokale Buschenschank (Heuriger fuer Nichtwiener) in dem JAGGA ausgeschenkt wird, ein Bier aus vergorenen Mais. Wir nehmen Platz direkt neben einer Kuh und ihren Begleiterscheinungen und bekommen eine gelbe dickliche Fluessigkeit in einer Kuerbiskalabasse. Alle schauen ob wir jetzt auch wirklich trinken. Ich kann nicht mehr als Kosten. Thomas wahrt den Anstand und trinkt ein wenig mehr. Er bekommt daher die Tapferkeitsmedaille des Tages. Noch immer heizt die Sonne ziemlich hinunter, am Abend wird es aber immer angenehm kuehl.
Neben dem Erleben und Eintauchen in die aethiopische Kultur, machen uns die behavioristische Beobachtung und Erforschung des gemeinen westtouristischen ?Homos sapiens touristica ferenje? grossen Spass, die sich gegenseitig an Safarikleidung, Westen mit 75 Taschen in verschiedenenen Groessen, beigefarbig, Tropenhelme im Einzelfall befedert, uebertreffen. Die ganz mutigen trauen sich ohne Guide in ihren strahlend weissen T-shirts aus dem Hotelareal um sich mit bunten Konsoschmuck zu versorgen. Die Tapferkeitsmedaille geht jedoch an all jene die sich unserem Beispiel folgend aus ihren gepanzerten Jeeps getraut haben, um auf der staubigen mit Einheimischen bevoelkerten Schotterstrasse den letzten Kilometer bis zum Hotel hinter uns herzutrotten. Das war ein recht skuriller Anblick als die Jeeps einer nach dem anderen hinter uns stehen geblieben ist. Wir haben uns daher wieder in die Hintergasserln begeben.
Am fruehen Nachmittag gehen wir zum Cultural Office um uns eine Besucher Genehmigung fuer die Besichtigung der Konsodoerfer zu holen (70 Birr). Hier lernen wir Denote kennen, der uns viele Informationen ueber die Doerfer und die Tradtitionen gibt. Von ihm erfahren wir auch, dass es im Dorf Dagota ebenfalls einen Markttag gibt. Da wir nur eine Nacht in unserem Hotel verbringen koennen (ausgebucht) fragen wir ob es eine Moeglichkeit gibt in einem Dorf im Compound zu schlafen. Er bietet uns an dass wir in seinem Geburtshaus schlafen koennen, dass momentan unbewohnt ist. Wir verabreden uns am naechsten Morgen um 8 Uhr (in Aethiopien ist alles frueh) und wandern dann hinauf ins Dorf Dagota. Es ist heiss und es ist zum Teil anstrengend, aber nur so wird einem bewusst wie beschwerlich es fuer die Frauen und Kinder ist, die zum Teil 50 kg Saecke kilometerweit am Ruecken tragen. Die Konso finden es lustig, dass wir ebenfalls zu Fuss unterwegs sind. Jeder kleine Schatten ist toll, die vorbeifahrenden Jeeps und Tracks stauben uns ein. Die Strasse schlaengelt sich den Berg hinauf, wir sehen die ersten Doerfer, strohgedeckte Rundhuetten mit Tontopfen auf dem Dach, sie sind umgeben von aneinandergereihten alten Holzstuecken und Steinmauern um sie nach aussen zu schuetzen. Im Dorfkern befindet sich die Compounds verschiedener Familien, das Mora (das ist der Schlafplatz fuer junge Maenner ? mit der beginnenden Pubertaet muessen sie hier schlafen bis sie Verheiratet sind) Sex vor der Ehe ist verboten und laut Demote passiert es auch kaum, naja ob die Moral immer so gehalten wird!?, dann gibt es einen spirituellen Platz, er ist gross, viereckig, es gibt 3-4 heilige stehende Steine, sie sind auch Ruhmsteine, wenn das Dorf etwas vollbracht hat, sind aber auch Steine um die Wahrheit zu schwoeren. Auf diesem Platz steht auch ein langer aufgestellter Baum a la Maibaum, er wird alle 18 Jahre aufgestellt und stellt die wechselnden Generationen da, die dann die fuehrende Rolle im Dorf uebernehmen. Auf diesem Platz finden rituelle Festivitaeten statt, hier tagt auch das Dorfgericht, welches sich aus den Aeltesten zusammensetzt. Um die Wahrheit festzustellen, wird als letztes Mittel der Schwur auf dem heiligen Stein angewendet. Laut Denote sagen hier alle die Wahrheit, da Luegen am heiligen Stein Unglueck ueber die Person und seine Familie bringt. Die Graeber der Familie befinden sich ausserhalb der Doerfer in den Feldern, bekannt fuer diese Gegend sind die Waggas, ca. 1,5 Meter hohen geschnitzten Figuren, die bei Personen aufgestellt waren die etwas vollbracht haben, z.B. einen Geparden getoetet. Wir gelangen nun zum Markt, er ist sehr eng, bunt und laut, wir werden sofort umkreist, wir versuchen durch den Markt zu kommen, alles sehr eng und stressig. Wir fluechten uns an den Rand und setzen uns neben einem Schneider und schnaufen durch. Photografieren gestaltet sich auch nicht immer so einfach. Alle wollen Geld fuer die Photos. Im Halbkreis Kinder um uns herum, unserer Erfahrung nach muss mans manchmal einfach aussitzen so lange bis das rege Interesse an Birrs und Karamellas (Geld und Zuckerl) vergeht. Zum Glueck haben wir die Begruessungsfloskeln gelernt, das hilft zumeist Wunder. Ashama! Oder Salam! Den Kopf leicht nicken und Haende schuetteln, so schreiten wir paepstlich durch die Strassen. Danach knippsen wir noch schnell ein Photo vom Markt ? wieder ein paar Touristen die beschattet von ihren Guides einfacher durchgehen, wir werden dafuer umso mehr beschallt ? aber dafuer sind wir mitten drin. Danach schauen wir uns das Dorf an. Die Wege im Dorf sind einen halben Meter breit aus zusammengetragenen Steinen, gesaeumt von den Holzzaeunen, die Strohhuetten wunderschoen. Die Doerfer sind unglaublich schoen und da Dagota auf der Spitze eines Huegels liegt ist die Aussischt ein Wahnsinn. Wir werden wieder von einem Guide begleitet, der uns alles zeigt. Sehr viele Leute sprechen in Aethiopien englisch, da der Grundschulunterricht sowohl auf Amhari, wie auch auf englisch ist. Jedoch besuchen gerade in Konso nur 25% der Kinder die Schule und davon nur ganz wenige Maedchen. Maedchen muessen nicht lernen, da sie fuer die Toechter einen guten Brautpreis bekommen. Ca. 4000 Birr! Oder Kuehe! Am Rueckmarsch geht es bergab, die Fernsicht auf einen Gebirgszug ist gewaltig, wir setzen uns auf einen Stein und schauen?.. Kenia ist nicht mehr weit.

Freitag, 12. August 2005
Nach einem kurzen Fruehstueck gehen wir wie verabredet zu Denotes Office. Hier warten wir ca 1 Stunde ? er ist leider nicht da ? schickt aber einen Jungen mit einer Nachricht, der uns ins Dorf Deyreite begleitet. Es liegt direkt an der Hauptstrasse, wir hoffen, dass wir in eine richtige strohgedeckte Huette kommen und nicht in ein Wellblechhaus. Wir biegen von der Hauptstrasse ab und entdecken, neben der recht schmucklosen Strassenfront ein gleich schoenes Dorf wie wir es gestern gesehen haben. Als wir ankommen sind wir aber dennoch recht ueberrascht wir wohnen in der Jagga Bier Bar. Hier sitzen an die 30 Frauen und Maenner und Kinder und trinken genuesslich am Morgen. Jagga ist hier nicht nur Bier sondern auch Nahrung, behaupten bei uns ja auch so einige. Hier ist wirklich was dran. Wir fuehlen uns recht in die Menge hineingestossen, bringen unsere Rucksaecke in das Haus von Gayaha, Denotes zweiter Frau. Wir fragen uns wie wir die Toilettenfrage loesen, da man hier immer sehr oeffentlich ist. Aber wie gehabt wenn wir uns etwas von uns selbst ueberrumpelt fuehlen setzen wir uns einmal hin und warten bis wir uns an die Umgebung gewoehnen und ein bisserl lockerer werden. Wir bekommen gleich ein Jagga angeboten, nach der Markterfahrung koste ich es denoch wieder und finde es viel besser ? daher verbringen wir plaudernd und trinkend mit vielen Leuten im Compound von Denote der angeblich spaeter kommen sollte ? aber nicht auftaucht - er ist staendig mit den Safaritouristen unterwegs. Ein Soldat aus Arba Minch der in seinem Geburtsdorf auf Besuch ist auch hier und ist sehr gespraechig. Wir packen unsere Photos aus (Bild vom WelserRiegel und von der Stadt Salzburg), die gehen die Runde. Wir lernen die Grossfamilie kennen. Das mit dem Jagga / Bier funktioniert so, dass Reihum im Dorf verschiedene Familien Mais ansetzen und vergaren, die Jagga / Bar ist daher immer wo anders. Das Jagga Bier wird immer wieder mit heissem Wasser aufgegossen, dazu werden rote schmackige Bohnen kredenzt. Also hygienemaessig haben wir nun ohnehin schon gegen alle Regeln verletzt. Den ganzen Vormittag verbringen wir hier und reden mit den Leuten. Mittags gehen wir aufgrund der Toilettenfrage und der Essensfrage ins Hotel hinunter, wieder super Injera. Am Weg treffen wir Denote und erfahren, dass wir doch in einem anderem Haus von ihm wohnen, jedoch im selben Dorf. Im Dorf lernen wir auch, dass Injera nur an Festtagen (wie Neujahr oder Geburt, etc. gekocht wird) ansonsten ist man eher ein Gemisch aus Hirse und Maismehl mit Blaettern aus den Dorfbaeumen, das ganze nennts sich in Konso Korfuffa ? und ist eigentlich auch schmackig, wie Mehlknoedel mit Spinat. (also im Vergleich zu ghanaischem Essen). Am Nachmittag gehen wir auf der Strasse Richtung Yabelo und setzen uns unter eine schattige Akazie, wir gehen durch die Gestetten, alles sehr dornig. mit Sandalen nicht das beste. Ich frage ob es hier Schlangen gibt. Es schaut so klapperschlangig aus. Aber die Kinder meinen Nein. Viele Kinder sind wie ueblich dabei. Ich male und Thomas ratscht mit einem Jungen ueber Weltpolitik. Manche Kinder haben ein unglaublich grosses Allgemeinwissen. Wir beobachten auch eine ?riesige? Spinne, die ihre Beute in sekundenschnelle eingewickelt hat. Also in mir loest das ja kein Vertrauen bzgl. der Gifttiere aus.
Am spaeten Nachmittag kommen wir wieder zu Denotes Frau und trinken wieder Jagga. Am Weg hinauf haben wir auch das erste Mal Tschat verkostet. Es sind Zweige mit gruenen Blaettern, eine Art aufputschende Droge, die gekaut wird. Uebrig bleibt eine gruene Zunge, und wir sind wirklich geputscht, vielleicht aber auch wegen der Auffregung, dass wir schon wieder etwas in Richtung Magenunvertraeglichkeit getan haben. Aber der Gott der Verdauung ist uns bis jetzt wohlgesonnen! Am Abend bekommen wir das Local Food wie oben beschrieben. Denote kommt sehr spaet nachhause, wir bringen unserer Rucksaecke in die andere Huette. Den ganzen Nachmittag waren die Dinge in der Huette wir machen uns aber keine Sorgen, dass etwas gestohlen wird. Im Finstern ist es gar nicht so leicht sich zu orientieren, obwohl der Halbmond (liegend) hell scheint. Die Stimmung in den Doerfern in der Nacht ist fuer mich das schoenste in den Compounds die Feuerstellen und Stimmen, manche Singen. Wir gehen mit Denote zu einer Verwandten, die uns spitzenmaessigen Tej bringt. Angeblich wird in Konso mehr Honig hinzugefuegt, in Arba Minch mehr Zucker zugesetzt. Wir bekommen dann noch Tomaten mit Weissbrot. Schmeckt italienisch. Wir denken noch kurz an das Verbot kein ungekochtes Gemuese zu essen, ach was! Nun da Denote endlich Zeit fuer uns hat erzaehlt er uns allemoegliche Geschichten. Er ist ein guter Geschichtenerzaehler. Danach gehen wir in unseren schoenen Compound mitten im Dorf und verbringen die Nacht recht wachsam, in der lebenden Huette. Die Huette ist aus Lehm ? innen mit Zeitungsseiten verklebt aus internationalen Zeitungen (Newsweek), so finden wir sogar einen Artikel ueber Haider von einem Weizer verfasst. Vor meinem Kopf sitzt an der Wand eine Spinne reglos. Ich lasse sie da, geheuer ist sie mir aber nicht. Ich wache immer wieder auf, leuchte herum. Staendig raschelt es, es gibt grosse schwarze Kaefer, einer ist in Thomas?s Bett abgestuerzt. Da wir aber beide ziemlich angetrunken und voller Tageserlebnisse sind, schlafen wir dann doch irgendwann ein.
Samstag, 13. August
Gleich um 7 Uhr kommt Denote und bringt uns eine Permit fuer ein Dorf 1 h von Konso weg und wird uns ein Transportmittel besorgen. Hier gibt es keine Taxis mehr. Danach gehts mit dem kulturellen Programm sofort weiter. Wir bekommen auf der Feuerstelle gebraeuten Kaffee aus Blaettern, Salz, Gewuerzen und Chilli, und bekommen den in einem voellig verdreckten Altoelbecher kredenzt. Ausserdem bekommen wir schon um 7 Uhr frueh Korkuffa (Kloesse mit Spinat), da eine Tochter des Hauses bei uns sitzt und mitfruehstueckt, koennen wir nicht ablehnen. Vom Geschmack ist der Kaffee ganz fein., danach marschieren wir ins Hotel und trinken noch einen richtigen Buna und Honigbrot und warten da auf einen Truck. Wir warten und warten, bis Denote irgendwann kommt und meint, dass das wohl nix mehr werden wird. Wir setzen uns daher zu einem Spanier und ratschen ueber seine Arbeit. Er macht hier Studien zu Malaria und Schlafkrankheit. Wir sehen kaum Moskitos, sie sind besonders in der Regenzeit verbreitet und im Sueden ist die Regenzeit bereits vorbei.
Daher beschliessen wir dann wieder einige in der naehe liegenden Doerfer zu Fuss zu bewandern. Wir gehen nach Darro und bestaunen wieder die maechtigen Steinmauern. Wir wandern durch die Sorghumfelder und folgen den Frauen zum Dorfbrunnen. Der Brunnen ist winzig und etwa 10-15 Meter tief. Die Frauen tragen die Kanister zum Teil kilometerweit bergauf. Mit den gelben Kanistern und bunten Roecken gibt das ein schoenes Bild. Der Brunnen liegt schattig daher setzen wir uns auch dazu. Wir wandern den Bach entlang zur Strasse nach Yabelo und dann entlang der Strasse in der sengenden Hitze zurueck nach Konso. Die Konso haben in ihren Feldern seit jeher Terassen angelegt in dem sie bewirtschaften. Auf den Hirsestauden lassen sie auch Bohnen hinaufwachsen. Zur Zeit wurde gerate Hirse und Mais geerntet. Wir essen wie immer Injera gehen dann zu unserem Compound, schlafen ein wenig, lesen, malen, photografieren und erleben die letzten Minuten eines grossen Grashuepfers der von den Kindern nach und nach zerlegt wird. Ayanna die auch in unserem Compound wohnt kocht Korkuffa. Wir helfen ihr dabei und dann roesten wir den Grashuepfer, den die Kinder dann essen. Nachher gehen wir zu Denotes Familie in den Compound helfen die Maiskolben zu entblaettern und beim Kochen und trinken wieder Jagga. Wir essen wieder Korkuffa und gehen dann in die Huette, ich bin recht muede. Wir werden noch Zeuge eines Ehestreits der Nachbarn. Wir hoeren Maedchengesaenge durchs Dorf ziehen, begleitet von einer Trommel. Thomas sucht sie im Dorf, wobei einige vor der ?weissen Erscheinung? im Finsteren so erschreckt sind, dass sie verstummt sind. Ich habe die Riesenspinne vertrieben und mir eine archetektonisch aufwendige Moskitonetzkonstruktion gezimmert. Ich habe in dieser Nacht super geschlafen. In der Frueh hab ich allerdings gemerkt wie kalt es ist.
Und zum Schluss> Alles Gute zum Geburtstag VATI!

Sonntag, 14.8.
Wir packen. Ich wasche mich ein wenig, da wir im Dorf keine Duschmoeglichkeit hatten sind wir dementsprechend eingestaubt. Wir durchsuchen noch unsere Rucksaecke um ein paar Geschenke fuer die Familie zusammenzustellen und gehen dann zum Kreisverkehr hinunter. Ich kaufe Wasser und Thomas geht inzwischen zu den Bussen und fragt wann sie nach Arba Minch zurueckfahren. Die Antwort JETZT! Das heisst wir verzichten auf Fruehstueck und springen in den Bus. Wir sitzen gleich beim Fahrer, das heisst super Sicht vorne aus dem Bus, obwohl der Bus wie immer vollgestopft ist. Trotz allem gibt es Kontrollen der Polizei. Die Busfahrer handhaben das so, dass sie einen Teil der Busreisenden ein bisschen zu Fuss vorausschicken, die Leute warten hinter den Kontrollen und dann wird der Bus wieder vollgestopft. Am Weg steigt eine Frau mit ihrer kranken Tochter ein. Sie sitzt neben uns. Das Kind muss sich uebergeben. Ich biete ihr meinen Platz an und stehe fuer den Rest der Zeit. Thomas schlaeft zum Teil ich bin aber putzmunter und kann jetzt die Landschaft ,anschauen, die ich beim Hinfahren komplett verschlafen habe. Wieder sehen wir Paviane an der Strasse. Kurz vor Arba Minch schlaengelt sich die Strasse steil bergauf und auf der anderer Seite gehts voll runter. Ich wundere mich manchmal, bzw. bin froh, dass diese Buskisten so gut ueberall durchkommen. Oben angekommen suchen wir in Hotel, werden gleich fuendig und huepfen in die langersehnte Dusche, wo wir gleich die komplette Kleidermontur die wir anhatten waschen. Danach wieder Injera zum Mittag. Wir treffen bereits beim Beziehen des Hotels zwei Burschen die uns ein Angebot bzgl. des Besuchs des Crocodile Markets machen. Das ist eine Bootfahrt auf dem Chamosee, bei dem man beim Zufluss vom Kulforiver jede Menge grosser Krokodile, Nilpferde und Pelikane und andere Wasservoegel sehen koennen. Da wir bereits bei unserem letzten Aufenthalt ueber die Preise erkundigt haben, muessen wir leider den unserer Meinung ueberteuerten Preis zahlen 100 Birr fuer das Taxi fuer 15 Minuten und 250 Birr fuer die Bootsfahrt. Das ist fuer unsere Verhaeltnisse nicht viel Geld sehr wohl aber fuer aethiopische, wenn man bedenkt dass ein Lehrer gerade mal 600 Birr pro Monat verdient. Aber trotzdem wollen wir auf den ChamoSee. Unten angekommen fuehrt ein sehr unregelmaessiger wackeliger Holzsteg zum Boot. Ich gedenke Filme wie Indianer Jones, bei dem immer eine Frau durch die Sprossen bricht ? doch zum Glueck watet ein Mann links von mir durch das Wasser und ich kann mich anhalten. Also ich waere ja so ein Fall dass ich das Gleichgewicht verliere und hineinfalle. Thomas braucht das wieder nicht..und meistert das ohne Probleme. Beim Zurueckkommen habe ich sogar ein Geleit auf beiden Seiten. Die Krokodile haben uns enorm beeindruckt, Thomas meint das geht nicht in seinen Kopf ? schaedelspaltend, er meint er hat noch nie auf seinen Afrikareisen, noch in Fernsehdokumentationen eine solche Menge an Krokodilen aus dieser Naehe gesehen, und nicht in der Groesse, wir sehen weiters Komorane, Reiher, jede Menge Riesenvoegel 2 m gross, welche anscheinend endemisch sind und Pelikane. Wir haben auch ca 15 Nilpferde gesehen. Sie tauchen immer wieder unter. Beim Auftauchen wackeln sie mit den Ohren, schauen eigentlich sehr niedlich wenn auch gross aus, ist aber mit Abstand das Tier dass die meisten menchlichen Todesfaelle in Afrika verursacht. Sie koennen bis 20 Minuten unterm Wasser sein. Wir waren ganz nahe, jede Menge Krokodile sind um uns herumgeschwommen, bzw haben sich aussen gerekelt und ihre Maeuler aufgesperrt. Eine gute Szeneri war eine Art Fischerdorf, in dem gerade eine Kuhherde am Wasser gegrast hat und daneben jede Menge Krokodile. Friedliche Koexistenz? Auf alle Faelle gibt es Fischer die in wirklich kleinen Nussschalen fischen. Laut Guide halten sich die Krokodile gerne an Flusszulaeufen auf, da hier viele kleine Fische sind und in der Naehe von menschlichen Siedlungen. Nach dem Zurueckkommen gehen wir in die Baeckerei, die uns schon vorher angesprochen hat und essen eine Cremetorte, wo wir seit langem wieder nachher einen ordentlichen Schnapps trinken. Danach haben wir dieses Internetcafe entdeckt, wo wir nun wirklich schon lange sitzen und ich tippe. Inzwischen hat es zum Regnen angefangen und wir werden Abendessen gehen. Ich werde mal auf das taegliche Injera verzichten und mir einen Fisch genehmigen.
Morgen werden wir auf 3000 m nach Chencha in ein DorzeDorf fahren in dem angeblich die besten Stoffe hergestellt werden. Unser Plan ist das Dorf zu besichtigen, sie haben ganz eigene Haeuser und es gibt da auch einen Wasserfall und dann moechten wir Richtung Arba Minch zurueckwandern und vor der Dunkelheit uns hoffentlich von jemanden mitnehmen lassen. Danach werden wir die Reise im tiefen Sueden beenden und werden Richtung Norden fahren Sashesheme und dann ev. Zu einem Trecking in den Bale Nationalpark.
afrikasommer am 14.8.05 19:57


Vom Sueden wieder Richtung Norden

Montag, 15.08.05

Arba Minch:
Am Abend zuvor hat es ziemlich stark geregnet und ich bin mit meinen Sandalen im Gatsch versunken. Wenn es regnet verwandelt sich die Stadt in Schlamm, da ist mir der Staub um vieles lieber.
Als wir nach dem Essen ins Zimmer gekommen sind, hab ich eine Riesenkakerlake erlegt und mit einem Tritt hinausbefoerdert, nun wissen wir warum in der Rezeption alles voller Kakerlakensprays war.

Wir haben wieder einmal ausgeschlafen und lange in der frueh herumgetroedelt, sind in die Baeckerei zum Fruehstuecken und erst dann in den unteren Stadtteil in dem sich auch der Busbahnhof befindet. Wir haben uns einen Schlafplatz im Halleluya Hotel gesucht, dass nahe am Busbahnhof ist. Natuerlich haben wir den Bus nach Chencha verpasst. Thomas war ziemlich muede ? und wollte eigentlich wieder ins Bett ? ich wollte aber unbedingt nach Chencha ein Bergdorf auf 3200 m, welches mich beim Lesen des Reisefuehrers ziemlich angesprochen hat und im Gegensatz zu Thomas war ich ziemlich aktiv. Ich habe daher mit Hilfe eines Bekannten einen Truck gefunden, der mich mitgenommen hat. Zuerst bin ich auf die Ladeflaeche geklettert, aber anscheinend haben sie sich dann doch Sorgen um mich gemacht und wir haben uns dann vorne zu viert hineingequetscht. Die Truckfahrer schienen nicht uebermaessig begeistert davon zu sein. Egal ich war froh weiter zu kommen und waehrend der Fahrt haben wir uns eigentlich ziemlich gut unterhalten. Die Strasse nach Chencha ist ein Zustand. Sie wird gerade repariert, daher ist alles umgegraben. Ich wundere mich wie die Fahrzeuge da hinaufkommen. Zusaetzlich geht es ueber eine Stunde steil bergauf. Das Schoene ist, dass sich die Vegetation veraendert und dass es ploetzlich Nadelbaeume gibt und alles gruener wird. Oben war es ziemlich kalt. Nach der Ankunft haben mich gleich 2 Guides angesprochen. In Anbetracht des Alleineseins habe ich die Begleitung angenommen. Wir sind dann noch weiter rauf. Interessanterweise wachsen hier auch Aepfelbaeume, Pflaumen, und Geranienstraeucher ca. 2-3 m hoch, Brunnenkresse, Rosenhecken, viel Gebluem. Afrikanisch sind hingegen die Bambushuetten die zum Teil auch 10 m hoch sind umgeben von Ensetestauden (false Bananas), die Gegend ist wunderschoen, almig. Wir haben die Weberkooperative besucht. Die Chencha sind fuer ihre Stoffe in ganz Aethiopien bekannt. Ich habe Stoff gekauft. Danach sind wir zu der Familie mit dem hoechsten Bambushaus. Fuer 10 Birr kann man ins innere des Hauses, die Huette ist in zwei Teile geteilt, auf der einen Seite die Tiere auf der anderen Seite der Wohnraum. Sie bauen hier Hafer und Mais an, und anderes Getreide, welches auf dieser Hoehe waechst und brennen auch Schnaps. Weiters haben sie mir die Verarbeitung der Ensetepflanzen gezeigt und den Garten in dem sie auch Setzlinge fuer neue Aepfel angepflanzt haben. Danach sind wir wieder zurueck ins Dorf, um Tej aus Chencha zu verkosten (Honigwein). Nach Tradtition muss man mind. 2 trinken. Nachdem ich nicht Mittag gegessen habe, war ich dann ziemlich angeduselt, hab mich von den Guides verabschiedet um 1-2 Stunden in das untere Dorf Dorze zu gehen. Anfangs sind mir die Leute in Chencha sehr entspannt vorgekommen, aber nachdem ich alleine unterwegs war und auch keine anderen Erwachsenen in der Naehe hat mich eine Kinderhorde verfolgt und wollte mir fuer die Landschaftsphotos Geld abknoepfen. Sie sind immer agressiver geworden und haben mich schliesslich mit Steinen bedroht und nachgeworfen. Das hat den Aufenthalt in der atemberaubenden Gegend ziemlich getruebt und ich war stinksauer und hab eine gewisse Zeit gebraucht mich wieder zu beruhigen und wieder die Gegend zu geniessen.?. Das staendige Geldschnorren ist immer laestig, aber so agressiv hatte ich es noch nicht erlebt. Zum Glueck waren dann weiter unten ein paar Feldarbeiter, die sich dann auch ziemlich ueber die Kinder aufgeregt haben. Naja das war eigentlich das erste richtig negative Erlebnis. Ansonsten ist es fuer mich bis jetzt der schoenste Platz gewesen und ich haette gerne noch mehr Zeit gehabt, denn um 4 ist der letzte Bus gekommen, ich hab ihn aufgehalten und bin in dem wohl ueberladensten Bus ever, die steile Strasse heruntergerumpelt. Vor den Strassenkontrollen steigen dann 50% der Leute aus und gehen ein Stueck zu Fuss wo sie dann wieder einsteigen. Bloed fuer sie war nur, dass die Polizisten mit nach Arba Minch gefahren sind. Betretenes Schmunzeln im Ganzen Bus. Eine Frau hat mir gesagt, dass das ohnehin ein Wahnsinn ist so ueberfuellt diese Strasse hinunterzufahren und hat sich unten bekreuzigt. Am Abend war ich dann ziemlich K.O von den vielen Eindruecken, aber wie immer im Halleluya Hotel konnten wir nicht schlafen und waren dann ziemlich geraedert, als wir um halb 5 Uhr aufgestanden sind um den Bus nach Shashemene zu bekommen.


Dienstag, 16.08.
Von Arba Minch nach Shashemene (6 h), die meiste Zeit geschlafen. Wir scheinen das Busfahren besser als manche Aethiopier zu vertragen, die sich mehrmals uebergeben haben? In Shashamene haben wir uns gleich ein Hotel gesucht und haben weitergeschlafen. Wir sind heute K.O und haengen hier herum. Shashemene ist ein Durchzugsort ziemlich haesslich, es gibt hier aber viel Infrastruktur, viele Fruechte, etc. Morgen frueh gehts weiter nach Gobe Richtung Bale Nationalpark, wo wir gerne ein Trecking durch die hochalpine Gegend machen wollen. Die Fahrt dauert wieder 7 Stunden.
Wir machens uns gemuetlich haben im Bekele Mole Minestrone und Fisch gegessen. Da es hier westliche Toiletten gibt, suchen wir es immer wieder auf. In unserem Hotel haben wir dermal nur oeffentliche Dusche, und arabisches WC. Hier in Shashemene gibt es sehr viele Fruchtbars und Pastries ? waren frischen Mangosaft trinken. Thomas ist leicht verkuehlt von der Kaelte hier. In der Nacht kann es ganz schoen kalt werden wenn man nicht im Schlafsack naechtigt.
afrikasommer am 23.8.05 08:57


Bale Nationalpark "Auenland"

Mittwoch, 17.August 2005
Aufstehen um kurz nach vier, weil der Weg zum Busbahnhof weiter weg ist. Vor unserr Tuer schlaeft ein Hotelangestellter und sagt uns, dasss wir vor halb sechs nicht beim Bus sein sollen, da das Tor vom Busbahnhof nicht vorher geoeffnet wird. Ausserdem ist es zu gefaehrlich um diese Zeit auf die Strasse zu gehen, wegen der Diebe. Wie beschliessen spaeter zu gehen (was auch richtig war) und hoffen, dass der Regen der gerade anfaengt spaeter vorbei ist. Leider ist dem nicht so und das erste mal macht sich die Regenjacke nuetzlich. Die Hose ist trotzdem relativ nass, was sich im Bus durch die Zugluft nicht positiv auswirkt. Im Bus bekommen wir einen guten Platz. Der Weg geht hinauf auf eine Hochebene. Dort ist viel Landwirtschaft. Es erinnert an England (Liz> mich an die Mongolei) Richtiges Saftgruen ? ungewohnt nach der trockenen Gegend rund um Konso. Viele Leute sind mit Pferden unterwegs. Dann windet sich der Bus langsam bis auf 3400 Hoehenmeter hinauf. Die Landschaft ist wunderschoen. Ich bin voellig begeistert von diesen gelb-roten Blumen, die hier ueberall wachsen, zwischen blauen Gebluem. Leider konnte ich davon keine Photos machen, da wir die schoensten Wiesen vom Bus aus gesehen haben.
Der Ausblick ist gigantisch. Danach gehts hinunter auf 3000 m hohen Ebene wo auch unser Zielort ?DINSHO? ist. Wir durchqueren bereits einen Teil des Nationalparks das Gaysayvalley, welches fuer seine reich vorkommende Tierwelt bekannt ist und wir erspaehen bereits aus dem Bus seine Bewohner. Warzenschweine (warthogs), ich wuerde eher sagen, hochalpin tropisches Wildschwein a la AKUNA MATATA, mit der tollsten Loewenmaehne und richtigen Hauern, boes anmutend aber durchwegs kleinwuechsig. Dann weiters Bergnyalas, ein endemisches Reh, dass nur in Bale zuhause ist und ein Pavianexemplar (und obwohl wir spaeter das Gebuesch nach diesen Loewenmaehneartigen Warzenschweine durchforstet haben, war das die groesste Anhaeufung an Getier) Summa Summarum: beim Busfahren nicht durchwegs die Gegend verschlafen. In Dinsho begleitet uns Noori zur Lodge (die beim Headquater des NPs liegt). Ein Luxusberghaus (es gibt da sogar Sauna) mit einem grossen Entr?e mit Coachsitzgelegenheiten umgeben von endemisch in Bale wohnhaften ausgestopften Getier. Hier bezahlt man auch den Eintritt 50 Birr fuer 48 h, das Doppelzimmer in das wir ziehen kostet ebenfalls 50 Birr. Die Lodge liegt im Wald. Ein Angestellter des HQ fragt uns was wir vorhaben und wir berechnen gemeinsam ein Trecking, mit 1 Guide, 1 Scout (1 bewaffnter Begleiter), 2 Pferde, 1 Person fuer die Pferde, Zelt, Matratze kostet alles in allem fuer 6 Tage 2000 Birr. Das kostet uns zu viel. Wir entscheiden uns noch nicht und wollen auf alle Faelle noch einen Tag ausruhen. Thomas ist noch stark verkuehlt und spuert daher auch die Hoehenmeter um so mehr. Im Ort treffen wir wieder Noori, der uns ein Minitrecking ? Angebot macht, zu einem fairen Preis. 70 Birr, pro Tag als Guide. Ich moechte unbedingt auf das SanettiPlateau, welches auf ueber 4000 m liegt und fuer seine Tierwelt bekannt ist, insbesonders fuer die Voegel und den aethiopischen Wolf. Danach starten wir zu einem Spaziergang in die Ebene von Dinsho (AUENLAND!!) Wir sind von der Weite, Landschaft und Vegetation ueberwaeltigt. Thomas erinnert alles an Island. Kleine maendernde Baeche in Lavalandschaft. Flechten und Moose auf Steinen, Sumpfwiesen, dazwischen Rinder, Ziegen und Pferde, hin und wieder galoppieren einige Maenner ueber die zaubergruene Steppe. Alles duftet nach Kraeutern, wilder Salbei, blau bluehende Pflanzen. Ein Junge und ein weiter begleiten uns im dezenten Abstand, schweigend. Spaeter setzt er sich zu uns, er spricht kaum und ist nicht aufdringlich. Auf Thomas wirkt er total beruhigend und friedlich. Da wir erst recht spaet aufgebrochen sind, finden wir am Heimweg kein Esslokal mehr und es wird finster. Wir folgen der Hauptstrasse und nehmen dann den Autoweg zur Lodge, der uns in der stockdunklen regnenden Nacht weit vorkommt. Ich habe meine Stirnlampe mit. Im dunklen Wald entdecken wir zwei Augen die sich bewegen. Thomas vermutet einen Leopard, ich bezweifle dass lieber gleich mal. Oben im Zimmer ? wir haben das ganze Haus fuer uns allein ? essen eine Kleinigkeit und gehen frueh ins Bett. Es ist doch recht frisch in dieser Hoehe.
Donnerstag, 18.08.05
Wir schalfen teif und gut bis kurz nach 8 (das ist fuer uns sehr lange) Um halb 9 gibts Fruehstueck von der Hausdame. Es gibt Kaffee, Eier, Brot, Tomaten und Salz. Wir packen unsere Sachen und gehn wieder auf das herrliche Plateau im Auenland. Wir gehen querfeldein dem Bach entlang, endecken Enten (endemische), Voegl (Schwarz und knallgelb) und wunderschoene Pflanzen und Schmetterlinge. Im dichten Salbeigebuesch schrecken wir Rehe und Warzenschweine auf. Es ist einfach wunderschoen. Am Bach rasten wir. Dort sind kleine Grasinselpolsterhuegel im Bach, auf die man sich setzen kann und dabei die Fuesse ins Wasser halten (ich denke mir wieder alle moeglichen Wassergetiere aus, Giftschlangen etc.) ich bleibe daher lieber auf den Felsen sitzen. Thomas meint ja ich fuerchte mich nur vor abstrakten Gefahren und bei fuer ihn realen sei ich zu furchtlos ? er ist auf alle Faelle mein Bio und OutdoorGuide. Zurueck in Dinsho ? essen wir noch eine Kleinigkeit und muessen dann schon unsere Sachen packen um Noori rechtzeitig am Bus zu treffen. Wir treffen in der Lodge noch recht viele Spanier und sprechen mit einem Guide der seine wahre Berufung im Journalismus sieht. Dann stapfen wir Richtung Hauptstrasse, wo wir fast zu spaet kommen weil wir noch in die Pampa abzweigen, um die Warzenschweinfamilie und den Nyalarehbock in die Photorolle zu bekommen und das mit unserem grossen Rucksaecken. Noori kommt uns schon entgegen. Wir koennen mit einem Pickup gratis bis Robe mitfahren. Die ersten Kilometer ist die Landschaft gigantisch. Danach gehts bergab bis auf 2400 m und es schaut aus wie in Niederoesterreich. Wir springen kurz in den Minibus und dann in den Bus von Robe (Hauptstadt der Bale-Region) nach Goba. Im Hotel duschen wir nach langem wieder, in der Dinsho Lodge war es einfach zu kalt und auch ich bin jetzt ziemlich verkuehlt. Dusche und Klo sind gewoehnungsbeduerftig, um dessen Haesslichkeit zu verbergen, gibt es nur ein schwachleuchtendes gruenes Licht. Wir gehen mit Noori essen. Dort kommen ein paar Kinder, tanzen und verbrennen lange Holzstangen (Art Osterfeuer), weiters ballern sie mit Schweitzerkrachern. Noori meint es ist eine Art Fest nach dem Ende der Fastenzeit der Orthodoxen. Kurz nach 8 Uhr gehen wir ins Bett. Noori besorgt noch ein paar Einkaeufe, damit wir alles fuer das SanettiPlateau haben. Dort gibt es nur eine Art Huette in der wir schlafen koennen, die fuer das WolfResearchProject gebaut wurde.
Freitag, 19. August 2005
Um halb 9 warten wir auf einen Truck (Lastwagen). Dieser hat noch Probleme (Reifenwechsel) und verspaetet sich. Dafuer gehts dann los. Thomas unser 2. Begleiter hat auch ein Sackerl Eier gekauft und diese kommen sogar heil an. Die Strasse windet sich auf 4000 m hinauf. Aus dem Auspuff des Autos kracht es immer wieder und einmal muessen wir sogar aussteigen und ein Stueck hinaufwandern, damit der Truck hinaufkommt. Es sind viele Leute hinten auf dem Truck. Wir farenjis sind ziemlich exotisch ohne unsere Gelaendewaegen. Die Landschaft veraendert sich. Kaum Baeume aber dafuer Riesenlobelien (eine Art Riesenkaktus) und viele kleine Seen. Die Landschaft wird immer karger und Mondlandschaftsaehnlicher. Und wir sehen unsere ersten Woelfe (unsere Def.: Fuechse), den ersten den wir sehen jagt gerade eine hier ansaessigen Riesenratten (unsere Def.: Lemminge) ? wir fuehlen uns als Teil einer Universumserie. Thomas hat ja zuerst statt engl. Giant moorrat (Moorratte) giant roach verstanden (was Riesenkakerlake bedeutet) ? nach seinem angesagten Kampf gegen jede Art von Insekten (er ist seit geraumer Zeit staendig in Begleitung von Breitband Insektenspray) sah er schon die Herausforderung auf ihn zukommen, die aus den Erdloechern kriechenden Riesenkakerlagen zu erlegen, und den Woelfen ihre Beute strittig zu machen. Oben angekommen springen wir mitten in der Mondlandschaft aus dem Truck und wandern querfeldein ins Niergendwo. Wir spueren die Hoehenmeter im Kopf, sind leicht schwindelig und meine starke Verkuehlung ist nicht foerderlich. Nach ca. 10 Min. erreichen wir unsere Bleibe. Diese besteht aus einem Haus, welches der Wolfsforschung dient, und daneben eine grosse Strohlehmhuette. Toori der hier die Station betreut begruesst uns mit einem heissen Tee. Die Lage der Station ist genial. Eingebettet in eine kleine Senke, leign davor mehrere Hochmoorseen, die von einigen Voegeln , Enten und Gaensen bevoelkert werden. Es ist kalt und ich bin ziemlich erledigt von der Hoehe und vom Schwindel. Der Tee war noch nie so gut. Thomas kocht fuer uns ein Mittagessene, Spaghetti mit versalzener Sauce. Am Nachmittag machen wir eine Wanderung ueber das Sanetti Plateau. Es ist wunderschoen und die Aussicht ist gigantisch. Thomas erinnert hier vieles an Island und an Mittelerde. Wir finden hier einige Szenen aus dem Herr der Ringe wieder (Das Eintrittstor zu Moria) Wir sehen seltene endemische Voegel, Riesenlobelien, einige Woelfe, Hasen und Lemmige (Riesenratten) der Boden ist von ihnen zergraben und hin und wieder schrumpft man beim Gehen ein. Wenn wir Erhoehungen besteigen, merken wir die Hoehenmeter sehr stark, das Gehen auf dieser Hoehe ist sehr anstrengend und man hat das Gefuehl sehr langsam weiter zu kommen. Wir steigen einen mit Bartflechten bewachsenen Hang hinunter. Eingebettet zwischen der bizarren Gebirgslandschaft liegt ein wunderschoener Bergsee (Guracha See ? der schwarze See) . Wir setzen uns hin und geniessen den Ausblick. Oben ziehen Adler ihre Kreise unten laufen einige Ratten und Blashuehner um die Wette. Noori zerlegt eine alte halbzerfallen Huette und nimmt das Brennholz fuer uns mit. Das Hinaufgehen ist wirklich atem(be)raubend. Die Hoehe und meine aufkommende Verkuehlung und Thomas abklingende tun ihr uebriges. Dafuer entdecken wir noch einige Bergnyalas und die Landschaft zeigt sich von ihrer schoensten Seite. Wir sehen am Rueckweg noch einige Woelfe und Hasen und das Abendlicht verzaubert die Seen. Ich bin zum Teil voellig fertig von der Anstrengung (Thomas der noch reden kann, lenkt mich mit schoenen Phantasiegeschichten ab / als er dann jedoch von mir Photostunts will (ich soll auf einen halben Meter hohen Felsbrocken klettern ? muss ich ablehnen, ich kann meine Haende gerade noch heben um ein Photo zu knippsen.) Als wir uns dann unserem Camp naehern kehren wieder meine Kraefte zurueck. Nach dem Abendessen (Reis mit Sauce) erhellt der Vollmond die bizarre Landschaft des naechtlichen Sanetti Plateaus. Wir steigen in unsere Schlafsaecke. Ich friere, huste und meine Nase laeuft buchstaeblich aus in der 5 Grad kalten Nacht.
afrikasommer am 23.8.05 19:02


Ausruhen Hauptstadt und in den Osten

Samstag, 20. August 2005
Auszug aus Thomas?s Tagebuch
In der Frueh gehe ich mich am kleinen See waschen. Dort fuehlt sich ein Wolfspaar gestoert und bellt mich einige Zeit lang aufgeregt an. Ich geniesse dieses Erlebnis. Nach dem Fruehstuck (Ei und Zwiebel in Brot) besteigt Liz einen mit Oelfaessern beladenen Truck und faehrt nach Robe. Noori und ich versuchen unterdessen eine Fahrgelegenheit Richtung (Harenna Forrest) zu bekommen. Diese kommt leider nicht. Ausser 4 WDs-Touris kommt nix. Daher besteigen wir den ca 4200 m hohen Batu. Der Aufstieg geht total schnell. Er ist sehr steil und man merkt die duenne Hoehenluft schon. Die Asuusiucht oben ist traumhaft. Knapp ueber unseren Kopf zieeht ein Bussard seine Kreise. Hinten sieht man die Wolkenwand, die den Harenna Forrest bedeckt. Beim Rueckweg kreuzen noch rings Woelfe und Hasen unseren Weg. Da es Noori auch nicht so gut geht, beschliessen wir noch am selben Tag nach Robe zu fahren. Wir legen uns wieder auf die Lauer. Nach ca. 2 Stunden kommt ein Truck. Dieser ist mit Bambusstangen beladen. Da ich ganz hinten sitze, knallt mir bei jeder Unebenheit die Ladung schmerzhaft ins Kreuz und Steissbein. Nach 10 Minuten klettere ich nach vorne und kann die Fahrt nach unten noch geniessen. Vorm Ort muessen wir wegen Polizeikontrollen absteigun und zu Fuss weitergehen. Von Goba nach Robe nehmen wir den Bus. Danach weiter mit dem Minibus ins Peacock Hotel wo un seine ueberraschte Liz die Tuer oeffnet. Nach einem kleinen Disput wegen der Bezahlung, relaxen wir, lassen die Waesche waschen und froenen der Koerperpflege. Am Abend gehen wir mit Noori und Thomas Essen. Dort versoehnen wir uns wieder und gehen in die Bar feiern. Ich verfolge hier meine behavioristische Studie ueber Prostitution.
Liz: Nach dem ich mit dem Oelfaessertruck, wo ich ja eigentlich nicht gedacht hatte, dass ich da mit eigener Koerperkraft rauf komme, langsam Richtung Tal gezockelt bin und dabei auch noch Augenzeuge der traumhaften Tierwelt wurde / habe ich mir nach allen Regeln des Versauens meine Jacke mit schwarzem Oel ueberzogen. Flucks bin ich nach Robe gekommen. Meine Verkuehlung stark - daher hab ich mich sehr auf Schlafen und warme Dusche gefreut. Zurecht hat mir Thomas nicht abgenommen, dass ich mich wirklich ausruhen werde. Ich habe mich nach Ankunft im Peacockhotel daher in den Garten gesetzt und einmal ein Kaffetscherl getrunken. Unweit, ein Farenji ? ein Weisser, mit schriftlichen Unterlagen in ein Interview vertieft. Kategorisier ? ein Forschender ? steigende Neugierde. Nachdem sie mich so nett zu ihrem Tisch eingeladen haben, habe ich aufs Auskurieren verzichtet und mich dazugesellt und einiges ueber die Veraenderung des Islams (Inhalt der Doktorarbeit des Norwegers) in dieser Region erfahren. Weiters hab ich ueber unsere Reise erzaehlt und Bewunderung bezueglich des alleinigen Truckfahrens geerntet. Das staerkt natuerlich das kranke Reiseego. Danach sind wir gemeinsam zum Mittagessen ? und haben ueber die aktuelle politische Situation geplaudert. Im Mai fanden Wahlen statt, die jedoch in einigen Regionen nicht ordnungsgemaess erfolgt sind und viele unter Druck gesetzt worden sind. So auch unser Begleiter. Da sich das Lokal dann gefuellt hat und wir weiterhin in der politischen Diskussion waren, hat der Norweger gemeint wir sollten besser gehen, denn man weiss nicht wer das hoert und ob wir dann nicht Probleme bekommen.

Sonntag 21. August 2005
Geschichten aus Thomas?s Tagebuch?.
Ich beginner den Tag mit einem Fruehstueck im Garten und lese. Spaeter gesellt sich noch ein Aethiopier dazu. Den Vormittag verbringen wir ruhend und faulenzend. Mittags gehen wir mit Awel essen und dann zur Busstation um Tickets nach Addis Abeba zu kaufen Im Anschluss lasse ich mir wieder Haare und Bart schneiden. Ueberraschenderweise vertrage ich den Elektrorasierer gut (Liz> ich schau mir inzwischen eine schmalzige hoechstdramatische Seifenoper im Fernsehen an). Ich spaziere spaeter durchs Dorf und entdecke wunderschoene Gaerten mit Vieh, Getreide und traditionellen Huetten. Einige sind sogar mit Kuhfladen verziert. Die Kakteen dienen hier als Zaeune (7 m hoch) und sind allerdings so hoch, dass sie oben zusammenwachsen und die Strassen laubenartig ueberdachen. Beim Zurueckgehen ueberrollt mich eine Horde Kinder. Wieder in Robe angelangt treffe ich Liz und Awel im Caf?. Danach haben wir die Option zum Mailen. Spaeter gehen wir mit Awel noch einmal essen und anschliessend in eine Bar. In dieser Nacht schlafe ich kaum und toete nebenbei die Mosktitos.
Liz> Summa summarum> Robe ist ganz O.K. aber es gibt hier nicht viel zu tun.

Montag, 22. August 2005

Nach dieser fuer mich sehr kurzen Nacht fahren wir um 5 Uhrmit dem Minibus zur Busstation. Zuerst besteigen wir den falschen Bus, doch wir landen doch noch im Richtigen. Awel kommt auch noch in dieser Herrgottsfruehe um sich zu verabschieden. Die Busfahrt ist sehr zaghaft. Allein in Robe bleiben wir noch einige Male stehen. Im weiteren Verlauf bleibt der Bus etwa alle 10 km stehen. Grund: Polizeikontrollen, Essstops, Verkaeufer im Bus, Bus kaputt etc.. Ich nutze die Gelegenheit fuer Fotostops in der Dinsho-Gegend. Die Kontrolleur und die Tuersteherin sind beide extreme aufmerksam und liebevoll. Im Bus selbst sind einige Frauen total verhuellt und haben alle ein silbernes Schmuckkaestchen mit. Vom hinteren Teil des Busses kraeht immer wieder ein Hahn. Spaeter bekommt er noch Gesellschaft von 2 anderen Huehnern, die gleich bei uns liegen und zetern. Um ca 6 Uhr kommen wir bei Regen im Mercato/Addis an. Wir nehmen den Minibus zum Piazza und beziehen ein Luxuszimmer fuer 85 Birr im Baro. Wir gehen wieder Suppe und Pizza Essen und gehen dann bald schlafen.

Dienstag, 23. August
Alltag und food for foreigners in der Grossstadt
Nach einer ?heissen? Dusche, gehen wir in die Pastry fruehstuecken. Liz geht derweil ins Internet und ich buche derweil 2 Fluege nach Aksum (128 USD/Flug) Wir spazieren ins Zentrum und Liz versucht ihr Flugticket umzubuchen. Zumindest bekommt sie einen Platz auf der Warteliste. Wir gehen Geld tauschen und fahren wieder in unser Graetzl Piazza in dem wir uns schon heimisch fuehlen. In der Apotheke kaufen wir Hustensaft und Malariamittel. Dansch gehen wir wieder Suppe und Pizza Essen. Liz legt sich danach ins Bett und ich schreibe einige Mails. Dort bietet mir ein Moderator einen Platz als Talkshowgast an. Wir fahren aber ab. Am Nachmittag faulenzen wir, schreiben mails und am Abend gibt es wieder mal unsere Suppe und Pizza.

Mittwoch, 24. August 2005
Von ADDIS nach OSTEN> AWASH Nationalpark
Wir stehen wieder um kurz nach 4 auf um um 5 Uhr am Busbahnhof zu sein. Um kurz nach 6 Uhr gehts los Richtung Dire Dawa. Hinter uns sitzt ein Deutscher. Die Landschaft ab Nazaret wurnderschoen. Es wird immer flacher. Zwischendurch erheben sich Vulkane, Pseudokrater und erkaltete Lavastroeme. Neben der Hauptstrasse verlaeuft die Eisenbahn nach Dschibuti (die einzige Eisenbahnlinie in Aethiopien). Deren Schienen verlaufen zum Teil im Wasser. Wir sehen auch Kamelherden, einige Gazellen und einen Pavian. In Awash treffen wir einen Israeli, de runs das alte Bahnhofshotel Buffet D Aouche zeigt.. Die grossen geraeumigen und hohen Zimmer geniessen wir. Draussen zieht eine Kamelherde vorbei, die Haehne kaehen um die Wette und im Garten wachsen Granataepfel. Ich gehe meine Sachen zur Waesche bringen und gegen Mittag gehen wir in ein komisches Hotel essen. Dort spricht uns ein Tzp an, der uns eine Nationalparkstour anbieten will. Wir vertagen ihn auf spaeter. Den Nachmittag verbringen wir eher ruhig. Wir gehen zum Awash River, der ein sehr tiefes Tal in die Landschaft gegraben hat. Wir sitzen auf einem Stein und schauen in die Gegend. WiAm Aben essen wir bei Madame Kiki, die unser Hotel betreibt eine in Aethiopien geborene Griechin. Mehrere Touristen treffen ein, unter anderem unser gepiercter Schiffguide aus Arba Minch ist dabei, mit dem wir uns ueber das Geld gestritten haben. Wir gehen uns daher eher aus dem Weg und finden die Situation doch skurill. Spaeter kommt unser Guide und wir besprechen die Tour. Wir einigen uns auf 500 Birr furer einen Tag im NP herumfahren und 100 Birr fuer Eintritt und 50 Birr fuer den bewaffneten Scout der hier Vorschrift ist. Spaeter spielen wir noch Stadt Land Fluss und ich rette noch einen Vogel aus der Toilette.
Liz am 28.8.05 17:12


Awash Nationalpark Hans und Abschied von Liz

Donnerstag 25.08.05
Im Awash Nationalpark

Ueberpuenktlich sind wir von unserem franzoesischen Guide abgeholt worden. Der versprochene nagelneue Minibus zur Bewaeltigung des Vulkankraters stellte sich als ziemlich laediert heraus -- erstes Stirnrunzeln unsererseits - die Schiebetuer faellt fast von selbst hinaus. Danach sind wir in Awash City herumgekurvt und haben Poelster, Decken etc. eingesammelt. Danach fragt uns der Guide ob wir noch was besorgen moechten, denn sie wuerden noch gerne fruehstuecken - wir sind ganz und gar nicht begeistert da man das Getier nur fruehmorgens oder abends sieht. Sie gehen trotzdem fruehstuecken, Thomas ist sauer...die Zeit verstreicht und das soll erst der Anfang sein ... Danach fahren wir zum Headquater des NP. Es liegt zwischen Metahara und Awash. Auf der Fahrt sehen wir bereits eine Herde Oryx (Gazellenart mit langen Hoernern). Beim Eintritt stellt ein Angestellter des NP fest dass wir mit diesem Gefaehrt wohl nicht den Vulkan erklimmen koennten, haben wir uns ja auch schon fast gedacht. Und dass wir nicht auf dem Gelaende bei der Kerrioc Lodge nicht zelten koennen. Nachdem nun bereits fast 50% unserer Vereinbarungen nicht moeglich sind, beschliessen wir den Ganztagestrip auf einen Halbtagestrip zu aendern und dann trotzdem versuchen auf dem Hotelgelaende zu campen . Danach gehts weiter durch den Nationalpark - Savannengegend, viel trockener als in Bale - wie man sich eine Safari vorstellt, nur kaum Tiere in Sicht. Bunte Voegel hie und da. Wir fahren dann zum Awashriver und den Awashfaellen, die hier eine der Hoehepunkte sind. Der Awashriver tost in einer Laenge von 100 m 20m in die Tiefe. Das schoene ist, dass hier alles urwaldmaessig bewachsen ist und die Aeffchen rund um auf den Baeumen sitzen, schade dass das Wasser nicht blau ist, sondern schlammbraun. Und so sehe zumindest ich dann auch aus - nach der Kletterei im Schlamm. Und das mit meiner neu gewaschenen Hose - wie der Thomas dass wieder hingekriegt so halbwegs sauber das Gelaende zu verlassen, naja er muss ich auch nicht am schlammigen Boden festkrallen wenn er auf einen Stein steigt. Alles zu meiner Sicherheit. Der Nachteil dieses Trips ist dass die Guides einen fast weiterhetzen und man sich nicht gemuetlich hinsetzt und schaut. Zum Glueck ist der bewaffnete Scout mit, der sich hier am besten auskennt. Danach gehts weiter flussaufwaerts zu einer Stelle an der man Krokodile sieht. Hier treffen wir wieder die beiden Israelis, die hier Campen, direkt am Fluss unter grossen Baeumen die mit Affen dicht bevoelkert sind, weil es da so suesse Fruechte gibt, die sie schlemmen und die Reste auf die Touristen fallen lassen die nach oben schauen und Photos machen. Die Krokodile sind spaerlich und klein. Nach Arba Minch koennen uns keine Krokodile mehr ueberraschen - niedlich. Wir tratschen noch eine Weile mit den Israelis unsere Helden, denn sie sind die wahren Tramper! Wir fahren weiter durch die Savanne, sehen hin und wieder - aber eher selten Getier. Ein Vogel mit einem langen roten Schnabel ist mir aufgefallen. Dann erreichen wir die Kereyu Lodge, ein Hotel, dass die Zimmer in Wohnmobilen aus den 50iger Jahren anbietet die auch nicht mehr so frisch ausschauen, aber dafuer moderate Preise haben. Also hier wollen wir unsere Zeltlager aufschlagen. Doch wo ist das Zelt......... kein Zelt in Sicht, unser Guide hat sich wohl eine lustige Polster Leintuch Konstruktion vorgestellt. Weiters wollen sie die 2 h Fahrt beenden und dafuer einen halben Tag kassieren und sie wollen noch Geld. Nun beginnt in 4 Sprachen eine Auseinandersetzung in der sich das halbe Hotelpersonal einmischt, aber zum Glueck auf unserer Seite ist, denn unser Vertrag mit dem Guide ist ein Witz. Am Anfang sind wir nur sauer aber mit der Zeit bekommen wir Gefallen an der afrikanischen Streiterei. Unser Guide ist ploetzlich voellig begriffstutzig und zum Teil verliert er seine franzoesischen Sprachkenntnisse - zum Glueck haben wir beim Ausmachen unseres Tagestrips alles akribisch aufgeschrieben, was uns jetzt von Vorteil ist. Wir beenden unsere Zusammenarbeit - beschimpfen ihn auf Franzoesisch (voleur - Liz, bandit - Thomas) und Englisch - wir wollten eigentlich auch noch Geld zurueck - dass hat er aber schon versemmelt - nun muss er sich auch mit den Fahrern streiten denen er Geld schuldet, zumindest hat er jetzt Aerger. Ein guter Tip immer alles schoen aufschreiben.
Wir beschliessen einen Wohnwagen zu beziehen und werden am Samstag schon irgendwie wieder aus dem NP rauskommen. Zuerst goennen wir uns mal ne Cola - unser Standardgetraenk! Beim Bezug unseres Wohnwagens, krabbelt just eine recht ansehliche Spinne vom Vorhang ueber meinem Bett, was fuer die folgende Zeit in Awash fuer Thomas die Einladung ist mich bei jeder Gelegenheit zu erschrecken - was ihm auch gelingt - leider finde ich kein adequates Mittel mich zu raechen. Der Hr. Paedagoge findet sich in seiner Hauptthese des Verstaerkerlernens bestaetigt, nur dass sich das recht schnell zu einer Kleintierphobie ausweiten kann. Itsi bitsi Spider!! Die Kereyu Lodge ist sehr nobel, vor allem die 1a Bedienung, das ist echte Gastro - ich als Knoedelakademieabsolventing kann das schliesslich beurteilen - aber das allerbeste ist die Aussicht, die Terasse auf der wir morgens mittags und abends lange sitzen ist direkt am Abhang zum Awash-Canyon, tief unten hoert man den braune Fluss rauschen und wenn man lange genug Zeit hat genau zu schauen, endeckt man tief unten kleine Krokodile am Flussufer, Pavianherden, Ziegenherden die zum Fluss zum Trinken kommen, begleitet von Nomaden, die hier laut 3 Reisefuehrern und Hotelpersonal Fremden nicht sehr wohlgesinnt sind und sie hie und da ausrauben. Da sie bewaffnet sind wird mir wohl mein kleiner Pocket - Alarm von OEAMTC auch nicht das Leben retten. Trotzdem halte ich es griffbereit nachdem wir am Nachmittag unserer Expedition in den Nationalpark starten. Zuerst gehen wir der Strasse entlang - ich schlage dann vor die Strasse zu verlassen. Thomas ist noch etwas mulmig zumute, doch in weiterer Folge geht er nur mehr querfeldein und selbst durch die hohen Graeser was mir fast wieder zu viel wird. Wir entdecken wieder eine Oryxherde die aber dann fluechtet. Das nette ist das sie mit ihren Schwaenzen wedeln wenn sie fressen- sehr nett anzuschauen. Die Helden des Tierparks sehen wir leider nicht, welche sind: Loewen und Zebras. Am Weg sehen wir eine Schlange, Thomas meint eine sehr lange Raupe od. Wurm - naja er wird wohl recht haben, umzingelt von Fliegen. Danach macht mich Thomas darauf aufmerksam das sich Insekten zahlreich auf meiner Hose ausbreiten. Ihhhhhhhhhh..... gelbliche bremsenaehnliche Fliegen (Thomas dachte zuerst es sind Springspinnen), ich denke natuerlich zuerst an die Tsetsefliege... Thomas nimmt das gelassener, ich starte los und versuche sie mit Vatis Stofftaschentuch zu verscheuchen, wild um mich schlagend, denn die Viecher verschwinden nicht, schlagen wir uns durch die Savanne bis wir zurueck zum Hotel kommen. Thomas findets eher lustig, er meint die haetten schon gestochen, wenn sie das wollten. Mir ist das egal ich finde sie einfach nur grausig. Zurueck im Hotel bin ich etwas erschoepft und rot im Gesicht. Thomas findets noch immer lustig. Wir erzaehlen dem Hotelmanager davon, denn wir sehr moegen und er meint als erstes: Ohhhh dangerous.... wir beschreiben dann noch detaillierter und dann kommt er drauf das das "Camel flies" sind, "they are just having a rest on you". Trotz allem sie sind grauslich. Am Hotelgelaende gibt es einen Haushund, der aber eigentlich ein ziemlich maskuliner Ziegenbock ist. Thomas erinnert der Ziegenbock an Mitso und ist ihm sehr zugetan - da er jedoch aber auch von diesen Fliegen als Gefaehrt genuetzt wird, finde ich ihn nicht so toll. Am Abend schlafen wir fein, obwohl im Reisefuehrer gestanden ist, dass es hier mehr Moskitos und Malaria gibt, erspaehen wir keine Moskitos.

Freitag, 26.08.05
Wir schlafen lange, gehen dann fuehstuecken, gehen zum SwimmingPool, der jedoch nur von Kroeten bevoelkert wird, denn Wasser ist hier Mangelware und geniessen die geniale Aussicht, hier kommen 2 Canyons zusammen. Der Wind geht hier ziemlich stark. Ich setze mich hin und male, Thomas liegt im Wohnwagen und schlaeft. Der Wind weht mein steirisches Photo aus meinem Buecherl und weht es in den Swimming Pool - Skurril das jetzt steirische Gegend umgeben von Savanne hier schwimmt, das Photo geht auch nicht unter, sondern treibt im Kreis. Das photographiere ich und begebe mich dann auch in den Wohnwagen. Regentropfen erzeugen ein angenehmes Geraeusch am Wohnmobil... da kann man so richtig faul sein. Spaeter gehen wir wieder zum Swimmingpool - Thomas bewundert die Steiermark im Pool und vertont meine poetischen Erguesse. Dann setzen wir uns unter den Baum und SCHAUEN!!! Wie aus dem nichts, scheint aus dem Berg gegenueber ploetzlich eine Kamelkarawane zu kommen. Man sieht sie nur wenn man so wie wir sitzt und SCHAUT, denn sie hebt sich farblich kaum von Boden und Vegetation ab. Ca. 100 Kamele scheinen aus der Hoehle von AliBaba und die 40 Raeuber zu kommen. Wir singen dazu EAV: Wie eine Fatamorgana, so fern und doch so nah.... Weiters beobachten wir die Nomaden am Flussufer, die sogar den Fluss schwimmend ueberqueren. Am spaeteren Nachmittag wollen wir ebenfalls zum Flussufer, leider kann der TopKellner nicht der uns angeboten hat uns zu begleiten. Er wurde vom Chef zum Arbeiten eingeteilt, denn am Abend soll ein Bus mit Farenjis kommen. Daher beschliessen wir zu spaeterer Stunde selbst auf die Pirsch zu gehen. Jetzt gehen wir gleich querfeldein. Wieder bewaffenet mit Kamera, Stock und Pocketalarm. Wir gehen in die Richtung, die uns der Manager als Lionhouse beschrieben hat. Thomas wuerde gerne einen Loewen sehen, naja ich muss ja nicht unbedingt. Ausser den langschwaenzigen Voegeln, die nicht die Meister der hohen Flugkunst sind sehen wir nur eine sehr grosse Landschildkroete mitten in der Savanne. Sie wirkt etwas deplaziert, da wir ja eher Gazellen und Wartdogs (Wildschweine) erwarten. Naja nach dem es der einzige Fundus unserer Expedition ist wird sie auch mehrmals photographiert. Es trotz allem ein aufregendes Gefuehl so alleine durch den Nationalpark zu staksen, denn man weiss ja trotzdem nicht ob ploetzlich doch etwas gefressigere Tiere vor einem stehen koennten.
Als wir zurueckkommen sind die Touris bereits angekommen - wir verziehen uns wieder in die Savanne und geniessen den Sonnenuntergang, haben noch 2 Warthogs aufgeschreckt und lauschen dem Vogelgesang. Danach speisen wir nochmal ganz fein und begeben uns dann wieder in unseren Campingwagen.

Samstag, 27.08.08
VON AWASH NACH ADDIS ABEBA
Nach einer kurzen Diskussion mit dem Manager der 200 Birr von uns fuer den Transport nach Metahara will, fahren wir fuer 100 Birr nach Metahara und werden am Busbahnhof hinausgelassen. Auf der Fahrt durch den Nationalpark sehen wir die groesste Ansammlung von Oryx und einen Fuchs. Mit dem Bus gehts nach Nazareth und dann wechseln wir direkt in den Bus nach Addis Abeba, wo wir bereits am Nachmittag ankommen. Wir gehen essen und am Abend ins Kino: Wir sehen ein indisch pakistanische Bollywood Kriegs- Liebes Epos mit englischen Untertiteln. Beim Eingang wird man nach Waffen untersucht und ich muss meine Kamera und meine Stirnlampe abgehen, was mich nervt. Das Kino wirkt irgendwie Kommunistisch. Wir sitzen und warten noch 45 min. bis der Film beginnt. Wir sitzen auf der Galerie und verfolgen den Film der schmalztechnisch alle Stueckln spielt. Thomas findet ihn gar nicht mal so schlecht - ich find ihn lustig. Danach haben wir noch Hunger, bekommen aber nix mehr, um 10-11 klappen sie hier die Rolllaeden runter.

Sonntag, 28.08.2005
DER TAG AN DEM HANS KAM bzw. ein BILDERBUCH SONNTAG.
Nach dem wir sehr lange geschlafen haben und ein neues Fruehstueckslokal neben unserem Stammbeisel entdeckt haben. The Loyal Restaurant in der Churchill Road, fruehstuecken wir sehr fein und gehen dann zum Lufthansa Buero, dass sich in der Naehe des Bahnhofes befindet, um zu fragen ob ich mit dem Fugzeug heute Abend mitkomme. No Chance, war die niederschmetternde Antwort. Leider... Am Rueckweg kommen wir am Ambassador Kino vorbei und nachdem gerade ein Doublefeature beginnt beschliessen wir uns jetzt mal so richtig Kino reinzuziehen. Zuerst Elektra und dann Vermaechtnis der Tempelritter. So vergehen gleich einmal 5 Stunden. Wir werden wieder gefilzt ich muss wieder die Kamera abgeben, ich koennte ja mit einem 36er Film eine Raubkopie des Filmes machen. Wir sitzen wieder auf der Galerie in der ersten Reihe, die besagte Grapscherzone!! Denn die Aethiopier scheinen alle nachtblind zu sein, denn sie erkennen nicht ob jemand da sitzt oder nicht und grapschen sich daher durch die erste Reihe... da muss man sich schon verteidigen. Danach gehen wir wieder was essen und retten uns gerade noch ins Loyal Restaurant, denn schon wieder ein Wolkenbruch und Gewitter. Statistisch regenet es drei mal am Tag. Danach relaxen wir im Hotel und holen dann um 8 Uhr Hans vom Flughafen ab. Hier muss man sich sehr lange anstellen, damit man in den hochbewachten Flughafen kommt. All diese strengen Sicherheitsmassnahmen weisen schon auf eine nicht so richtig stabile politische Situation hin. Ich lege mich mit einen bewaffneten Sicherheitstyp an. Waehrend wir auf Hans warten versuche ich aus Interesse, ob ich nicht doch mit dem Flug mitgekommen waere und sie haetten mich mitgenommen grrr - hatte aber mein Zeug nicht mit. Als wir die letzten Meter vom Minibus zum Flughafen spaziert sind, sind wir an einer Schneewiese vorbeigegangen. Welcome Hans im subtropischen Afrika!!.. als Hans rauskam und wir ihn in die aethipischen Bierriten einfuehrten ging auch gleich noch ein schweres Gewitter nieder. Die Ankunft von Hans war wie Weihnachten und Ostern zu gleich, da er ausgefeilte wohlriechende Toilettartikel mit hatte und allerhand europaeisches Esszeugs.

Montag, 29.08.05
Wir schlafen wieder lange, gehen mittags fruehstuecken und erledigen einige Dinge. Da es wieder regnet, machen wir ein Nachmittagsschlaefchen und gehen dann bei schoenem Wetter spazieren Richtung Palast, der jedoch nicht besichtigt werden kann, da die Regierung in den Gebaeuden arbeitet. Auf dem Weg schliesst sich uns eine Huendin an, die uns selbst bei Verscheuchungsversuchen und Fuetterungsablenkungsversuchen nicht verlaesst und uns uerberall hin begleitet. Das findet so mancher Aethiopier recht lustig. Erst als wir 1,5 Stunden spaeter in die Minibus springen, nachdem wir ueber den 16 spurigen Highway sind, laesst sie den Kopf haengen und geht ihres Weges. Wir fahren zum Lonely Planet Inder, den auch andere Lonely Planet Leser entdeckt haben und speisen vorzueglich. Danach regnet es wieder - ich fahre zum Hotel zurueck und Hans und Thomas flanieren noch in der Bole Road, die ihm sympathischer ist als unser Graetzel. Als sie kommen erlegen wir noch Kakerlaken und eine Spinne mit deutschen Zeitungen und schlafen dann ein.

Dienstag, 30.08.05
Tagwache, meine Reisegefaehrten muessen zum Flughafen, um nach Axum zu fliegen. Gaehhhnnnnn.... schwer fuer Hans Langschlaefer.... doch er kann sich freuen es gibt 3 Zwischenstopps, dass heisst drei mal starten. So ich bin nun doch ein bisserl melancholisch, dass ich da in Addis zurueckbleibe, aber ich will ja nachhause und ich bin zuversichtlich morgen mit dem Flugzeug mitzukommen, denn sonst steig ich da auf die Barrikaden. Nachdem ausgiebigen Verabschieden lege ich mich wieder ins Bett und lese den Spiegel, geh dann wieder schlafen und wach erst wieder um die Mittagszeit auf. Ich gehe Essen und verbringe eigentlich den ganzen Tag lesend im Bett. Ich haette vielleicht noch ein Museum besuchen koennen, aber fuer was. Ausserdem regnet es ohne Unterlass. Die Waesche die ich zum Waschen gegeben habe wird einfach nicht trocken bei dem feuchtem Wetter. Grrrrr. Ich belausche 2 Aethiopier die sich auf Englisch unterhalten. Hast du eigentlich schon einmal bemerkt, dass die Touristen in Addis nie Laecheln. Sie sind nicht gluecklich in Addis. Weisst du warum? Antwort: "Because its boring!" Ja und sie haben recht. Es hat nicht viel schoene Seiten, keinen Stadtkern, es ist feucht nass und im Hotelzimmer miachtlts... man muss schon lange da sein um die Stadt lieben zu lernen. Vielleicht ist das auch moeglich und vielleicht hat diese Stadt einfach keine Chance von mir bekommen. Es gibt hier einfach nichts zu tun. Interessant waere vielleicht der Merkato der groesste Markt in Ostafrika, aber wenn es geregnet hat und man sich vorstellt, wie man mit den Sandalen im Schlamm versinkt, bleibt man dann doch lieber im Hotelzimmer und liest sich durch die deutsche Tagespolitik und lernt etwas ueber die Fortbewegung des Vogelgrippenvirus. So ist der Dienstag verstrichen.

Mittwoch, 31.08.2005
Juchuuuuuu! Ich hab einen bestaetigten Flug und sogar einen Fensterplatz. Die Muehe des staendigen Auftauchens im Lufthansabuero hat sich gelohnt. Danach war ich Fruehstuecken und ein paar Souvenirs kaufen. Ausser den schoenen Koerben gibts nicht nichts interessantes zum Einkaufen - keine schoenen Statuen - auch gut. So nun noch die Homepage aktualisieren. Ich hoffe nur das Thomas mein Erbe antreten wird und weiterschreiben wird, denn bis jetzt war ich die Tippse... Hoerst du Thomas.das ist ein Auftrag.. Ich frag mich gerade wo ihr seid - weiter aethiopische Hoehepunkte besichtigen. Und das ist es wirklich - ein phantastisches Land (abgesehen von Addis - wo man aber gut mit Pizza und Suppe rein ernaehrungstechnisch zwischentanken kann), es hat so viele unterschiedliche Landstriche, dass man manchmal das Gefuehl hat, man ist auf mehreren Kontinenten gleichzeitig unterwegs. Und es ist ein Land, wo ich mir vorstellen kann zurueckzukehren, denn mir fehlt noch die Nordhaelfte..... Trotzdem habe ich mich entschieden frueher zurueckzukehren, um noch die letzten 1,5 Wochen zu relaxen. Ich bin halt auch gerne in den heimatlichen Gefilden und das ist eine Wende die sich in der letzten Zeit abzeichnet. Gut so.. Na dann, bleibt mir nur noch Hans und Thomas eine schoene Reise zu wuenschen und meine minimalen amharisch Sprachkenntnisse, fuer ev. so manchen der sich begeistern kann auch mal hier her zu kommen, zu Verfuegung zu stellen.
Guten Tag!
Salam od. Salamatschu!
N'denana (fuer Maenner)
N'denaesch (fuer Frauen)
N'denanut (fuer Aeltere)
Od. N'demenut
Guten Morgen!
N'Demenataru! (fuer Aeltere)
N'demenatisch (fuer Frauen)
N'demenatok! (fuer Juengere)
Gute Nacht!
Denadari! (fuer Frauen)
Denadrr (fuer Maenner)
Denadaru (fuer Aeltere)
Danke!
Amasegganalu!
Bitte!
Awakot! (fuer Aeltere)
Awakot uerrdum (Pease help me)
Wie heisst du?
Manu saemehh?
Manu saemeh Awel.
Toilette
Shintibed
Zahlen bitte, Wieviel kostet?
Hisab
Kein Problem
Schegrillem!
OK (das wird staendig gesagt, meistens gleich 2x hintereinander)
Ischi ischi!


Zum Loswerden von Bettlern, Kindern und Strassenverkaeufern

Ich will nichts (kaufen).
Al falikm
Gott gibt dir. (klingt irgendwie sarkastisch, ist aber hoeflich und wird von den Aethiopiern benutzt)
Aegziaber jistillin!
Ich habe nichts (I don t have)
Jellem niem!

Zahlen
1-10: and, hulet, sost, arat, ammist, siddist, sabat, simint, dedeihjn, assir
20: haya
Liz am 31.8.05 14:21


Norden

Sp?t aber doch kommen die Eintr?ge von Hans und Toms Tour im Norden. Die letzten 2 Wochen kommen demn?chst ins Netz.

Montag, 29. August 2005

Wir schlafen bis ca. halb 10 Uhr und gehen dann ausgiebig im Loyal Cafe fr?hst?cken. Wie immer ist das Essen hervorragend. Hans kann hier zwar kein ?thiopisches Essen genie?en, aber daf?r fantastisches Fr?hst?ck. Danach marschieren wir durch die Stadt. Liz geht zur Lufthansa und versucht ihren Flug umzubuchen. Hans und ich gehen in der Zeit Geld umtauschen. Den restlichen Nachmittag verbringen wir faul um dann sp?ter durch die obere Stadt zu marschieren. Vorbei am K?nigspalast, barocke Kirche und dem luxuri?sen Sheratonhotel. Dabei begleitet und eine entz?ckende Hundedame, die ich am liebsten mit nach Hause nehmen m?chte. ?Leider? k?nnen wir sie nicht absch?tteln und so ist sie auf Schritt und Tritt dabei. Sie begleitet uns f?r Stunden und ?berquert selbst?ndig und sicher 8-spurige Stra?en. Schlie?lich springen wir in einem Minibus und sie blickt uns traurig hinterher.
Wir st?rken unsere Seele mit indischem Essen und Hans und ich wandern durch n?chtliche Addis hinauf zur Piaza. In der Nacht macht uns Liz dann noch einmal ihre Spinnenphobie deutlich.

Dienstag, 30. August 2005

Um vier Uhr fr?h klingelt der Wecker. Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, verabschieden wir uns von Liz. Hans und ich fahren dann um ? 5 zum Flughafen. Dort erfahren wir, dass unser Flieger anstatt um 7 Uhr erst um 10 Uhr startet. Wir geben unser Gep?ck ab, und spazieren zur?ck nach Addis. Interessant ist, dass die ganze Bole Road mit Milit?r ge?umt ist. An jeder Ecke und an jedem Laternenmast steht ein Uniformierter mit Waffe. Sp?ter sehen wir dann 4 Limousinen vorbeirauschen.
Unsere ?gewonnene? Zeit in Addis verbringen wir an der Bole Road, wo wir gem?tlich fr?hst?cken, Buna trinken und Z`gai kennenlernen, mit dem wir ?ber Weltpolitik ratschen. Er begleitet uns sp?ter noch ein St?ck und wir wandern zur?ck zum Flughafen.
Im Flughafen selbst hab ich mir bei der Kontrolle schon mal sicherheitshalber die Schuhe ausgezogen, weil die Kontrollen sehr stark sein sollen. Und ich war nicht der einzige der strumsockert durchs Terminal ging....
Um viertel nach 10 startet dann unser Flieger. Zuerst geht's nach Gondar, dann Lalibela und schlie?lich nach Axxum. In Gondar sehen wir, dass viele Felder von den Regenf?llen ?berschwemmt sind. In Lalibela fallen uns viele gelbe Blumen auf, und in Axxum tobt die Regenzeit. Da unsere Maschine nur sehr klein ist, sp?ren wir auch die Kr?fte der Natur sehr deutlich. Essen fliegt rum, die Leute schreien, und kurzzeitig sehe ich uns schon als Schlagzeile im ?Ethiopian Herald?. Schlie?lich landen wir doch noch sicher in Axxum. Daf?r warten am Flughafen schon jede Menge ?Schlepper?. Einer von dem Hotel, in das wir wollen, ist auch dabei. So d?sen wir f?r 10 Birr p.P. Ins Khalib Hotel. Da gerade ein Regenguss die Stra?e ziemlich nass macht, warten wir im Zimmer und erholen uns erst einmal. Danach gehen wir in ein Touristb?ro und kaufen die ?Tickets? f?r das historische Axxum. Ich als Student zahle nur 25 Birr, Hans das doppelte. Aber teuer ist es wirklich nicht.
Zuerst besichtigen wir den Stelenpark, von dem wir etwas entt?uscht sind. Daf?r gefallen uns die h?bschen hellblau/braun/roten V?gel sehr gut. Eine deutsche junge Reisegruppe bietet uns an mit ihnen die F?hrung zu machen. Wir lehnen aber ab und gehen weiter zum ?Bad der K?nigin von Saba?. Dieses Betonbecken mit Br?he entt?uscht uns noch mehr, und daher wandern wir hoc zum staatlichen Hotel und genie?en die Aussicht auf die Stadt.
Auffallend ist, dass extrem viele M?dchen traditionell gekleidet und eine sehr aufw?ndige Haartracht haben. Sie tragen viel Silber und Goldschmuck und haben Kaorimuscheln ins Haar geflochten. Sie sind an den Augen auch stark geschminkt und die Lippen sind extrem rot bemalt. Selbst kleine M?dchen sind schon so aufgebrezelt. Sp?ter erfahren wir, dass heute ein Frauentag ist. Sie sind auch in kleinen Gruppen unterwegs, und singen und trommeln und sammeln Geld. Gefeiert wird dann die ganze Nacht. Schade dass Liz das nicht mehr sehen konnte.
Sch?n sind auch die rie?igen uralten B?ume die auf einer Art Podest in der Mitte der Dorfpl?tze stehen.
Meiner einer geht dann wieder einmal zum Friseur und danach gehen wir (mit ?Unterst?tzung? der selbsternannten Guides) Bejainatu essen. Danach gibt's dann was von der Pastry von nebenan (sehr gut, mmmmmm).
Axxum als historische Stadt hat uns weniger gefalleb, daf?r ist es ganz angenehm und ruhig. Kaum bettelnde Kinder und kaum ?Ferenji? und ?You ? You? Rufe.

Mittwoch, 31. August 2005

Wir schlafen bis halb 8 und starten dann gegen halb 10. Wir wollen die Gr?ber besichtigen. Auf dem Weg dorthin gabeln wir den Chinesen auf, der in unserem Hotel wohnt. Er arbeitet zur Zeit f?r de UN und jammert ?ber deren B?rokratie.
In den K?nigsgr?bern f?hle ich mich wie Indiana Jones. Man bekommt kleine Kerzen und steigt dann mit diesen die Treppen in die Gruft hinab. ?ber den K?pfen huschen die Flederm?use hinweg und nur der Kerzenschein erleuchtet die Kammern. Man erkennt viele Wandmalereien und Verzierungen. Der Chinese selbst f?hlt sich nicht als Indiana Jones. Er hat Angst vor Flederm?usen und ist froh, als es wieder nach oben geht.
Wir verabschieden uns von unserem Begleiter (er muss zur?ck nach Addis) und wir wandern weiter Richtung H?gel. Durch eine Kuhherde durch treffen wir auf die ersten zwei Kinder. Sie wollen unbedingt fotografiert werden. Ich ?opfere? mich, daf?r wollen sie aber dann Geld oder Zuckerl. Nach einigem hin und her, gibt Hans ihnen Traubenzucker und sie sind zun?chst einmal zufriden, begleiten uns aber in etwas Abstand. Die landschaft ist wundersch?n. Alles ist saftig gr?n und im Hintergrund erheben sich Berge. Manche sehen aus wie ein Guglhupf. Nach der n?chsten Kurve vermehr sich die Kinderschar hinter uns schlagartig und wir f?hlen uns wieder wie der Rattenf?nger. Nur dass es keine Ratten sind, sondern Kinder, die st?ndig ?Photo Caramella? schreien. Vermutlich haben ihnen die zwei M?dchen von vorhin gefl?stert, dass sie f?rs Foto ein Caramella bekommen haben. Es folgt ein Chor mit ?Foto caramella? der uns f?r einige Zeit begleitet. Wir wandern an kleinen D?rfern vorbei uns bewundern die Kl?ster, die auf den Gipfeln der H?gel stehen. Unsere ?Rundtour? f?hrt uns dann wieder hinunter nach Axxum, wo wir noch ein mal geniales Bejainatu essen. Schlie?lich packen wir unsere Sachen und suchen ein Bus nach Shire. Es kommt auch gleich ein Minibus, der angeblich nach Shire will, aber komischerweise in die falsche Richtung f?hrt. Wir fragen 3 mal nach, aber es soll stimmen. Schlie?lich stopt der Minibus und wir steigen in einen gro?en Reisebus um, der in die richtige Richtung f?hrt und auch viel g?nstiger ist. Ich bin ganz begeistert, dass es in einen ?ffentlichen Bus so viel Platz gibt. Schlie?lich bin ich vom S?den anderes gewohnt. Daf?r kotzt direkt hinter Hans ein Passagier. Vorbei an wundersch?ner Landschaft, Tefffeldern und H?geln kommen wir nach etwa 2 Stunden nach Shire bzw. Inda Selasse. Dort zeigt uns die Regenzeit wieder, woher sie ihren Namen hat. Daher nehmen wir das erstbeste Hotel direkt am Busbahnhof. F?r 40 Birr wohnen wir sehr zentral, laut und mit Blick auf den Busbahnhof und die Shelltankstelle. Die Ger?usche der Stadt (Gehupe, Muezzin, Geschrei etc.) begleitet uns dann noch einige Zeit.
Am Abend spazieren wir durch den Ort. Der ist nicht gerade einladend und wir werden auch immer sehr komisch be?ugt. In einem Hotel bekommen wir Essen. Wir werden aber im ersten Stock in ein Hotelzimmer gef?hrt und dort wird uns das Essen serviert. Der Kellner, ein Lehrer, setzt sich zu uns und rascht und isst mit uns.
Die Nacht ist schw?l und ich schlafe kaum. Daf?r kann ich Moskitos jagen und unter meiner Bettdecke n?chtigt eine Kakerlake.

Donnerstag, 1. September 2005

Wieder einmal stehen wir um 5 Uhr auf, um gegen halb 6 vor den Toren des Busbahnhofs zu stehen. Komischerweise sind kaum Leute da. Eine blinde Frau singt eigenartige Lieder und bettelt um Geld. Gegen 6 Uhr wird es langsam voller und um viertel nach 6 wird die Meute langsam unruhig und beginnt zu rebellieren. Und zu regnen f?ngts auch an. Zum Gl?ck gehen die Tore dann doch auf, und ich renne mit vollen Gep?ck am R?cken zu den Bussen und suche unsere Busnummer. Hans f?r den die erste ?richtige? ?thiopische Buszeremonie ist, verliert mich im Get?mmel und findet mich dann bei einem der Busse wieder. Leider gibt es die Busnummer nicht, die auf unserem Busticket steht. Wir landen in einem anderen Bus, der auch nach Gondar fahren soll. Da dies ein staatlicher Bus ist, und die billiger sind, bekommen wir sogar Geld zur?ck.
Daf?r sind die Fenster so schmutzig, dass ich nicht nach drau?en sehen. Schade, weil die Landschaft soll gigantisch sein. Ich putze mit einem Tuch das schlimmste weg und hab so etwas Sicht nach drau?en. Sp?ter macht sogar der Konduktor das Fenster richtig sauber.
Die Landschaft ist zun?chst flach, gr?n und ?bers??t mit verrosteten Panzern vom Eritrea Krieg. Dann endet das 1800 m hohe Plateau j?h, und f?llt dann steil und steinig ab. In den n?chsten Stunden geht's dann rauf und runter. Zwischendurch wieder ?ber eine Br?cke und immer wieder Wasserf?lle und gigantische und atemberaubende Aussichten. Die Berge sind total unterschiedlich. Manche sind steil und spitz, andere flach und eckig.
Ab Adi arkay windet sich die Stra?e haarnadelm??ig nach oben. Direkt neben der Stra?e geht es viele 100 meter fast senkrecht hinab. Wir fahren bei einem LKW vorbei, der wohl zu schnell unterwegs war, und zu einem Drittel ?ber dem Abgrund h?ngen blieb.
Schlie?lich erreichen wir die Wolken und ich sehe nichts mehr. Hat ja auch seine Vorteile wenn man nicht sieht wie weit es nebenan runter geht....
In Debran haben wir den Simienpark durchquert. Wir kaufen uns noch Kollo, und teilen mit den Nonnen im Bus. Eine der beiden schnappt sich gleich die H?lfte von unserem Zeug.
Nach kanpp 2 Stunden erreichen wir dann Gondar. Wir lassen uns zum Corcle Hotel ?schleppen? und schwelgen im Luxus in einem Zimmer mit Dusche, Balkon und TV (f?r 100 Birr).
Am Abend essen wir noch ein wenig im Hotel, und schauen fern.

Freitag, 2 September 2005

Wir genie?en es lange zu schlafen und fern zu sehen. Um halb 10 schlie?lich fr?hst?cken wir im Hotel. Vorm Hotel wartet schon wieder unser Schlepper von gestern und hofft darauf uns guiden zu d?rfen. Wir wimmeln ihn vorerst ab und buchen um Zeit zu sparen bei Ethiopian Airlines zwei weitere Fl?ge (Gondar ? Lalibela und Lalibela ? Bahar Dar). Beide Fl?ge kosten 112 USD. Im Vergleich zum Bus nat?rlich viel Geld, aber daf?r sparen wir uns viele Tage im Bus und gewinnen so noch die Zeit um am Ende der Reise noch in den S?den zu fahren.
Ganz ohne Guide wandern wir zur Debre Behan Selassie Kirche. Diese ist ururalt und innen wundersch?n bunt bemalt. Kurz nach unserem Besuch wird sie aber geschlossen, weil eine Messe beginnt. Pech f?r die Amis, die mit Gari zur Kirche hinaufd?sen. Wir gehen abseits der Stra?e zur?ck richtung Gondar. Dort werden wir von einer Familie zu Talle eingeladen. Es ist das lokale Bier und schmeckt angenehm erdig ? s?uerlich. Optisch erinnert es eher an eine gr?n-braune Teichbr?he. Wir trinken zur Freude der Familie gleich 2 Gl?ser. Daf?r zeige ich ihnen meine Salzburg Mini-Dias die auch hier wieder der Renner sind. Nebenbei kann ich noch zuschauen wie Injera gemacht wird. Eine Tochter der Familie ist geistig behindert. Bei der Verabschiedung f?llt sie mir um den Hals, busselt mich ab und begrabscht mich ein wenig (O-Ton der Familie ?She`s crazy?).
Wir marschieren weiter und umrunden den Palastbezirk und landen dann in einem wundersch?n traditionell hergerichteten Restaurant (gegen?ber dem Palasteingang). Vermutlich ist es auf Touris ausgelegt. Wir sind aber in den Tagen in Gondar ?fter drinn, und sehen eigentlich nur Einheimische. Naja, jedenfalls schmeckt das Essen hervorragend, daf?r kostet das Bejainatu auch 15 Birr. Der Boden des Lokals ist mit frisch geschnittenem Gras ausgelegt und die Hausgans watschelt auch durch die gute Stube.
Frisch gest?rkt lege ich Kopf und Gurgel wieder einmal in starke H?nde. Frisch geschoren finde ich dann auch noch ein Internetcafe, wobei das E-Mailen gerade nicht funktioniert.
Daher wschen wir ein paar Kleidungsst?cke, schauen komische Sachen im TV, t?ten Kakerlaken, erfahren ?ber die Flutkatastropge in New Orleans und Hans genie?t das Stadtleben vom Balkon aus.
Am Abend gehen wir in die ?In-Kneipe? von Gondar. Wir bekommen gerade noch einen Platz, drau?en an der Stra?e neben der Tankstelle. Da gerade ein Bagger geliefert wird, ist nat?rlich m?chtig viel zu sehen. Das Bejainatu schmeckt wieder fantastisch. Mjam Mjam.

Samstag, 3. September 2005

Nach einem gem?tlichen Fr?hst?ck im Hotel tauschen wir Geld und besuchen dann den Gemp (Palast) von Gondar. Der Palast ist zum Teil noch sehr gut erhalten. Das ganze Gel?nde ist rie?ig. Es gibt jede Menge toller Geb?ude zu besichtigen. Und das sch?nste ist, es sind so gut wie keine Touris. Und so haben wir im Gel?nde endlich Ruhe. Und Kinder d?rfen auch keine rein, und das ist ab und zu ganz angenehm.
Mittags speisen wir wieder im traditionellen Restaurant. Am fr?hen Nachmittag ?buchen? wir einen Guide. Wir vereinbaren kein Bargeld, daf?r bekommt er ein English-Amharic W?rterbuch (er w?nscht sich das). Zuerst schauen wir uns die Ruinen von Kusquam an. Ein alter Priester begleitet uns durch das sch?ne und hoch gelegene Gel?nde. Er zeigt uns viele Verzierungen an den Mauern. Es stehen auch uralte hohe B?ume im Gel?nde und hoch oben streiten 2 riesige V?gel miteinander. An einem Baum m?ssen wir einen Umweg machen, weil in diesem ein agressives Bienenvolk lebt.
Schlie?lich d?rfen wir (ohne Schuhe nat?rlich) die Kirche betreten. Der Priester f?hrt uns in die Gruft hinab und zeigt und 3 Skelette (Kaiser Mentewab und sein Sohn und Kaiser Iyoas). In einem Raum dar?ber ist ein zerlegtes Bett sowie einige Gef??e. Einer unserer (zahlreichen unbekannten und ungebeteten) Begleiter geht dabei ziemlich schroff mit den alten Sachen um. Die Kirche selbst ist sehr bunt und sch?n bemalt.
Wieder drau?en angekommen m?chte ich dem Priester Bild von Salzburg zeigen. Dude ist total angetan von dem Bilderkasten und will es dann gar nicht mehr hergeben. Die n?chsten Stunden bzw. den n?chsten Tag wird er nichts unversucht lassen, um es wieder zu bekommen, bzw. mich zu ?berzeugen, dass ich es ihm einfach schenken muss.
Bei der Kirche treffen wir auch eine junge Touristin aus M?nchen, die gerade in Addis ein Praktikum macht. Beim Hinuntergehen sprechen Hans und mich zwei ?thiopische M?dchen an, die viel ?ber unser Land wissen wollen. Wir geben ihnen nat?rlich Auskunft ?ber alles was sie wissen wollen.
Wieder unten angekommen ?berqueren wir einen Flu?, in dessen Gumpen sich ein paar Leute gerade Baden.
Unser n?chstes Ziel ist das ?Bad des Fasilidas?. Es ist ein kleines Wasserschloss. Rund um die Wasserbecken ist eine Steinmauer, auf der alte B?ume wachsen und mit deren Wurzeln die Mauern umschlingen. Das Schloss in der Mitte ist leider nicht zug?nglich. Wasser wird nur ab und zu in der Becken geleitet. Zum Timkatfest zum Beispiel. Dann werden auch Kinder in dem Wasser getauft.
Danach gehen wir noch auf den Merkato von Gondar und kaufen uns sch?ne T?cher. Wie ?blich sind wir umringt von einer Traube von Kinder, die zwischendurch ziemlich anstrengend sind. Die Moschee wollten wir gerne l?nger anschauen, aber die Kinder sind einfach zu pr?sent und viel. Daher ?bezahlen? unseren Guide, fl?chten zur?ck ins Hotel, und erholen uns erst einmal.
Hans setzt sich wieder einige Zeit am Balkon und genie?t das Leben in Gondar.
Am Abend gehen wir wieder in die In-Kneipe (Ras) essen. Was wr nicht wussten, das es hinten auch noch Pl?tze gibt. Daf?r gibt es nur Fleisch, und Hans isst Doro Wot. Begleitet werden wir von einem Publizistik Studenten der einfach ratschen m?chte. Wir freuen uns auch ?ber die angenehme Gesellschaft und die Infos von ihm. Danach gehen wir wieder ins traditionelle Restaurant und ich bekomme auch noch meine Fastenspeise.
Tom am 11.12.05 23:00


Der letzte Abschnitt

Donnerstag, 15.September 2005

Gen?sslich schlafen wir bis halb 8 in der fr?h. Hans hat a bisl Durchfall und f?hlt sich etwas ger?dert. Wir tr?deln gem?tlich rum, wechseln Geld und fr?hst?cken im Pastry. Dazu gibts wieder frisch gepressten Fruchtsaft. Hier in Nazret gibt es relativ viele Bettler, Bed?rftige, Kranke und Behinderte. Ein Mann liegt auf dem Bauch, die Arme und Beine an den Seiten weggespreizt. Er liegt da wie ein Frosch. Er bewegt sich kaum und sein Gesicht ist auch nicht zu sehen. Szenen wie diese kommen einem hier immer wieder unter.
F?r 4 Birr p.P. nehmen wir einen Minibus zur?ck nach Mojo. F?rs Gep?ck verrechnen sie uns allerdings wieder 10 Birr. Wieder einmal gibts heftige Diskussionen. Die Leute im Bus diskuttieren auch mit und sind auf unserer Seite. Im Endefekt ?ndert sich aber nichts am Preis. Daf?r werden wir in Mojo direkt von einem Minibus in einen anderen nach Zway verfrachtet. Diese Strecke kostet uns 12 Birr p.P. Im Minibus sitzen wir ganz vorne beim Fahrer. Der ist sehr gespr?chig und erz?hlt uns vieles ?ber die Leute und die Gegend hier. In Zway soll es ein Gef?ngnis geben, in dem fast ausschlie?lich Oppositionelle inhaftiert sind. Gr?nde f?r die Haft gibts keine, au?er da? sie Oppositionelle sind. Der Fahrer erz?hlt uns auch, dass es vermutlich kaum Leute gibt die die konservative Regierung gew?hlt haben. Aber durch den Wahlbetrug wollen sie so lange es geht an der Macht bleiben. Er erz?hlt uns auch, da? man aufpassen muss mit wem man spricht. Auch wenn fast alle Anh?nger der Opposition sind, kann es passieren dass man angeschw?rzt wird. Er selbst kennt auch viele Leute, die einfach verpr?gelt wurden.
Die neue (und im Sommer 2005 noch hervorragende) Rift Valley Road ist auch ein eigenes Kapitel. Alle paar Kilometer, m?ssen Busfahrer, LKW-Fahrer und Minibusfahrer eine Art Maut zahlen. Die Maut betr?gt f?r einen Minibus zwischen Mojo und Zway (knapp 2 Stunden Fahrt) 7,5 Birr. Das ganze pro Strecke. Das Geld wird von Beamten und Politikern der Gegend kassiert und dient deren privaten Verm?gen. Das Geld sollte eigentlich f?r den Erhalt der (von der EU finanzierten) Stra?e dienen. Leider ist die Korruption immer noch ein gro?es Problem.
In Zway nehmen wir ein Zimmer im Brothers Hotel. Das DZ kostet hier 32 Birr, mit Klo und Dusche (der ersten wirklich hei?en ?brigens!!!). Wir packen erst mal gem?tlich aus, waschen W?sche und freuen uns ?ber das afrikanische trockene Klima hier im Rift Valley. Das Mittagessen besteht f?r mich aus Shiro und Ingera, Hans bekommt Kay Wot. Einen Tisch weiter sitzt eine belgische Touristin. Sie ist mit einem Guide allein unterwegs, und kommt gerade vom S?den (Hamar, Konso, Mursi). Sie erz?hlt uns, dass sie im Lake Abiata N.P. im Matsch sehr tief eingesunken ist. Erst gegen eine Spende von 100 Birr erkl?rten sich die anwesenden Leute bereit ihr zu helfen.
Ich spazierene sp?ter allein ein wenig durch den Ort. Es ist interessant, dieser Ort war der erste, an dem Liz und ich auf unserer Bustour nach Konso mit dem Bus einen Halt gemacht haben. Damals wirkte der Ort extrem hektisch und unsympatisch auf uns. Jetzt bewirkt er eigentlich genau das Gegenteil. In einer Seitenstra?e sprechen mich zwei M?nner an. Sie fragen mich sehr interessiert ?ber meine Heimat aus. Da Gespr?ch dauert ziemlich lange und am Ende bin ich umringt von 10 anderen Leuten die einfach nur zuh?ren.
Schlie?lich spaziere ich weiter und suche einen Musikladen. Im ersten Laden wecke ich die Besitzerin auf. Leider hat sie keine Musik von Teddy Tewodros auf CD. Ich klappere noch zwei weiter L?den ab. ?berall das selbe Leid. Ich entschlie?e mich dann doch, eine Kassette von ihm zu kaufen. F?nf Minuten sp?ter komme ich an einen anderen Laden vorbei. Der hat CD`s von Teddy und Aster Aweke. Mit wei CD`s und einer Kassette gehe ich zufrieden ins Hotel zur?ck.
Eine Stunde vor Sonnenuntergang spazieren Hans und ich zum See. Unmittelbar davor haben wir uns noch kr?ftig mit Moskitolotion eingecremt. Trotz See, viel Sumpf, und Regenzeit gibts aber keine Moskitos. Naja, uns isses nat?rlich recht. Am See ist ein kleiner Hafen. Obwohl es ja nur ein aufgesch?tteter Weg ist, aber immerhin. Am "Hafen" angeln einige Leute, andere kommen gerade vom See zur?ck, und wieder andere - wir - halten nach den V?geln ausschau. Von denen gibts hier wirklich jede Menge, und auch in den sch?nsten Farben und Formen. Die Stimmung ist traumhaft. Die Sonne geht langsam unter, der See der vor sich hin funkelt, und weit hinten eine Gewitterfront. Leider spricht uns ein komischer Mann an, den wir kaum verstehen. Wir "fl?chten" zur?ck ins Zentrum. Aber er bleibt tapfer bei uns. Irgendwie konnten wir ihn dann doch noch absch?tteln.
Da uns mittlerweile der Hunger plagt, und unser Guidebook das "Tourist Hotel" empfiehlt, stapfen wir auch dort hin. Der Garten ist ganz nett, aber die Atmosph?re ist irgendwie eingenartig. Wir bestellen unsere Getr?nke und unser Essen. In drei Etappen kommt die Bedienung immer wieder zur?ck, um uns mitzuteilen, was es nicht gibt. Am Ende bleibt eigentlich nichts mehr ?brig und wir gehen. An der Bar lungern mehrere ziemlich aufgebrezelte M?dels rum. Wir sind mal wieder in einem Bordell gelandet.
Zum Gl?ck ist gleich auf der anderen Stra?enseite das "Touring Hotel". Das ist mit Einheimischen voll, und wir f?hlen uns gleich wieder wohl. Das Essen ist hervorragend, es gibt sogar Bejainatu. Beim Heimgehen setzt bei mir die Verdauung ziemlich akut ein, und ich muss mich doch etwas beeilen. Es geht aber noch mal alles gut. Im Zimmer d?sen wir dann ein wenig vor uns hin und ich schrecke pl?tzlich von einem leisen brumm-surr Ger?usch auf. Eine Monster Kakerlake von sicher 8 cm Gr??e fliegt durchs Zimmer und landet ausgerechnet auf meinem Schlafsack in dem ich gerade ged?st habe. Dank Liz` "Coach-Killer Training" war es der letzte Flug des Insekts. In uns werden Erinnerungen an Nazret wieder sehr lebendig. In Nazret warens Massen an Kakerlaken, aber daf?r nicht so gro? wie hier. Was wenn es hier auch solche Massen sind, und dann noch so gro? ??????
Ein Blick im Zimmer beruhigt uns aber vorerst. Keine weiteren ungebetenen G?ste. Als ich dann aber vor die T?re gehe (wir wohnen ebenerdig in einer Art Motel) sehe ich, dass drau?en jede Menge der riesigen K?fer rumlaufen. Wir dichten unsere Fenster und T?ren Roach-proof ab, spr?hen einen Giftkreis rund ums Zimmer und schlafen beruhigt ein.

Freitag, 16. September 2005

Bis 8 Uhr in der fr?h bleiben wir im Bett. Wir lesen, duschen uns und machen uns dann fertig. Ein Blick vor die T?r zeigt uns die Spuren der Nacht. Jede Menge totgetrampelter Kakerlaken liegen im Hof. Okay, es sind nicht die Massen wir in Nazret, aber allein schon durch ihre Gr??e sind die ca. 20 toten Exemplare sehr beeindruckend. Wir schlendern zu einem der vielen Pastrys. Dort gibts die wohl besten ?thiopischen S??speisen. Leider wei? ich den Namen nicht mehr, aber ich w?rd auf jeden Fall wieder hinfinden. Frisch gepressten Saft dazu, ja so kann der Tag kommen. Wieder einmal gehe ich zum Friseur und lasse mich rasieren. Hier kostet die Rasur sogar nur unglaubliche 2 Birr. Das Rasieren und Haareschneiden ist schon etwas das ich sehr genossen habe. Es ist eher ungew?hnlich dass Ferenjis dort hin kommen kommen, uns bietet es aber die super M?glichkeit mit den Leuten ins Gespr?ch zu kommen. Schade dass es bei uns diese "Friseur" Kultur nicht so gibt.
Wieder einmal faulenzen wir nach unserem anstrengenden Vormittagsprogramm (ja wir werden schon faul, oder alt?). Geschw?cht von dem "umfangreichen" Morgenprogramm landen wir wieder im Touring Hotel und essen wieder einmal hervorragend.
Am Nachmittag starten wir dann unsere gro?e Tour zum See. Wir spazieren an einem der gr??eren Wege die am See entlang f?hren. Wieder sehen wir tolle V?gel, Eisv?gel und Seeadler. Nat?rlich sind wir f?r alle "Habeshas" wieder der Lacher, es kommen ja nicht wirklich viel Ferenjis hier vorbei. An einen wundersch?nen Platz, mit uraltem Baum, direkt am Wasser, "entsorge" ich wieder eines meiner T-Shirts. Dies war eines meiner Lieblings T-Shirts und ich habe es mir vor 8 Jahren in Zimbabwe gekauft. Jetzt kehrt es wieder zur?ck nach Afrika, und hofft dort auf zweites Leben bei einem neuen Besitzer.
Der See reicht momentan etwas ?ber seine Ufer hinaus. In den ?berschwemmten Wiesen stehen Rinder und waten durchs Wasser. Wir m?ssen daf?r einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Wir kommen durch ein kleines Dorf, ?berqueren den Bulsha River dessen Verlauf wir dann bis zu seinem Ursprung im Zway Lake folgen. Der Flu? flie?t dann weiter Richtung Lake Abiata im Rift Valley. Am Ursprung des Sees baden jede Menge Leute. Viele waschen ihre W?sche. In unmittelbarer N?he tummelt sich auch eine Flu?pferd Herde. Am Ufer entlang stehen riesige uralte knorrige B?ume. Die wachsen in allen m?glichen und unm?glichen Richtungen. Auf unserem Weg zur Halbinsel sind wir mal wieder wie die "Rattenf?nger von Hammeln". Eine Traube junger M?nner heftet sich uns auf die Fersen und will alles m?gliche ?ber uns wissen. Auch wenn es total nett ist, aber manchmal will man einfach nur allein sein, und die Ruhe und Gegend genie?en. Das ist leider nur seltenst der Fall.
Im See wachsen Seerosen, Wasserv?gel stelzen durchs seichte Wasser, Papyrus w?chst, und auf dem See ziehen Fischer ihre Kreise. Auf der Halbinsel tollt eine Gruppe Affen in den B?umen und am Weg entlang des Ufers schrecken wir ein kleines Krokodil auf das dann ins Wasser fl?chtet. Angeblich soll es auf dieser Halbinsel auch Kobras geben. Gesehen haben wir allerdings keine.
Auf der Halbinsel l?dt ein wunderbarer Platz mit riesigen Steinen zum Seele baumeln ein. Die Aussicht ist phantastisch. Dummerweise sind etwa 15 junge Burschen dabei, und f?r die ist das doch etwas ungew?hnlich.
Nach ein paar Minuten "Genu?blick" wandern wir wieder zur?ck. Wie ?blich werden wir um Geld oder Adressen gefragt. Und wie leider so ?blich gleicht sich die Ablauf auch. Freundliches "zwangloses" Kennenlernen - ?ber vieles Sprechen - Geld und Adressen erfragen. Ich muss aber auch sagen, dass jeder eigentlich sehr verst?ndnissvoll reagiert wenn man nichts gibt.
Wir nehmen den gleichen Weg zur?ck. Die Nilpferde die vorhin noch im Wasser waren, sind jetzt weiter am Ufer und schlagen sich die B?uche voll. Zwei von ihnen k?mpfen kurz miteinandern. Einer unserer "Begleiter" m?chte uns mit einem Boot ganz nahe an die Herde bringen. Wir lehnen aber dankend ab.
Wir genie?en die Szenerie vom Ufer aus auch. Ein wirklich ungew?hnliches Bild. Jede Menge Rinder, Esel und dazwischen Fischer und mitten drinn die Hippos. Da es schon langsam zu d?mmern beginnt, nehmen wir f?r den R?ckweg ein Gari (2 Birr). Wie alle Pferde der Garis in Zway, ist dieses auch sehr mager, hat aber im Gegensatz zu vielen anderen keine offenen Wunden.
Die Fahrt zur?ck nach Zway ist unbeschreiblich sch?n. Die rhytmischen Gl?ckchen des Garis, untermal von "You-You" Rufen und die sch?ne Landschaft in der Abendsonne. Wir sehen drei verschiedene Arten von Eisv?geln (gelb-gr?n, schwarz-wei?, orange-blau), Schwarzst?rche, Fisch- und Kuhreiher, Fischadler und ein lila-oranger Vogel.
Wieder im Ort angelangt trinken wir einen frisch gepressten Orangensaft und plaudern mit einem Lehrer. Zwecks Abschied vom S?den speisen wir noch einmal im Touring Hotel und in dem guten Pastry gibts wieder eine wunderbare Nachspeise. Ab 8 Uhr abends versiegeln wir unser Zimmer wieder "Roach-proof" und beobachten vom Fenster aus das lustige Treiben der riesigen braunen "K?ferchen" im Hof.

Samstag, 17.September 2005

Wir schlafen bis halb 8, richten uns gem?tlich zamm und gegen halb 9 schlendern wir vol bepackt auf die Hauptstra?e vor. Knappe 10 Minuten sp?ter sitzen wir auch schon in einem Bus nach Addis. Auf der Fahrt packt mich dann doch die Melancholie. Irgendwie ging das dann doch etwas sehr schnell. Und morgen abend geht dann auch schon der Flieger, und dann hei?t es bye-bye Ethiopia f?r die n?chsten 1,5 Jahre.
Das Rift Valley zeigt sich noch einmal von seiner sch?nsten Seite. Sch?ne Savannen Landschaft, reife Getreidefelder und jede Menge ?thiopischen Leben. Wie ein Schwamm versuche ich noch die ganzen Eindr?cke aufzusaugen.
Mittags sind wir dann auch schon in Addis. Wir sind total ?berascht wie viele Touristen auf einmal unterwegs sind. Man merkt eben doch das Ende der Regenzeit und den Beginn der Touristensaison.
Wir fahren wieder hinauf zur Piazza. Das Baro Hotel h?tte leider erst ab 8 Uhr abends ein Zimmer f?r uns. Das ist uns eindeutig zu lange und so gehen wir zur gegen?berliegenden Konkurenz ins Wutma. Liz und ich waren dort ja die ersten beiden N?chte in Addis. Wir waren aber nicht wirklich begeistert, aber es war okay. Jetzt stellt sich allerdings raus, dass das Wutma doch gr??er ist als gedacht. Im ersten Stock gibts viele kleiner und feiner Zimmer. Zwecks Platzbedarf und Zimmergr??e leisten wir uns dann zwei Einzelzimmer f?r je 60 Birr. Im Hotel selbst sind viele Touristen mit denen wir auch ein wenig plaudern.
Bevor wir zum Mercato starten gehen wir noch einmal in die gute Pizzeria in der N?he. Am Mercato laufen wir zuerst irgendwo rein ohne genau zu wissen wohin. Wir folgen einfach den Leuten. Dann finden wir auch die Sachen die f?r uns (Touristen) interessant sind. Ich kaufe noch einiges an Geschirr, und kleine Dosen aus Stroh, 3 gr??ere Lederbilder, sowie D?fte und Gew?rze. Hans kauft einen Ingera Basket und einen sch?nen Weihrauchkessel. Leider bekommen wir keinen Teff. Der soll ganz woanders am Mercato zu finden sein, und dort finden wir nat?rlich nicht hin, und fragen wollen wir auch niemand. Sicherlich haben wir f?r so manches ?berh?hte Preise gezahlt, aber vermutlich viel g?nstiger als an der Hauptstra?e in Addis.
Auf dem Heimweg zum Hotel ?berascht uns wieder einmal der typische Addis-Regen. Es sch?ttet wie aus K?beln. Zum Gl?ck sind wir genau bei einem English-Bookshop und k?nnen dort die halbe Stunde Regen gut ?bertauchen. Zur?ck im Hotel verstauen wir unsere Sch?tze und begeben uns in die virtuelle Welt des Cyberspace. Ich w?rde gerne SMS via Internet schicken, aber irgend etwas geht nicht. Zum Abendessen gehen wir in ein ?thiopisch-arabisches Restaurant oben am Piazza. Es ist gesteckt voll aber gl?cklicherweise wird gerade ein Tisch frei. Hans ist Schaf-Kofta und ich die Fleischlosen. Das Essen ist super gut. Zu uns am Tisch setzen sich dann noch 3 ?thiopier mit denen wir noch ein wenig ratschen. Zwecks Verdauungsspaziergang schlendern wir noch durch den kleinen Markt bei uns, der allerdings gerade zu sperrt. Hier g?bs jede Menge sch?ner und g?nstiger Schuhe.
Da es noch nicht sehr sp?t ist und wir wieder ein verstecktes Kino finden (das dritte in Addis) sehen wir uns noch die letzten 15 Minuten von "Unfaithfull" mit Richard Gere an. Doch der Film l?uft nonstop und so schauen wir den Film noch einmal an. Nach dem Kino trotten wir durch die belebte und laute Nacht aufs Zimmer zur?ck. Dort empf?ngt uns Teddy Tewodros musikalisch und eine kleine Kakerlake lauert ?ber meinem Bett.

Sonntag, 18.September 2005

Unser letzter Tag in ?thiopien beginnt f?r mich um halb 8. Ich wecke Hans, der aber schon wach war. Nach einer kalten Dusche beginnen wir unser ganzes Zeugs einzupacken (die letzten Tage haben unser Gep?ck alles andere als reduziert). Am Ende ist mein Rucksack sauschwer und wiegt 22 kg. Der von Hans hat 18 kg. Wir hinterlegen unsere Rucks?cke in der Reception und gehen ins Loyal Bakery fr?hst?cken. Gl?cklicherweise hat der Supermarkt dort auch offen, und ich kann mir noch 3 kg Teff (5 Birr/kg) kaufen. Da wir auf ein Addis-Abeba Touristen Programm keine Lust haben, mischen wir uns wieder ins Volk und gehen wieder einmal ins Kino. Im Ambassador laufen ab 11 Uhr "The Notebook" und danach "Matrix Reloaded". "The Notebook" ist eine wundersch?ne Romanze die wirklich sehr zu empfehlen ist. "Matrix Reloaded" ist dagegen das absolute Kontrastprogramm. Aber eigentlich gehts ja nicht um die Filme sondern auch um das Kino Erlebnis in Addis und nat?rlich auch um die Zeit bis zum Abflug totzuschlagen. Witzig war, dass beim Happy End vom ersten Film wieder alle Leute im Kino geklatscht haben. Schade, dass bei uns Kino so emotionslos abl?uft.
Um halb vier investieren wir unsere letzten gr??eren Geldbetr?ge noch in eine Pizza und Salat. Am sp?ten Nachmittag schlendern wir noch ?ber den kleinen Markt bei der Piazza und entdecken eine wundersch?ne gro?e Barockkirche die in einem kleinen aber sehr sch?nen Park liegt. Da gerade eine Messe ist, sind viele Leute unterwegs. Ein junger Mann gesellt sich wieder zu uns und beginnt mit uns zu reden. Ich k?mpfe gerade gegen meine Abschieds-Melancholie an und schlie?e mich daher von den Gespr?chen aus. Eine alte Frau schimpft im Vorbeigehen ?ber "Ferenjis", auch das geh?rt dazu.
Ich lasse mir meine Bergstiefel noch einmal professionell putzen und danach gehen wir ein letztes Mal in das ?tthiopisch-arabische Restaurant.
Wieder zur?ck im Hotel wollen wir unsere Rucks?cke aus der Reception holen. Scheinbar haben die Kakerlaken des Hotels gefallen an unserem Gep?ck gefunden. Eine ganze Mannschaft tollt auf (und vermutlich auch in) unseren Rucks?cken herum. Wir s?ubern unser Gep?ck so weit es geht und machen uns auf die Socken. 30 Birr haben wir noch, die wir in ein Taxi zum Flughafen investieren. An einer roten Ampel in der Churchill Road klopft ein Bettler an unser Fenster. Beim n?heren Hinsehen sehen wir, dass er an einer Hand mindestens 10 Finger hat.
Das Eintreten in den Flughafen Terminal geht sehr z?gig. Viel einfacher als damals, als wir Hans nur am Flughafen abholen wollten. Das Gep?ck ist auch rasch eingecheckt (zusammen genau 40 kg) und wir kaufen uns die Ausreisesteuermarken f?r 20 US-Dollar. Noch ein letztes Mal gehen wir kurz hinaus ins Freie um dann endg?ltig im Duty Free "internationalen Boden" zu betreten. Die Zeit bis zum Flug (23:15) verbringen wir in einer Bar (mit einer Cola und ein paar Kollos) beim CNN schauen. Hier werden wir rasch wieder auf Daheim vorbereitet. Die Wahlen in Deutschland waren heute, und jetzt gibt es Analysen, Berichte, Hintergrund usw. Hans ist ganz aus dem H?uschen weil das Wahlergebnis am Anfang sehr unsicher war.
Ziemlich p?nktlich (naja, Deutsche Lufthansa) heben wir dann vom ?thiopischen Boden ab und fliegen in den...

Montag, 19 September 2005

Der Flug verl?uft ziemlich normal. Wir erkennen den Nasser Stausee und auf der H?he von Dubrovnik umfliegen wir eine gewaltige Gewitterzone. Von oben sieht es sehr beeindruckend aus. In der Nacht erhellen die Blitze die Wolken. Wir wollen uns gar nicht vorstellen wie da unten jetzt das Gewitter w?ten muss. Jede Sekunde jagt ein Blitz den anderen.
Mit deutscher P?nktlichkeit landen wir in Frankfurt. Wir sind entt?uscht ?ber die langweiligen Blicke der ganzen Leute. Nach 3 Stunden Aufenthalt fliegen wir von Frankfurt Richtung Heimat. Im Flieger sitzt sogar ein Mann, der schon im Addis Flieger war. Die Flugroute geht ?ber Landsberg/Lech, Landshut und Burghausen und dann ?ber die Antheringer Au (?si-Afrika). Um 10 Uhr landen wir in Salzburg.
Dort holen uns meine Eltern ab. Mitso ist nat?rlich auch dabei und ist total aufgeregt und aus dem H?uschen. Vor lauter Freude bellt er den halben Flughafen zusammen.
Alles geht dann sehr schnell. Rein ins saubere Auto, keine Schlagl?cher in der Stra?e und jede Menge Werbeplakate statt Wellblech. Daheim angekommen packe ich alle meine Sch?tze aus. Bis auf ein paar kleine Blessuren sind fast alle Tonsachen heil angekommen. Da ich auch einige Sachen bei Hans eingepackt habe, f?ngt er auch an, die Sachen auszupacken. Doch leider hat er mehr mitgenommen als er eingepackt hat. Eine mittelgro?e Kakerlake hat sich illegalerweise als blinder Passagier in die EU geschlichen. Ein letztes Mal kann ich meine duch Liz erworbene "kill-the-Roach"-Kunst unter Beweis stellen und bef?rdere den ungebetenen Gast ziemlich rasch ?ber den Jordan. Sicherheitshalber kontrollieren wir dann unser gesamtes Gep?ck peinlich genau, um ja keine Kakerlaken Kollonie hier aufzubauen. (Jetzt 4 Monate sp?ter gibt es gl?cklicherweise keine neue K?fer-Kollonie in Salzburg).
Mittags sind wir noch bei meinen Eltern eingeladen, denen wir schon mal die Lalibela und Tanasee Bilder von Dennis CD zeigen. Am Nachmitag f?hrt Hans dann nach M?nchen heim. Ich lege mich in die Badewanne, schaue sp?ter aus dem Fenster, h?er Teddy "Ethiopia, Abbessina" und wundere mich ?ber die vertrauten aber doch ungewohnten Ger?usche. Niemand hupt und Gewitterregen gibts auch keinen.
Ich bin angekommen und doch noch nicht da.
Tom am 24.1.06 21:06


Vom Osten wieder in den Süden

Montag, 12.September 2005

Wieder einmal klingelt der Wecker sehr fr?h. Um halb 5 kriechen wir aus unseren Betten. Leider war es kein schlechter Traum, und das Zimmer ist immer noch ?bers??t mit toten und halbtoten Kakerlaken. Wir packen unsere Rucks?cke zusammen und schauen nach drau?en. Es gie?t in Str?men. Na bravo, und wir m?ssen zur Busstation. Gl?cklicherweise h?rt es aber nach ein paar Minuten wieder auf, und so kommen wir trockenen Fu?es zum Bus. In der Dunkelheit der Station werden wir zuerst in einen Minibus verfrachtet der nach Harar fahren soll. Der wird aber binnen k?rzester Zeit ziemlich voll, und so d?rfen wir in einen gr??eren Bus umsteigen. Dummerweise haben wir aber schon jemand ein paar Birr f?rs verstauen der Rucks?cke gegeben.
Um halb 6 Uhr gehts dann los. Die Morgenstimmung ist traumhaft sch?n. Die Landschaft h?llt sich ein sanftes und weiches Licht. Schon um 7 Uhr fahren wir durch den Awash N.P. Neben der Hauptstra?e weidet eine gro?es Herde Oryx Antilopen. Sogar die ?thiopier sind ganz begeistert und schauen aufgeregt nach drau?en. Hinter der Stadt Awash wird die Stra?e langsam bergiger. Sind wir vorher noch mit einam Affenzahn durch die Savanne gebraust, tuckern wir jetzt im gem?tlichen Tempo die Berge dahin. Wie ?blich vertragen einige im Bus die Schaukelei nicht, und verzieren mit ihrem Darminhalten kunstvoll die Busfenster.
Am sp?ten Vormittag halten wir in einem kleinen Bergdorf. Dort kaufen wir sehr leckeres Geb?ck f?rs Fr?hst?ck. Um die Mittagszeit halten wir wieder in einem kleinen Dorf. Dort deckt sich der halbe Bus mit Tschad ein. Hier werden ganze B?sche im Bus verstaut. In dieser Gegend hier soll das beste Tschad von Afrika wachsen. Die letzten 1,5 Stunden der Fahrt kaut fast der ganze Bus Tschad, und wir kauen mit.
Schon um 13 Uhr (bzw. 7 Uhr ?thiop.) sind wir in Harar. Die Stadt ist uns auf Anhieb sympatisch. Wir nehmen uns ein einfaches Zimmer in einem Hotel nahe dem Busbahnhof. Das tolle an dem Zimmer ist, dass wir im zweiten Stock sind, und Blick ?ber die Stadt haben, und direkt unter uns der christliche Markt der Stadt ist. (Das Zimmer ist ?brigens Kakerlaken frei !!!!!)
Ein kurzes versp?tetes Mittagsessen st?rkt uns f?r unseren Marsch durch die Stadt. Wir sind begeistert von den engen Gassen und dem Flair der Stadt. Sehr auffallend ist auch, dass wir kaum von Kindern oder Leuten angesprochen werden. Wir sto?en auf Viertel in denen nur die Schneider sind, oder andere die sich auf ein bestimmtes Handwerk spezialisiert haben. Vieles erinnert uns an Fes in Marokko.
Durch die Altstadt f?hrt eine gr??ere Stra?e. Viele alte blaue Peugeots aus den 60ger Jahren fahren dort rum. Ich f?hle mich wie in Havanna, Kuba (obwohl wir noch nie dort waren). Ein kurzer Regenschauer treibt uns wieder zur?ck ins Zimmer. Von oben beobachten wir die Marktleute, die trotz des starken Regens unter gro?en (oder gar keinen) Schirmen hocken und auf Kundschaft hoffen. Richtige kleine B?che flie?en an den Marktfrauen vorbei so stark ist der Regen, aber sie bleiben tapfer sitzen. Ein paar mal h?ren wir auch diesen gellenden Kehlschrei, den viele arabische Frauen machen wenn sie z.B. trauern. Am Abend essen wir noch eine Kleinigkeit und gehen bald ins Kakerlaken-freie Bett, juchuuuuu.

Dienstag, 13.September 2005

Wir schlafen bis halb 8, duschen uns kurz und schnell und waschen W?sche. Um 8 Uhr wird n?mlich das Wasser in Harar abgedreht. Erst am Abend gibts wieder f?r ein paar Stunden flie?endes Wasser. Da wird einem wieder einmal bewusst, wie kostbar Wasser ist. Wir spazieren ins "Canal Cafe". Das ist ziemlich voll und soll sehr gut sein. Wir bekommen gerade noch einen Platz und fr?hst?cken Geb?ck und trinken frisch gepresste S?fte.
Frisch gest?rkt wollen wir einmal die Stadt entlang der Stadtmauer umrunden. Jetzt werden wir wieder ab und zu von Kindern begleitet. Ein Junge der auf der Stadtmauer sitzt bettelt sehr agressiv und unfreundlich um Geld. Weil er nichts von mir bekommt, werde ich ziemlich w?st beschimpft.
Nachdem wir die Stadt fast umrundet haben, m?chte ich gerne ein Foto von der Stadt machen. Dummerweise wusste ich nicht, dass genau hinter mir die Polizei oder Armee ihren Sitz hat. Ein Uniformierter macht mich ziemlich forsch darauf aufmerksam. Ich erkl?re ihm meine rein touristischen Absichten und kann samt Kamera und Film weiterziehen. Auf dem Weg ins "Hirut-Restaurant" (absolute Empfehlung!!!!!! Unbedingt hingehen. Es ist wundersch?n eingerichtet, hat fantastisches Essen und zu nicht touristischen Preisen) kommen wir bei einer gro?en sch?nen Barockkirche vorbei.
Vom Essen im Hirut sind wir absolut begeistert. Leider ist es so ?ppig dass wir nicht alles essen k?nnen, und so verschenken wir einen Teil an unsere Nachbarn. In einer Ecke sitzt eine Frau und k?mmert sich um die traditionelle Zubereitung von Kaffee. Ich kann nicht widerstehen und bestelle einen Kaffee. Auch der ist fantastisch. Dazu wird Popcorn gereicht.
Nach so viel lukullischen Gen?ssen entspannen wir ein wenig im Zimmer um uns dann in das Marktget?mmel zu st?rzen. Wir kaufen Danakil-Salz (3 Birr, f?r ca. 1/2 kg), Shiro (Menge ?? f?r 2,5 Birr), AdenDuft (0,50 Birr) Berbere (3 Birr), eine Kaffekanne plus Strohring und St?psel (8 Birr), Kaffee gr?n (1/2 kg 12,5 Birr) und kleine Teetassen f?r je 2 Birr. Die M?rkte sind zwar matschig und nass, aber ich kann kaum genug von dem Leben und den Ger?chen bekommen.
Kurz vorm Abendessen lasse ich mir noch einmal (f?r 3 Birr) einen Haarschnitt verpassen. Dort spricht uns ein junger Mann an, der uns f?r 40 Birr p.P. zur Hy?nenf?tterung bringen will. Obwohl wir eigentlich dort nicht wollten (Touristennepp) sagen wir dann doch zu. Auf dem Weg dort hin finde ich dann auch einen geeigneten Platz um eines meiner T-Shirts zu "entsorgen".
Als wir an dem Hy?nenort angekommen sind, sind auch schon ein paar Touris da, und Hy?nen schleichen durch die dunkle Nacht. Immer wieder sieht man in ein paar Meter Entfernung Augenpaare aufblitzen. Obwohl es sehr touristisch ist, bin ich ziemlich beeindruckt. Wann hat man wirklich die Gelegenheit "wild-lebende" Hy?nen so nahe zu sehen? Hans und ich f?ttern sogar eines der Tiere. F?r mich war dabei eigentlich die gr??e ?berwindung der Geruch des Kamelfleisches. Aber darauf will ich jetzt nicht n?her eingehen..... In Summe war es wirklich ein tolles Erlebnis. Alles voller Hy?nen und einige haben sogar hy?nentypisch "gekichert".
Nach so viel Aufregung spazieren wir durchs n?chtliche Harar und g?nnen uns ein Abendessen im Hirut. Wieder werden wir nicht entt?uscht. Beim Restaurant ist ein kleiner Laden der Tourisachen verkauft. Dort entdecke ich einen wundersch?nen bemalten Tonteller, ich kann nicht widerstehen und gehe mit einem gro?en Tonteller und einigen anderen wundersch?nen Utensilien aus dem Laden. Leider sch?ttet es mal wieder und so nehmen wir uns ein Taxi (4 Birr) zur?ck ins Hotel. Die Nacht ?ber regnet es wieder sehr stark und immer wieder bellen die Hunde.

Mittwoch, 14 September 2005

Und wieder einmal hei?t es sehr fr?h aufstehen. Um halb 5 hei?t es Tagwache und wir wandern zur nahegelegenen Busstation. Der Bus ist schon ziemlich voll, und wir bekommen hinten noch zwei Pl?tze. Wie ?blich herrscht das ?thiopisch-lebendige Chaos. Bettler, H?ndler, Priester, Schaffner und sonstige Leute rauschen durch den Bus. Hans ist ziemlich genervt und versucht sich mit "schlafenstellen" aus der Aff?re zu retten. Um viertel nach 6 gehts dann los. Wieder gehts den gleichen Weg zur?ck Richtung Awash. Allerings haben wir bis Awash f?nf Zollkontrollen. Einige sind sehr genau, die anderen wieder eher lockerer. Aufgrund der N?he zum (anarchistischen) Somalia und den vielen Schmugglern wird wirklich sehr genau kontrolliert. Viele Leute m?ssen ihre Koffer aufmachen und sich f?r so Manches rechtfertigen. Bei uns Ferenjis wird eigentlich nie nachgeschaut. Als ob Ferenjis nicht auch was schmuggeln k?nnten??
Im Bus ist eine junge Familie direkt hinter uns. Der Vater ist extrem liebevoll zu seinem ca. 4-j?hrigen Sohn und der Bub kuschelt sich gen?sslich an seinen Papa. Bei einem der Zollstops geht der Vater kurz nach drau?en und der Sohn m?chte kurz danach zu seinem Vater. Leider bekommt er die T?re nicht auf und kann so nicht zu seinem Vater. Nach ein paar Minuten kann er dann doch raus und l?uft weinend zu seinem Vater. Der empf?ngt ihn mit einem Stock und verpr?gelt damit den Jungen. F?r mich ist die Situatoin absolut unverst?ndlich und ich ?berlege lange ob und wie ich etwas sagen kann oder soll. Nachdem der Bus wieder weiterf?hrt ist der Bub total verst?rt und versucht alles zu vermeiden um bei seinem Vater zu sein. Er kauert sich in eine Ecke beim Ausgang und heult und winselt laut vor sich hin. Kurz vor Awash sind die beiden aber dann doch wieder vers?hnt. Ich muss noch lange ?ber die Situation nachdenken.
Wir durchfahren wieder den Awash N.P. und entdecken einige Oryx, Antilopen, Paviane und im Metaharasee sogar ein Krokodil.
Da wir in den S?den weiterwollen, wollen wir noch eine Nacht in Nazret bleiben. Unser Kakerlaken Hotel kann uns aber nicht mehr anlocken. Wir versuchens im Frank Hotel, dass laut Guidebook eigentlich ganz gut sein soll. Die Zimmer sind sehr einfach, aber die sanit?ren Anlagen funktionieren net wirklich. Das Hotel will uns aber viel h?hrere Ferenji Preise berechnen. In langen Diskussionen versuche ich zum Argumentieren, warum ich es f?r nicht okay halte, die Preise nach Rassen zu staffeln (obwohl das auch ?th.Airlines macht). Die Frau an der Reception ist zwar total nett, aber mit meiner Meinung wohl doch etwas ?berfordert. Schlie?lich diskuttiere ich mit jemand anders weiter, der mir erkl?rt, dass dies eben die Philosophie des Hotels sei. Da ich nicht mehr zahlen will, und das Angebot einfach nicht mit der Leistung ?bereinstimmt, sagen wir, dass wir das Zimmer nicht nehmen.
Da wir aber m?de und genervt sind, gehen wir ins Palace Hotel. F?r luxuri?se 145 Birr bekommen wir ein DZ mit TV und Bad. Auch wenn es im Endeffekt viel mehr kostet als das andere Hotel, aber zumindest sind die Preise f?r alle Menschen gleich.
Unser Abendessen holen wir uns wieder im staatlichen Ras Hotel. Dort ist gerade die ?thiop. Fu?ballmannschaft zu Gast und trainiert dort. Nach unserem guten Ferenji Essen gehen wir noch in ein Cafe und trinken frischen Ananassaft und dazu s??es Geb?ck. Die Bedienungen dort sind auffallend h?bsch und freundlich (aber eigentlich sind das eh alle ?thiopierInnen). Kurz vorm schlafengehen kaufen sich Hans und ich noch ein T-Shirt. Im Hotel schauen wir noch kurz CNN und gehen bald schlafen. Kurzfristig steigt unser Adrenalispiegel noch einmal an, als wir 2 Kakerlaken im Zimmer sehen, aber es bleibt bei diesen beiden. Also nicht der Rede wert....
Tom am 23.1.06 18:50


Richtung Süden

Donnerstag, 8.September 2005

Gegen 7 Uhr fr?hst?cken wir alle vier ganz gem?tlich. Wie gewohnt, weicht das ?gelieferte? Essen ewas vom bestellten Essen ab. Danach kommt Andrew zu uns und wir gehen die paar Schritte zum kleinen Hafen in der N?he unseres Hotels. Nachdem wir alle auf der kleinen Nussschale verstaut sind, stottert unser kleines Boot los. Doch gleich am Anfang verh?ngt sich die Bootsschraube in den Wasserpflanzen, und so dauerts eben ein paar Minuten l?nger. Unser Ziel ist die gro?e Insel ?Dek?. Sie ist etwa 3,5 Stunden von Bahar Dar entfernt. Auch wenn es lange vorkommt, aber die Zeit vergeht doch ganz schnell. Wir tauschen unsere Guidebooks, beobachten die Fischer und H?ndler in ihren Papyrusbooten und bereiten uns allm?hlich auf die Kl?ster vor. Eine uralte rostige und vollbeladene F?hre zieht auch an uns vorbei.
Der See selbst ist spiegelglatt und silbrig gl?nzend, angenehm warm, und die Farbe ist rostrot. An den Ufern wird er ges?umt von riesigen Papyrusw?ldern.
In Dek Island angekommen werden wir auch schon von einem Priester empfangen. Direkt neben der kleinen Anlegestelle steht ein riesiger und m?chtiger Baum, der seine ?ste bis in den See hinabh?ngt und nebenbei noch den ?Hafen? s?umt. Nachdem wir den Priester begr??t haben gehen wir ein paar Schritte hinauf, durchschreiten zwei alte Tore und stehen dann mitten im Klosterbezirk. Rundherum ist alles gr?n und sehr ?ppig bewachsen.
Der Eintritt f?r dieses Kloster betr?gt 30 Birr pro Person. Die M?nche sind sehr engagiert und zeigen uns alle ihre Sch?tze. Nachdem ich meinen Rundgang in der Kirche beendet habe, wandere ich ein bi?chen durch den Garten und entdecke dabei einen ca. 1m gro?en Waran.
Leider dr?ngt die Zeit und wir fahren weiter zur kleinen Nachbarinsel ?Estefanos?, auf der ?brigens Frauen keinen Zutritt haben. Gl?cklicherweise sind wir aber eh f?nf M?nner, und so mu? niemand im Bott warten. Wir umrunden die kleine, aber sehr steile Insel und stolpern ?ber einen wackligen Steg auf die Insel. Auch dort wartet wieder ein Priester oder M?nch der uns freundlich empf?ngt.
Nachdem alle sicher am Land angekommen sind, suchen wir den Weg hinauf ins Kloster. Wir folgen einfach dem am besten ausgetretenen Pfad, der sich nach oben schl?ngelt.
Auch diese Insel ist sehr sehr dicht und ?ppig bewachsen. Zwischen dem Dschungel sind kleine Lichtungen, in denen die M?nche wohnen und dort auch ihr Getreide und Gem?se anbauen.
Nach etwa 20 Minuten sind wir oben angekommen. Leider ist in der Kirche gerade eine Messe, und wir d?rfen wir nicht hinein. Ein M?nch f?hrt uns daf?r in ein danebenliegendes kleines Museum. In dieser kleinen H?tte, liegen die Sch?tze von einigen verstorbenen Kaisern. Es sind auch vier S?rge mit den Mumien der Kaiser in diesem ?Museum?. Die S?rge sind zum Teil aus Glas, und so kann man die Mumien gut sehen. In einem anderen Raum, bzw. in einem kleinen Schrank, h?ngen die Kleider der Kaiser. Daneben sind Bibeln aus dem 12. Jahrhundert und das zerlegte Bett eines Kaisers. All das in einer kleinen H?tte, wahnsinn. In der westlichen Welt w?rde das vermutlich alles in einem Hochsicherheitstrack aufbewahrt werden.
Auf dieser Insel soll angeblich die Jungfrau Maria auf ihrer Reise durch ?thiopien Station gemacht haben und etwas vergessen haben.
Leider dr?ngt wieder einmal die Zeit und wir wandern wieder hinunter zum Boot. Ich nehme mir noch einen kleinen Lavastein von der Insel mit (ein Priester hats mir erlaubt). Im Boot bekommen wir dann auch ein Brot von dieser Insel. Es ist sehr s?uerlich (aber anders als Ingera), sehr dick, dunkelbraun und schwammig, weich aber doch irgendwie knusprig und sehr feucht. Wie ?blich probieren wir wieder alles, und es schmeckt hervorragend. Da wir uns den Namen nicht genau merken k?nnen, taufen wir es ?Lembas Brot?, in Anlehnung an das Brot der Elben in ?Herr der Ringe?.
Jetzt geht's wieder zur?ck Richtung S?den. Wieder 3 Stunden auf dem Boot. Wir lesen, schlafen,sonnen uns, h?ngen die Beine ins Wasser, verarbeiten das Erlebte oder tun einfach nichts. Am sp?ten Nachmittag erreichen wir dann die Zeghi-Halbinsel. Dort wurde uns klar, warum es sich doch lohnt, einen so weiten Weg f?r nur zwei Kl?ster zu machen. In Zeghi wimmelt es nur gerade so von Schleppern. Auf den anderen Insel war es friedlich, sch?n und ruhig. Nur die M?nche und deren Lauf der Zeit. Auf Zeghi werden wir von ca. 20 ?Schleppern? erwartet, die nat?rlich alle ihr Gesch?ft machen wollen. Dummerweise waren wir aber ohne Guide unterwegs. Und der w?rde uns jetzt die Horde vom Hals halten. Ich setze meinen Tunnelblick auf und versuche so schnell es geht zum Kloster zu kommen. Begleitet von einer Horde von Kindern und sonstigen Leuten geht's wieder durch gr?ne Vegetation in den Klosterbezirk. Gl?cklicherweise d?rfen die Schlepper nicht in den Bezirk, und wir haben dort unsere Ruhe. Die Kl?ster sind wieder sehr ?ppig und bunt bemalt. Eine riesige Trommel steht unter dem Vordach dieses Klosters. Wir d?rfen sogar kurz drauf ?spielen?. Naja.....
Auch hier gibt es ein kleines Museum. Als wir dorthin gehen, entdecken wir Kaffeeb?sche und Zitronenb?ume. Im Museum selbst, das aussieht wie ein Strandkiosk, kann man die Kronen und Gew?nder einiger Kaiser sehen. Der Mann in diesem Kiosk hat nur noch zwei spitze Schneidez?hne, sehr eingefallene Wangen und keine Haare. Mich errinnert er sehr an ?Nosferatu?.
Auf dem Weg hinunter zum Boot kommt mir wieder ein Schafbock dazwischen der mich dann einige Zeit begleitet.
Auf dem Boot kehrt dann wieder die Ruhe ein. Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Bahar Dar. Kurz davor fahren wir mit dem Boot noch zum ?Outlet? des blauen Nils. Leider ist die Sonne schon weg, und im dunkelblauen Licht sehen wir nicht alllzu viel. Es wird jetzt auch schon merklich k?hler, und ein Wellengang schaukelt das Boot herum. Zum Gl?ck dauerts nicht mehr lange, und wir haben festen Boden unter den F??en.
Gegen 7 Uhr (bzw. 1 Uhr ?thiop.Zeit) sind wir wieder im Hotel. Wir gehen noch ins Enkutatasch essen und am Abend brennt Dennis uns noch die Fotos der letzen gemeinsamen Tage auf CD. F?r mich ein absolut ungew?hnliches Ereignis. Mitten in ?thiopien und sich dann die Fotos am Laptop anschauen und diese dann brennen. Ich bin ja immer noch der Analog-Fotograph, und sehe meine Fotos bzw. Dias immer erst ein paar Wochen nach Heimkehr.

Freitag, 9. September 2005

Wir schlafen relativ lange und verabschieden uns dann von Dennis, der an diesem Tag nach Addis fliegt. Wir fr?hst?cken sehr sp?t, daf?r sehr reichlich, und bekommen dann neue Zimmer (ein 2-er Zimmer). An der Reception lernen wir Ingo aus Flensburg kennen. Er ist Lehrer f?r autistische Menschen. Er hat gerade ein Praktikum in Addis absolviert und tuckert jetzt noch ein paar Tage in ?thiopien rum.
Gegen Mittag wollen wir zum Ausgang des blauen Nils. Ein Minibus der angeblich dorthin f?hrt nimmt uns mit. Leider landen wir dann zwar in der N?he des blauen Nils, aber an der Uni und nicht am Ausgang des blauen Nils. Nachdem wir ziemlich viel Leute gefragt haben wo er denn sei und es niemand wirklich wei?, beschlie?en wir wieder zur?ckzufahren und es anders noch einmal zu versuchen. Ein teures ?Contract Taxi? f?hrt uns schlie?lich zur Nilbr?cke. Immerhin sehen wir jetzt den blauen Nil wirklich. Er ist zwar eher braun als blau, aber trotzdem sehr sch?n. An den Ufern ist viel Leben. Leute waschen ihre W?sche, andere ihre Autos etc.
Auf der Nilbr?cke treffen wir zuf?llig Andrew. Der hat eine gute Karte dabei, und zeigt uns, dass der Kaiserpalast in der N?he ist, und er dort jetzt hinradelt. Wir beschlie?en diesen Ausflug auf morgen zu verschieben und fahren zur?ck ins Hotel.
Wir ziehen uns kurz um, und gehen dann an der ?Strandpromenade? entlang Richtung Stadtausw?rts. Andrew meinte dort ist eine kleine Halbinsel die sehr sch?n sein soll. Leider ist der sch?ne Strandweg bald zu Ende, und wir m?ssen auf die Hauptstra?e ausweichen. Irgendwie gehen wir dann weiter, und landen dann auf einer kleinen Landzunge. Die Aussicht von dort ist wundersch?n. Das Licht ist schon etwas fahl und weich. Ein Herde Rinder kommt uns entgegen. Der Weg ist alles andere als sch?n. Es sind zwar immer wieder gro?e Lavafelsen, aber dazwischen ist tiefster Matsch. Wir k?nnen zwar von Stein zu Stein h?pfen, aber die K?he versinken bis zum Bauch im Gatsch.
Im See ist ein einsames Hippo. Zwischendurch reist es sein Maul auf, aber ansonsten ist es eher inaktiv. Ich vermute dass es krank ist, weil es sich kaum bewegt und einsam ist.
Ein ebenfalls einsamer junger M?nch ist auch in unserer N?he. Er gesellt sich kurz zu uns, zeigt uns voll stolz seine Bibel und begleitet uns dann ein St?ck zur?ck. Es ist schon fast dunkel. In den B?umen ober uns schnattern einige Tukane ganz aufgeregt.
Im Hotel speist Hans wieder einmal sehr gut aber viel. Ich halte mich zur?ck, weil es ja Freitag ist und ich daher endlich wieder die Chance auf Fastenspeise habe. Leider gibt's diese Chance im Hotel nicht, und darum isst Hans Fisch im Hotel und ich hole mir mein Bejaintu sp?ter in einem kleinen Lokal. Ingo schlie?t sich uns dann an, und wir essen Bejainatu. Hans sucht dann kurz die Toilette auf, beschlie?t aber dann dort kein Gesch?ft zu machen, da ihm die Toilette doch etwas zu lebendig vorkommt. Schwer beeindruckt von den Ger?chen und Eindr?cken in dem kleinen Raum, l?uft er zum Hotel zur?ck, und schlie?lich setzt bei seinem Abendessen der R?ckw?rtsgang ein. Vermutlich wars die Aufregung wegen seinem morgigen Geburtstag....

Samstag, 10. September 2005
(Geburtstag von Hans)

Gegen halb 9 kriechen wir aus den Federn. Wir fr?hst?cken gem?tlich und machen uns dann auf den Weg zur Busstation. Am Weg dorthin treffen wir Ingo, der nach Gondar will. Wir m?chten zu den Nilf?llen. Leider ist gerade 5 min. vorher ein Bus dorthin gefahren, und niemand wei? wann der N?chste geht. Wir fragen jede Menge Leute. ?berall bekommen wir andere Ausk?nfte. Nach einiger Zeit geben wir auf und begraben den Gedanken zu den Nilf?llen zu fahren. Immerhin ist morgen ?thiop.Neujahr, und es ist auch schon Mittag, und angeblich sind die Nilf?lle eh nur ein Rinnsaal.
Unser Ersatzprogramm ist daher Radfahren. Wir gehen zum Hotel und fragen dort nach den R?dern. F?r 4 Birr/h ist man dabei. Leider sind die Bremsen nicht dabei. Hans hat ein halbwegs gutes, aber meine Rad ist zwar flott, aber bremsenlos. Da wir planen zum Palast hinauf zu radeln, w?rde ich mich beim Runterradeln schon wohler wenn ich zus?tzlich zu meinen F??en noch eine andere Bremsm?glichkeit h?tte. Nach einer halben Stunde und sechs verschiedenen R?dern sp?ter, gibt es doch noch eines, bei dem Bremse wenigstens im Ansatz funktioniert.
Unsere Radtour f?hrt uns ?ber die Nilbr?cke, an einem Markt vorbei und dann einen wundersch?nen Weg entlang des blauen Nils. Sch?ner k?nnte ein Radweg nicht sein. Eigentlich ist es ja eine Allee, und daneben der Flu?. Im Schatten ist es richtig angenehm zum Radeln. Wie ?blich werden wir auch wieder von einigen Leuten begleitet. Dummerweise haben auch einige der aufdringlichen Leute ein Fahrrad. Aber naja, ist halt so.
Wir plagen uns hinauf zum Haille Selassie Palast. Der ist nicht wirklich spektakul?r, aber die Aussicht von dort oben ist sehr sch?n. Man sieht den Tanasee, den blauen Nil, und Bahar Dar. Der Palast selbst ist streng bewacht, obwohl niemand mehr drinn wohnt.
Wir bewundern die bunten V?gel und die vielen Blumen und k?nnen die Aussicht nicht wirklich genie?en, weil wie von Zauberhand pl?tzlich wieder jede Menge Leute aufkreuzen.
Nach ein paar Minuten Belagerung radeln wir wieder hinunter. Hans mit einem Jungen am Gep?cktr?ger und ich mit einer halbwegs funktionierenden Bremse.
Kaum unten in Bahar Dar angekommen, hab ich auch schon einen Platten. Das ist echt gutes Timing !! Die letzten Meter schiebe ich noch und danach st?rken wir uns im Hotel. Dort werden wir von Nixdie, der Kellnerin aus dem Hotel, zur Kaffeezeremonie eingeladen. Nach dem wir schlie?lich s?mtliche Bedenken ?ber Bord gworfen haben (es gibt Horrorgeschichten von Touris die zu privaten Kaffeezeremonien eingeladen worden sind) machen wir einen Termin aus. Wir verabreden uns eine halbe Stunde sp?ter am See da es vom Hotel niemand erfahren sollte. P?nktlich um 15 Uhr kommt Nixdie dann, und w?nscht sich dass wir Fotos von ihr machen. Jeder von uns macht dann ein Foto mit ihr, und danach gibt sie uns die Telefonnummer ihrer Familie, damit wir dann bei ihr anrufen k?nnen, sobald wir unsere Transportm?glichkeit f?r morgen abgekl?rt haben.
Wir schelndern zum Busbahnhof und bekommen wieder die skurilsten Ausk?nfte. Angeblich f?hrt morgen kein Bus nach Addis weil ja Neujahr ist, und wenn dann erst am Nachmittag. Da wir aber nicht noch einen Tag in Bahar Dar bleiben wollen, versuchen wir alle M?glichkeiten wegzukommen. Wir bekommen sehr komische Angebote von Vermittlern, die jemand kennen der einen Allradjeep hat und die uns f?r 150 Birr p.Person nach Addis bringen w?rden. Allerdings nur, wenn der Jeep auch mit 8 Leuten besetzt w?re. Wenn nicht, dann m?ssten wir warten oder eben f?r die fehlenden Leute zahlen. Wir bekommen noch ein anderes ?hnliches Angebot aber irgendwie ist das alles sehr unsicher. Wir fragen erneut an der Busstation, aber das ist auch nicht wirklich befriedigend.
Schlie?lich schauen wir noch einmal bei Ethiopian Airlines vorbei, und welch Wunder: Es gibt noch freie Pl?tze f?r morgen nach Addis. Da kostet der Flug zwar 60 Euro p.Person, aber daf?r ist es halbwegs fix und wir sparen auch Zeit. Denn mit dem Bus ist es auch nicht sicher ob man Addis in einem Tag erreicht. Meistens dauerts 1,5 Tage.
Danach telefonieren wir zu Nixdie, und machen uns aus wo wir sie treffen. Ein Junge der schon den ganzen Nachmittag bei uns ist, hilft uns beim ?bersetzen.
Am Weg zur Moschee (unser Treffpunkt) kommen wir am Markt vorbei. ?berall sind Leute die riesige B?schel mit langem Gras herumtragen. Wir lassen uns sagen, dass dies zum Neujahrsfest geh?rt. Ich kaufe 3 B?schel (ein B?ndel f?r 2 Birr) und nehme es als Gastgeschenk f?r Nixdie mit.
Bei Nixdie daheim angekommen, sind ihr Eltern und ihre Schwester zuhause. Wir d?rfen uns zu ihnen setzen, und nebenbei l?uft im TV ?Ethiopian Idol?. Wir plaudern ein wenig, was aber aufgrund unserer mageren Amharisch- und der mageren Englisch Kenntnisse der Familie sehr schwierig ist.
Nachdem sich Nixdie in ein traditionelle Kleid geworfen hat, legt sie die mitgebrachten Grasb?schel im Raum aus und f?ngt an die gr?nen Kaffeebohnen zu waschen. Danach werden die Bohnen ?ber einem kleinen Feuer mehrmals ger?stet und dann gem?rsert und mit hei?em Wasser aufgegossen. Dann wird die Kanne noch mal aufs Feuer gestellt und nach ein paar Minuten trinken wir wunderbaren Kaffee. Dazu gibt's Kollo (die ger?steten Getreidek?rner die es an den Busstationen immer gibt) und Weihrauch.
Wie auf Kommando verzieht sich der Rest der Familie und wir sind allein. Nixdie beginnt uns zu fragen ob wir verheiratet sind. Ich wittere Verkupplungsabsichten und sage gleich, dass ich verheiratet bin und demn?chst Vater werde. Hans ist nat?rlich auch schon verheiratet. Doch Nixdie gibt nicht auf, und fr?gt ob es uns erlaubt sei, mehrere Frauen zu haben, oder ob es was ausmacht wenn eine der Frauen eine Farbige sei. Wir erkl?ren Nixdie wie es bei uns so aussieht, und dass Polygamie bei uns offiziell verboten ist. Nixdie wirkt zwar entt?uscht aber doch gefasst. Beim Verabschieden begleitet sie uns noch ein langes St?ck, und versucht immer irgendwie K?rperkontakt zu bekommen. Hans uns ich reden dann noch lange ?ber die (schwierige) Situation der Frauen in ?thiopien.
Zur?ck im Hotel treffen wir einen komischen Wiener, der in Nazret f?r den DED arbeitet. Er hat eine junge ?thiopische Freundin und wirkt sehr arrogant, prolletig und unreflektiert auf mich.
Den Geburtstag- und Silvesterabend verbringen wir noch am Lagerfeuer am See, lauschen der Musik der Silvesterfeiern, drehen noch eine kurze Runde durchs n?chtliche Bahar Dar und gehen dann schlafen.

Sonntag, 11. September 2005

Wir schlafen bis halb 8 und gehen wie ?blich zum Fr?hst?cken. Nachdem wir gepackt haben starten wir gegen 10 Uhr Richtung Flughafen. Der Flughafen ist ziemlich alt und wirkt nicht mehr sehr einladend. Kurz vorm Einsteigen in den Flieger f?llt mir ein, dass heute der 11. September ist. Aber was solls!? Im Flugzeug sitzt dann zuf?llig Jaido, der von Gondar kommt und seinen Anschlu?flug nach Nairobi braucht. Aber da Ethiopian Airlines ja nicht gerade p?nklich ist, hofft er seinen Flieger noch zu bekommen. Bei der Buchung vor ein paar Wochen, h?tte er einige Stunden Aufenthalt in Addis gehabt. Aber EA ist ja sehr flexibel mit den Flugzeiten, und so startet sein Flieger nach Nairobi eigentlich genau dann, wenn wir landen. Aber alles geht dann noch mal gut f?r ihn aus.
Auf dem Sitz neben mir liegt eine alte Tageszeitung. In der ist ein Bild und ein Bericht von Mohammad Atta, einem der Attent?ter vom 11.September. Und vor mir sitzt ein Typ mit einer Uhr, auf der das Bild von Osama bin Laden ist. Ja, so wird einem der 11.September am 11.September im Flugzeug wieder schnell bewusst. Kurz vor der Landung in Addis ?berfliegen wir noch mal den Flughafen und dort sehe ich dann ein ziemlich beeindruckendes Flugzeugwrack neben der Piste liegen.
Nachdem wir unser Gep?ck haben, d?sen wir gleich mit dem Minibus ins Zentrum. Dort ?berrascht uns aber ein gewaltiges Gewitter. Wir stellen uns kurz beim Lufthansa Office unter, die aber dann dummerweise zusperren. Darum beschlie?en wir die wirklich kurze Strecke zum Busbahnhof zu laufen. Der Regen ist aber so extrem, dass wir in dieser einen Minute bis auf die Haut nass werden, und dann auch keine gute Unterstellm?glichkeit mehr finden. So stehen wir da, pitschnass, mit fettem Rucksack am R?cken und keinen Plan wie wir von Addis weg kommen. Wir wollen nach Nazret. Und alle Guidebooks sagen, dass es mehrmals st?ndlich direkte Busse nach Nazret gibt. Wir fragen uns wieder irgendwie durch, und landen dann in einem der orangen Stadtbusse von Addis. Dieser f?hrt bis Debre Zeit und von dort sollen wir einen anderen Bus weiter nach Nazret nehmen. Im Bus haben wir wunderbar viel Platz. Es sind kaum Leute drinn und so breiten wir uns aus. Das Ticket kostet pro Person 2,25 Birr und f?r die gro?en Rucks?cke noch einmal soviel. Wir ?rgern uns ein wenig weil wir f?r die R?cks?cke das gleiche zahlen m?ssen. Aber nachdem wir erfahren haben, dass 15 Minuten vorher ein anderer Bus nach Debre Zeit gefahren ist, der gesteckt voll war (und gesteckt voll hei?t in Addis Stadtbussen EXTREM voll) genie?en wir den Luxus des Platzes in dem leeren Bus.
In Debre Zeit h?pfen wir einen Minibus der uns f?r 7Birr p.P nach Nazret bringen soll.
Das Wetter wird immer besser und vorallem trockener je weiter wir von Addis wegkommen. Kurz vor Nazret (in Mojo) m?ssen wir dann pl?tzlich doch noch einmal in einen anderen Minibus umsteigen. Aber zumindest erreichen wir sicher und m?de am Nachmittag Nazret. Wir entscheiden uns f?r das g?nstig gelegene Garden Hotel (DZ 40 Birr). Wir sind begeistert von den Zimmern. Es ist wirklich das sauberste und sch?nste auf unserer ganzen ?thiopien Reise. Sogar das Bad blitzt und funkelt.
Wir legen uns kurz aufs Bett (es ist ca. 17 Uhr) lesen ein wenig und auf einmal klettern drei Kakelaken an der Wand. Ich bin etwas verwundert, da Kakerlaken ?blicherweise erst aktiv sind wenn es dunkel ist, und zudem eher scheu sind. Ich schmettere meinen Schuh auf sie (ganz wie ich es von Liz gelernt habe), und glaube damit die Sache erledigt zu haben.
Da wir ziemlich Hunger haben und es auch kein Fastentag ist, spazieren wir zum Ras Hotel. Es ist eines der staatlichen Hotels und schon etwas heruntergekommen und wirkt ein wenig sozialistisch. Im Garten wachsen Mangos, Papayas, Avocados und jede Menge toller Blumen. Im ersten Stock des Hotels ist eine gro?e Terasse auf der ein gro?er Pool ist. Dieser wird von Horden von (wohlhabenden) ?thiopischen Kindern bev?lkert die hier das Neujahr feiern.
Uns wird derweil im Speisesaal perfektes Ferenji-Food serviert. Tomatensuppe, Pommes, Wiener schnitzel vom Lamm. Alles schmeckt wirklich hervorragend. Hans ist vom Wiener absolut begeistert, und ich schw?rme von der Tomatensuppe.
Nachdem unsere Wampen voll sind, spazieren wir noch durch den Bazar, der aber gerade am zusperren ist. Ich beschlie?e mich mal wieder rasieren zu lassen. W?hrend ich unterm ?Messer? liege gibt es drau?en auf der Stra?e eine wilde Schl?gerei. Ziemlich schnell ist die Polizei da und zeigt ihre H?rte.
Zur?ck im Hotel (es ist schon finster) entdecken wir im Zimmer weitere Kakerlaken. Da ich mir im S?den einen Spray gegen Moskitos gekauft habe, ihn aber nie benutzt habe, beschlie?en wir Gift zu spr?hen. Wir beobachten eine Kakerlake wie sie in einem kleinen Spalt verschwindet. Ich d?se gleich hinterher und spr?he Gift wie ein Wilder. Ich bin noch nicht einmal fertig und schon kommt mir ein Schwall Kakerlaken entgegen (und das ist wirklich keine ?bertreibung). In allen Ecken in denen ich Gift spr?he kommen Massen an Kakerlaken hervor. Es ist wie in einem schlechten Film. Ein paar einzelne Kakerlaken sind ja normal, aber diese Massen, das ist echt zuviel. Ich spr?he die Giftdose leer und wir d?sen dann hinunter ins Stadtleben. Dort ist die ganze Stadt auf den Beinen und feiert Neujahr.
Uns ist aber gar nicht nach feiern zu Mute. Wir brauchen noch eine Dose Gift. Als wir zur?ck im Zimmer sind ist der Boden ?bers??t mit toten und halbtoten Kakerlaken. An den W?nden h?ngen Kakerlaken die einfach nur ein wenig bet?ubt sind. Es ist widerlich, wie in einem Indiana Jones Film. Wie Ballettt?nzer trippeln wir ?ber den Boden um nicht auf die toten K?fer zu steigen (Knirsch, knirsch!!!)
Wir l?ften das Bett und sogar in den Bettdecken sind Kakerlaken drinn. Dann gehen wir ?ber zum zweiten Angriff. Wir dichten den Raum ab und verspr?hen noch einmal eine ganze Ladung Gift und verlassen dann hustend die R?ucherkammer.
Wir trinken noch ein Bier und tasten uns dann vorsichtig in unser Horrorst?bchen zur?ck. Das sieht nicht viel anders aus wie wir es verlassen haben. Wir l?ften kr?ftig und untersuchen penibel das Bett. Das Bett schieben wir ganz in die Mitte, um wenigstens die ?berl?ufer von den W?nden zu minimieren. Immer wieder entdecken wir irgendwo noch welche. Aufm Klopapier, im Bett usw. Eine klettert Hans sogar ?ber die Hand. Ja das ist Wildlife-Abenteuer hautnah !!!
Ganz tapfer versuchen wir zu schlafen. Aber keiner macht wirklich ein Auge zu, denn immer wieder krabbelt und kitzelt es irgendwo.
F?r alle die jetzt denken dass es in ?thiopien so schlimm ist mit Ungeziefer. Ich habe in meinen 6 Wochen in ?thiopien in allen m?glichen Herbergen geschlafen, die nicht immer die Besten waren. Und nirgendwo war es so schlimm wie in Nazret in diesem Hotel. Kakerlaken gibt's immer wieder mal, aber diese Massen, das war echt hart. ?berraschend war eben nur, weil das Hotel so sehr sauber war. Aber was solls, es war eine Erfahrung die jetzt im Nachhinein lustig ist, aber durchmachen m?chten wirs net noch einmal.
Tom am 22.1.06 20:58


Lalibela - Tanasee

Sonntag, 4.September 2005

Wieder einmal stehen wir sehr fr?h auf, aber es geht sich noch eine hei?e (LUXUS!!!) Dusche aus. Um kurz nach 6 steht unser geordertes ?Taxi? vor der T?re und bringt uns zum Flughafen. Unser Fahrer flucht einige Male ziemlich, weil ihm ein anderer Bus die Vorfahrt nimmt. Am Flughafen checkt der Mann unser Gep?ck ein, bei dem wir die Ticket gekauft haben. Tja, alles sehr pers?nlich bei Ethiopian Airlines. Beim Fr?hst?ck im Flughafenrestaurant setzt er sich zu uns, und teilt sein Fr?hst?ck (Injera FirFir) mit Hans. Ich bestelle ein Spiegelei, aber das ist nicht machbar, daf?r gibt es R?hrei. Komisch..... ??
Der Flug von Gondar nach Lalibela dauert circa 35 Minuten. Die Sicht ist leider etwas mager, weil es zum Teil sehr diesig ist. Vom Flughafen in Lalibela gibt es keine ?ffentlichen Verkehrsmittel in den Ort. Und der Ort ist ca. 24 km entfernt. Also etwas zu weit zum gehen. Wir m?ssen also, wie alle anderen auch, den NTO Bus f?r je 30 Birr nehmen.
Die Gegend ist wundersch?n. Saftig gr?ne Wiesen, H?gel, dahinter hohe Berge, kleine B?che, traditionelle H?user und alles ?bers??t mit gelben Neujahrsblumen.
Der Ort Lalibela liegt erh?ht auf einem Plateau auf ca. 2400 meter. Dahinter erhebt sich ein treppenartiger Tafelberg der bis auf 4200 meter ansteigt. Nachdem alle reichen Touris in den reichen Hotels verstaut wurden, werden wir zu unserem Hotel, dem ?Private Roha? gebracht. Das Doppelzimmer, mit Blick auf das alte Lalibela mit seinen Kirchen, und gro?en schwarzen Spinnen kostet 50 Birr.
Wirt f?hlen uns gleich wohl, sind aber die einzigen G?ste. Wir nutzen die gem?tliche Terasse inmitten unseres Hotels. Nach dem ?Ankommen? entspannend wir ein wenig, genie?en die Ger?usche des Ortes und st?rken uns dann im ?Blue Nile?. Dort lernen wir auf Jombe kennen, der sp?ter f?r einen Tag unser Guide wird. Im Restaurant ist auch ?King?, ein etwa 2 jahre alte extrem aufgeweckter kleiner Sonnenschein. Ich esse eine eigenartige Gem?sevariatoin, und Hans bekommt eine ?thiopische Pizza. Die Pizza hat zwar optisch und geschmacklich sehr wenig mit einer ?blichen Pizza zu tun, daf?r schmeckt sie aber sehr gut (?thiopisch eben).
Nach dem Essen kaufen wir die Tickets f?r die Kirchen. Diese kosten 100 Birr pro Person, und man soll sogar seine Reisepassnummer drauf schreiben. Aus Faulheit schaue ich aber nicht genau auf meinem im Bauchgurt verstauten Pass nach, und schreibe die Nummer drauf, wie ich sie ungef?hr im Kopf habe.
Die Kirchen sind total faszinierend. Es sind keine Museen, sondern lebendige Kultst?tten. Ich f?hle mich um Jahrhunderte zur?ck versetzt. M?nche die in kleinen Nischen kauern und schlafen oder in der Bibel lesen. Viele der Kirchen sind unterirdisch miteinander verbunden. Bei manchen Kirchen mu? man zuerst den Priester holen, damit man in die Kirche kann. Daf?r zeigen sie uns dann ganz stolz die z.Teil ?ber 800 Jahre alte Bibel und Kreuze. Wir haben bewusst auf einen Guide verzichtet, weil wir zuerst einfach nur erleben wollten, ohne viel Infos zu haben. Der Nachteil ist daf?r, dass wir das Amharisch der Priester nicht verstehen. Trotzdem sehen und erleben wir sehr viel.
In der Kirche Bet Mikael f?hrt eine kleine T?re zur benachbarten Kirche Bet Golgota. Dort f?llt gerade durch die kleinen Fenster das Sonnenlicht schr?g in den Raum, und erleuchtet einen Teil der Kirche. Die Wand- und Deckenverzierungen und Bemalungen sind wundersch?n. Die B?den in den Kirchen sind immer mit Teppichen ausgelegt.
Wir besuchen noch ein paar andere in dieser Gruppe von Kirchen, beobachten eine Pilgergruppe und wandern ?ber den Flu? Jordan, hinauf zu einem kleinen H?gel auf dem mehrere uralte B?ume wachsen. Leider k?nnen wir die Aussicht nicht alleine genie?en, denn schon pirschen sich wieder die n?chsten ?Guides? an.
Die Aussicht von diesem H?gel ist gigantisch. Man sieht die ganze Bergkette, das Dorf Lalibela und direkt unter uns sind die Kirchen der S?dgruppe. Und das alles im Licht der sp?ten Nachmittagssonne. Leider ist es f?r die Kirchen der S?dgruppe f?r eine Besichtigung schon zu sp?t, und so wandern wir (mit unerw?nschter Begleitung) zur ? f?r uns sch?nsten - Kirche Bet Georgis. Sie ist die einzige Kirche in Lalibela, die alleine steht, und bei ihr kann man die Kreuzform sehr gut sehen.
Von einem kleinen Plateau hat man einen sehr guten Blick auf die Kirche und die Olivenb?ume die am Rand zur Kirche stehen.
Da es schon dunkel wird wandern wir hinauf zu Jombe, der uns zu einem richtigen traditionellen Restaurant bringt. Dort bekommen wir fabelhaftes Bejainatu f?r 2,5 Birr. Dort treffen wir auch drei Lehrer die uns sp?ter ins Askalich Tej House (oder auch Torpedo) begleiten. In diesem Tej-House gibt es wie der Name sagt nat?rlcih Tej. Au?erdem gibt es aber auch die Azmaris. Die Azmaris kann man am ehesten mit unseren Gstanzln vergleichen. Sie singen ?ber die Leute die G?ste sind und l?stern auf nette Art und Weise ?ber diese. Nat?rlich bekommen wir Ferenjis besonders viel Fett ab. Und Tanzen m?ssen oder d?rfen wir zur Freude der einheimischen Bev?lkerung auch. Nach ein paar Tej wanken wir fr?hlich in unser naheliegendes kleines Hotel und wissen noch nicht, dass wir in der Nacht viele G?ste haben werden.

Montag, 5.September 2005

Nach einem Fr?hst?ck mit leckerem brot und s??em Honig pflegen wir erst einmal unsere Wunden. Unsere ganzen K?rer sind ?bers??t mit kleinen Bissen die ziemlich jucken. Wie in einem unserer Reisef?hrer steht, ist Lalibela auch ber?chtigt f?r seine verflohten und verwanzten Betten. Vermutlich haben wir die Hochburg erwischt. Und da wir seit einiger Zeit die einzigen G?ste sind, waren die kleinen Viecherl wohl auch recht ausgehungert.
Um 9 Uhr treffen wir Jombe, der uns f?r den halben Tag als ?Bergf?hrer? leitet. Wir wandern eine knappe Stunde auf ein ?ber dem Dorf liegendes Plateau. Die Aussicht ist nat?rlich wieder einmal wundersch?n. Und wie aus dem nichts, kommen pl?tzlich Kinder, die uns Fanta und Cola verkaufen wollen. Und das mitten am Berg. Eine andere m?chte noch Souveniers loswerden. Tja, das sind wohl die Schattenseiten des ?Massentourismus? in Lalibela.
Ohne Fanta und ohne Souveniers wandern wir weiter, vorbei an kleinen Viehherden, ?ppigen Getreidefeldern, steigen ?ber eine Kuh die mitten am Weg ist und dann geht's wieder ein St?ck steil bergauf. Kurz bevor der Weg unterhalb einer Steilwand entlang f?hrt, treffen wir auf vier Katalanen. Der restliche Weg zum Kloster ist dann ges?umt von bunten Blumen, sch?ner Vegetation, und ja, von der Aussicht; aber die habe ich ja eh schon mehrmals erw?hnt.
Am Kloster angekommen ziehen wir uns die Schuhe aus, und betreten die heiligen R?ume. Auch hier zeigt uns der Priester wieder die uralte Bibel und das Kirchenkreuz. Nach ein paar besinlichen Minuten f?hrt ein schmaler steiler Pfad durch einen Felsspalt hinauf zum n?chsten Kloster, das gleich hinter dem Fels liegt. Auch hier zeigt uns der Priester wieder seine Heiligt?mer. Als ich ihn frage ob ich ihn fotografieren darf, setzt er sofort eine dunkle ?coole? Sonnenbrille auf. Zuerst war ich etwas verwundert, doch dann wurde mir klar warum. Es ist dunkel im Raum, und die meisten Touris haben Blitze in ihren Kameras. Meine alte Kamera nicht, und darum bekomme ich ein Foto ohne Sonnenbrille. Von diesem Kloster f?hrt ?brigens auch ein 6 km langer unterirdischer Pfad zu einem anderen Kloster. Leider ist der aber momentan gesperrt. Wir spenden brav und steigen dann noch etwas h?her und .... schwer zu erraten, haben eine ph?nomenale Aussicht. Hinter uns ist ein Baum in dem zwei Pfirsichk?pfchen (eine Papageienart) sich gerade streiten.
Bei der Rast auf dem Aussichtsplatz (auf 3.150 meter) entfernen wir zun?chst alle Zecken, die gerade auf uns rumklettern. Ein kleines M?dchen gesellt sich auch zu uns, und Hans spielt einige Zeit mit ihr ein Spiel mit Steinen.
Wir rei?en uns schwer von der sch?nen Aussicht los und wandern wieder nach unten. Es kommen uns viele Leute entgegen, die gerade am Markt waren. Jetzt schleppen sie alle Eink?ufe den Berg hoch. Unten in Lalibela angekommen verabschieden wir uns von Jombe und gehen entlang der Hauptstra?e (super Asphalt, aber vielleicht alle halbe Stunde mal ein Auto) Richtung Neakuta Leab. Dort soll es eine Grottenkirche geben, zu der die Menschen aus ganz ?thiopien pilgern. Ein paar Kinder zeigen uns dann die restlichen Meter den Weg. An einem Baum m?ssen wir warten, und nach ein paar Minuten kommt ein Mann, und bei ihm k?nnen wri das Ticket f?r Kirche (je 30 Birr) kaufen. Dann steigen wir ein paar Meter hinab. Die Kirche selbst ist nicht besonders spektakul?r. Daf?r liegt sie in einem Fels?berhang. Der Platz vor der Kirche wird gerade neu gemauert. Vermutlich baut das ganze Dorf dabei mit, soviel Menschen sind hier aktiv.
Der Vorraum zur Kirche ist wieder mit viel Heu und Teppichen ausgelegt. Der Priester zeigt uns wieder ganz stolz seine Heiligt?mer. In dieser Kirche tropft auch heiliges Wasser von der Decke herab. Es soll alle Krankheiten heilen und darf nur n?chtern am morgen gesch?pft und auch nur n?chtern getrunken werden. Wir bitten den Priester ob er uns etwas f?r meine Eltern mitgeben kann. Mit heiligem Wasser und reichlich neuen Eindr?cken wanderen wir wieder ein St?ck hinauf und setzten uns zu einem riesigen und uralten Baum. Wie ?blich sind wir nicht allein. 3 Kinder begleiten uns. Einer davon ist sehr aufdringlich und bettelt auf sehr unangenehme Weise.
Nach ein paar Minuten brechen wir dann wieder auf Richtung Lalibela. Wieder begleiten uns ein paar Kinder, und Kleinkind, das gerade einmal gehen kann. Ich finds toll wie frei und sorglos die Kinder hier aufwachsen k?nnen. Bei uns w?rden viele M?tter tausend Tote sterben, wenn ihr Baby fremden Menschen auf der Stra?e hinterl?uft.
Wieder zur?ck in Lalibela speisen wir im Blue Nile, spielen mit ?King? dem Wonneproppen. Jombe hilft Hans dann beim Kauf eines sch?nen Silberkreuzes. F?r 80 Birr bekommt er ein sch?nes Kreuz. Beim Silberschmied spricht mich Dennis an. Er ist geb?rtiger S?dafrikaner, hat die deutsche Staatb?rgerschaft, ist aber in den USA aufgewachsen. Wie sich im Gespr?ch herausstellt, wohnt er seit heute im selben flohverseuchten Hotel und fliegt am selben Tag wie wir nach Bahar Dar. Im Hotel trinken wir zusammen ein paar Bier. Sp?ter kommt sogar noch ein Gast dazu. Es ist ein Spanier, bzw. eigentlich ein Baske, der in Nairobi f?r ??rzte ohne Grenzen? arbeitet. Er ist viel in Kenia und Somalia unterwegs und erz?hlt uns viel ?ber die schwierige Lage in Somalia.
Vorm Schlafengehen ist bei uns M?nnern noch einmal kurz Aufregung, weil ein gro?e schwarze grauslige Spinne in Bettn?he war und sich dann aber versteckt hat. Naja, vielleicht jagt sie ja ein paar der Fl?he und Wanzen. In der NSacht regnet es dann sehr stark.

Dienstag, 6. September 2005

Trotz Spinnen, Fl?hen und Regen (oder vielleicht gerade deshalb9 schlafen wir bis 8 und tr?deln dann noch einige Zeit rum. Gegen 11 Uhr spazieren wir zum Blue Nile und Brunchen ?Bocadillo de Patata?. Da werden Erinnerungen an den Camino in Spanien wach. Wir spielen wieder mit ?King? und trotten dann gem?tlich ins Hotel zur?ck. Wir ratschen mit Dennis und dem Spanier (der ?brigens Jaido hei?t, aber irgendwie war und ist er f?r uns der Spanier). Hans wascht W?sche und ich versuche meinen kleinen aber l?stigen Bettgenossen mit der Giftkeule das Garaus zu machen. Am nachmittag schlie?en wir uns f?r eine Kirche lang dem Guide von Jaido an. Doch davor gabs noch m?chtig Stre? am Eingang zum Kirchenbezirk. Da wollte doch der W?rter mein Ticket plus Reisepass sehen. Dummerweise habe ich aber 2 Ziffern vertauscht. Obwohl mein Name drauf steht und 8 der 10 Ziffern ?bereinstimmen nimmt er mir sofort das Ticket weg und meint es w?re nicht meines. Nach einigen Minuten heftigen Diskutierens und ?berzeugung, dass die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit dem selben Namen und fast der selben Passnummer, und dann noch dazu gerade zu diesem Zeitpunkt in Lalibela ist (zu einer Zeit in der kaum Touris dort sind), wurde ich dann doch noch eingelassen.
Zusammen mit Jaidos Guide besichtigen wir die Bet Georgis Kirche. Dort sind in einer Felsnische 5 Mumien. Als diese Mumien noch lebendige Menschen waren, wurde ihnen der Sage nach im Traum befohlen in Lalibela zu bleiben und dort auch zu sterben. Jetzt liegen diese Mumien immer noch in der Nische in der sie verstorben sind. Sie sind weder besonders gesch?tzt noch sonst irgendwie abgeschottet.
Nachdem Jaido und sein Guide zur anderen Kirche weiter ziehen, wollen Hans und ich noch einmal in Ruhe die Kirche anschauen. Jetzt regt sich der W?rter auf und will uns nicht mehr runterlassen. Dabei gilt das 100 Birr Ticket f?r alle Kirchen, so oft man will und f?r den gesamten Aufenthalt in Lalibela. Gro?z?gigerweise gew?hrt er uns doch noch einmal Eintritt, allerdings nur f?r 10 Minuten. Daf?r werden unsere gesamten Bewegungen im Kirchenbezirk von ihm kritische beobachtet. Vor der Kirche treffen wir dann noch ein paar Einheimische mit denen wir ins Gespr?ch kommen, und so werden aus den 10 Minuten dann doch einige mehr. Aber Zeit ist Afrika ja ein sehr abstrakter Begriff.
Nachdem wir uns von unserer Lieblingskirche (Bet Georgis oder Georgiskirche) verabschiedet haben, gehen wir zu den Kirchen der Nordgruppe. Diese sind etwas anders angeordnet als die Kirchen der S?dgruppe. Wieder schlie?t sich ein freundlicher Junge uns an der uns den Weg zeigen will. Wir machen ihm aber vorab klar, dass wir weder Guide noch Dolmetscher brauchen. Er bleibt aber trotzdem bei uns und ist eigentlich recht in Ordnung.
Die erste Kirche die wir besuchen ist am Dach noch mit dem Fels verbunden. Rund um die Kirche f?hrt ein kleiner Gang, der von den M?nchen und Priestern zum Schlafen benutzt wird. Da sich gerade wieder einmal die Regenzeit meldet, warten wir den Schauer in diesem Gang ab. Der Priester dort war ?brigens sehr sehr nett.
Die n?chste Kirche erreicht man ?ber eine sehr hohe schmale Br?cke. Von dieser Kirche aus geht ein 30 meter langer dunkler Gang zur n?chsten Kirche. Wieder erinnert mich vieles an Indiana Jones.
Jetzt schlie?t sich noch ein zweiter sehr aufdringlicher Junge uns an. Wir machen ihm mehrmals und immer wieder darauf aufmerksam, dass er uns bitte allein lassen soll, wir keinen Guide oder sonst was ben?tigen, und wir auf kein Geld zahlen werden. Der Junge l?sst sich nicht beirren oder erz?hlt uns in recht schlechtem Englisch alles was er ?ber die Kirchen wei?. Ich bin ziemlich genervt von ihm und gehe ihm dann nur aus dem geht (wobei das ?u?est schwierig ist).
In den n?chsten beiden Kirchen zeigen uns die Priester wieder ihre Heiligt?mer und ihre Kirchen. Einer der Priester gibt mir sogar seine E-Mail Adresse. Tja, die Zeiten ?ndern sich. Dieser Priester bekommt immer wieder Lachanf?lle weil der nervige Junge st?ndig Dinge ?ber die Kirche erz?hlt. Anscheindend ist er mit ihm verwandt. Sympatischer wird mir der Junge dadurch aber auch nicht.
Wir wandern wieder ein paar verschlungende dunkle G?nge und landen schlie?lich in der letzten Kirche. Hier fordert der nervige Junge dann seinen Lohn f?r seine von uns nicht gewollte F?hrung bzw. Begleitung ein. Dass wir ihm mindestens 10 mal gesagt haben dass wir seine Dienste nicht gewollt haben, will er gar nicht h?ren. Er wird nur w?tender und f?ngt an uns zu beschimpfen. Er will dann auch noch ein paar Bilder verkaufen, die wir ihm nat?rlich auch nicht abkaufen. Schlie?lich gehen wir weiter, er hinter uns her, wild schimpfend. Ein lustiges Bild. Der andere nette Junge der auch noch dabei ist, erz?hlt uns sp?ter dass der andere Junge vermutlich auf Drogen war.
Zur?ck im Blue Nile Restaurant warten wir auf Jombe. In der Wartezeit schauen wir auf einem arabischen Satellitenkanal die Fortsetzung von ?Mein Partner mit der kalten Schnautze? an.
Schlie?lich gehen wir mit Jombe essen. Sp?ter kommt auch noch Dennis und der Spanier nach. Und weils unser letzter Abend war, gehen wir auch noch in eine Tej Bar. Diese ist ziemlich gut besucht und die Stimmung scheint auch sehr fr?hlich zu sein. Wie ?blich sind wir die einzigen Wei?en und werden auch sehr freundlich aufgenommen. Wir trinken nicht wenig Tej und Dennis unterh?lt die ganze Kneipe mit aktuellen Bildern aus seiner DigiCam, auf der einer der G?ste des Lokals zu sehen ist, wie er vor seinem Tejglas eingeschlafen ist.
Zwischendurch werden sehr sehr scharfe Bohnen gereicht. Ich koste sie gleich und bin eigentlich ziemlich begeistert. H?llisch scharf, aber saugut.
Ich komme mit einem Mann ins Gespr?ch, der bei einem Projekt zur HIV/AIDS Pr?vention arbeitet. Wir unterhalten uns einige Zeit, und gegen 10 Uhr verabschiede ich mich schlie?lich von den anderen. Ich selbst bin auch schon sehr angeheitert, wei? aber das es f?r mich genug ist. Der Mann vom HIV Projekt begleitet mich noch zu meinem Hotel. Auf dem Weg machen wir kurz Stop in seinem Haus. Er wohnt mit seiner Schwester zusammen. Die hat gerade geschlafen und ist ziemlich verdutzt als sie mich sieht. Ist ja wohl auch nicht so ?blich mitten in der Nacht mit einem Ferenji aufzutauchen. Nachdem ich die Sch?tze der Familie begutachtet habe, begleitet er mich dann noch bis zu meinem Hotel.
W?hrend ich schon tief und fest schlafe, feiern die anderen vier (Hans, Dennis, Jaido und Jombe) noch fr?hlich weiter. Sp?ter gehen sie noch in eine ander Kneipe wo sie dann auch noch tanzen. Jombe der scheinbar noch nicht 18 jahre alt war, d?rfte eigentlich noch keinen Alkohol trinken. Angeblich sind Zivilpolizisten in dieser Bar und wollen ihn einbuchten. Hans der nicht merkt das es Polizisten sind, legt sich mit ihnen an und verteidigt Jombe und bringt ihn kurz darauf nach Hause. Gegen 1 Uhr kommt Hans dann ins Hotel. Denis und der Spanier kommen irgendwann in den fr?hen Morgenstunden.
Und somit gehen ein paar Tage in Lalibela und ein eigenartiger letzter Tag zu Ende. Ich bin froh aus Lalibela wegzukommen. Selten waren Kinder so penetrant aufdringlich wie hier. Au?erdem haben wir erfahren, dass vor einigen Jahren das Lalibela Kreuz gestohlen wurde. Dieses Kreuz ist f?r ganz ?thiopien extrem heilig. Und wer hats gestohlen ?? Der Besitzer von dem flohverseuchten Hotel in dem wir gewohnt haben. Logischerweise ist der nicht sehr beliebt bei der Bev?lkerung. Er war zwar kurz im Gef?ngnis, durfte aber nach einger Zeit wieder raus und lebt jetzt eigentlich auch im Gef?ngnis in seinem Haus. Angeblich w?rde er von der immer noch sehr w?tenden Dorfbev?lkerung erschlagen werden wenn sie ihn erblicken w?rden.

Mittwoch, 7. September 2005

Nach einer schlecht geschlafenen Nacht wache ich gegen 6 Uhr auf und begebe mich mit starken Harndrang Richtung Toilette. Diese ist f?r alle Hotelg?ste gemeinsam und befindet sich am Ende eines ca. 3 meter langen Ganges. Am Anfang dieses Ganges stolpere ich ?ber einen Riesenschiss. Ich glaube ich hab noch so einen Mordshaufen Schei?e gesehen. Wir vermuten dass es der Spanier war. Er war der besoffenste, und au?erdem ist der ziemlich gro? und bekannt f?r seine Fressorgien (die Gr??e des Haufens w?rde daher kausal zu seiner K?rpergr??e und seinem Hunger stehen).
Nun denn. Eine kalte Dusche macht mich wach und um 7 Uhr holt mich der Mann mit dem HIV Projekt ab. Er will mir seine Organisation zeigen und seine Kollegen. Normalerweise bin ich ja schon der Morgenmensch, aber nach der letzten Nacht sind meine Sinne noch nicht auf Hochtouren. Ich gehe aber brav mit und bin eigentlich sehr ?berascht, wie professionell die Orga arbeitet. Sie verteilen Gratiskondome und Gratispillen. Sie machen Workshops in Schulen und in D?rfern. Nachdem ich alles kennengelernt habe, hetzen wir zur?ck zum Hotel. Wir drei (Hans, Dennis und ich) werden vom Taxi zum Flughafen abgeholt. Im Taxi ist auch wieder ein alter Bekannter. Ein UN-Mitarbeiter (Alter ca. Mitte 50, Typ Sean Connery) und seine Freundin (Alter ca. 19, Anfang 20, Typ neureiche Kichererbse). Wir hatten ja bislang vermutet dass sie seine Adopivtochter ist, aber wie sich dann rausgestellt hat, sind sie doch ein Paar.
Der Flug nach Bahar Dar ist kurz und wenig spektakul?r. Vom Flughafen k?nnen wir mit einer polnischen Touristin gratis in die Stadt mitfahren. Als Hotel haben wir das Ghion Hotel ausgesucht. Es soll ?the best bet? laut Reisef?hrer sein. Wir bekommen einen Doppelbungalow mit 4 Betten f?r 105 Birr. Die Anlage selbst ist paradisisch kitschig sch?n. Tropische ?ppige Pflanzen und B?ume in allen Farben die mit Farnen bewachsen sind. Bunte trillernde V?gel, und das alles direkt am Ufer des Tanasees. Am See ziehen Pelikane vorbei und in einigen der B?ume hocken auch jede Menge Geier. Wir essen gebratenene Fisch der sehr gut schmeckt. Mit einem Briten planen wir eine Bootstour f?r den n?chsten Tag. Dennis und der Brite wollen noch am selben Tag zu den Blue Nile Falls. Angeblich sollte es sofort in den n?chsten 10 Minuten losgehen. Nach 2,5 Stunden waren sie aber immer noch da. Schlie?lich sind sie doch noch gefahren, und haben kaum Wasserf?lle gesehen. Wegen dem Kraftwerk wird sehr viel Wasser den F?llen entnommen. Schade.
Hans und ich spazieren durch die wundersch?ne Stadt. Es gibt breite Avenues mit Palmenalleen. Keine nervigen Guides, Schlepper oder ?you-you? Rufe. Herrlich diese Ruhe. Wir k?nnen ?ber den Markt schlendern ohne dass sich jemand aufdr?ngt.
Zur?ck im Hotel bzw. eigentlich muss man ja Anlage dazu sagen, wappne ich mich gegen die Moskitos (die aber trotz Ank?ndigung nicht kommen werden) und trinke dann auf der Terasse bei Sonnenuntergang am See einen frischen Mangosaft. Luxus und Kitsch pur. Schr?ges Gef?hl, und das mitten in ?thiopien.
Am Abend trudelt dann der Spanier ein, der mit dem Bus von Lalibela gekommen ist. Er erz?hlt uns, dass er am Morgen verschlafen hat (Busse fahren schon um 6 Uhr fr?h), er aber von den Passagieren aus Lalibela extra geholt wurde.
Am Abend essen wir zu viert auf der Terasse und ratschen noch einige Zeit.
afrikasommer am 12.12.05 22:20


WIR FAHREN IN 2 WOCHEN!!! Liegr? Liz
afrikasommer am 26.7.05 09:03


Hier der Sicherheitsinformationslink des ?sterreichischen Aussenministeriums.LINKTEXT
afrikasommer am 26.7.05 09:02


Frauen in ?thiopien Kalender 2005

LINKTEXT
Elisabeth am 13.5.05 14:48


Sehr ausf?hrliche Linksammlung ?ber ?thiopien
LINKTEXT
Elisabeth am 13.5.05 14:25


As the elderly say: ?thiopische Sprichw?rter:

A blade won't cut another blade; a cheat won't cheat another cheat.

A bleating sheep loses a bite.

A cat may go to a monastery, but she still remains a cat.

A fool and water will go the way they are diverted.

A fool at forty is a fool indeed.

A fool is thirsty in the midst of water.

A silly daughter teaches her mother how to bear children.

A single stick may smoke, but it will not burn.

Advise and counsel him; if he does not listen, let adversity teach him.

Evil enters like a needle and spreads like an oak tree.

Evil gotten, evil spent.

Give advice; if people don't listen, let adversity teach them.

He who conceals his disease cannot expect to be cured.

Move your neck according to the music.

She who does not yet know how to walk cannot climb a ladder.

Sitting is being crippled.

The cattle is as good as the pasture in which it grazes.

The coward sweats in water.

The frog wanted to be as big as the elephant, and burst.

The witness of a rat is another rat.

What one hopes for is always better than what one has.

When one is in love, a cliff becomes a meadow.

When one is prepared, difficulties do not come.

When spider webs unite, they can tie up a lion.

When spiders unite, they can tie down a lion.

You cannot build a house for last year's summer.

Elisabeth am 13.5.05 14:15


Landkarte ?thiopien:

LINKTEXT
Elisabeth am 13.5.05 14:10


Zum Vertiefen ?ber die Kultur des Oromo Volkes im S?den:

LINKTEXT
Elisabeth am 13.5.05 14:01


Zum Reinlesen: Begegnungen mit Menschen Religion in ?thiopien: "Auf eine Tasse Kaffee"

href="http://www.elm-mission.net/deutsch/data/downloads/kaffee_begleitheft.pdf" target="_blank">LINKTEXT LINKTEXT
afrikasommer am 13.5.05 13:56


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