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A F R I K A S O M M E R                               Hans, Liz und Tom

Erleben, Entdecken, Lernen, Fühlen im äthiopischen Hochland


afrikasommer


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unsere geplante Tour im

Sommer 2005 durch

Äthiopien. Diese Seite

dient vor allem uns

selbst und unterstützt

uns bei der Planung

unserer Reise.



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IM SUEDEN

9.8.
Busfahrt von Addis nach Arba Minch (550 km)

Wir werden um dreiviertel 5 Uhr abgeholt und kommen um 5 Uhr am Mercato (Busbahnhof fuer Ferndestinationen). Die Strassen sind noch menschenleer, aufgrund der spaerlichen Strassenbeleuchtung - alles finster. Vor dem Busbahnhof steigen wir aus und befinden uns im finsteren Getuemmel und Geschrei, sehr viele Busse, sehr viele Menschen, eine gewisse Hektik, da alle gute Sitzplaetze in den ueberfuellten Bussen moechten, und die meisten noch Bustickets benoetigen. Ich versuche Thomas im Getuemmel einem Mann folgend, nicht aus den Augen zu verlieren. Im Bus bekommen wir die Plaetze hinterm Fahrer und warten eine Stunde bis der Bus endlich abfaehrt. 12 Stunden ruettelnd durch endlose Savannengegend, alles ist recht trocken - unendlich. Wir sitzen zu viert auf einer Bank fuer drei, d.h. staendig aneinandergequetscht ? hin und wieder unterhalten wir uns mit den Leuten, schlafen, schauen raus. Nach 12 Stunden kommen wir in Arba Minch ziemlich zerknautscht an ? Unterkunft im Bekele Mole Hotel, das wohl das teuerste sein wird 312 Birr (1 Euro / 10 Birr) ? ansonsten zahlen wir durchschnittlich 40 Birr. Die Terasse wirklich toll ? Blick ueber 2 Seen (Lake Chamo + Lake Abaya ?1000km der zweitgroesste See Aethiopiens) ? ein Touristen Moloch ? wir sind hier nicht alleine. Die meisten anderen Touristen sind mit Jeeps und Guides a la Safari unterwegs. Nicht so unsere Zielgruppe. Die Gegend ist hingegen unserer Vorstellung ziemlich bergig.
Beim Fruehstueck ein stehlender ziemlich photogener Pavian mit fescher Kulisse. Nach dem wir ausgiebig herumgetroedelt haben, sind wir ?local heros? in der Mittagshitze den Hang vorm Hotel hinunter in den Nechissar Nationalpark um dem Eintritt zu umgehen und die 40 warmen Quellen zu finden. Staendig bieten sich Leute als Guides an, die wir erfolgreich losgeworden sind, denn Gscheiti und Besserwiss (Zitat Alex) moechten den Nationalpark alleine bewandern. Spaeter haben wir gelesen, dass es auch Loewen im Park gibt. Zum Teil ist der Nationalpark Jungleaehnlich zum Teil dichter Akazienbuschwald. Wir legen zum Teil Spuren a la Haensel und Gretel um den Weg zurueckzufinden. Wir entdecken einen Pavian, der gleich die Flucht ergreift, und eine Gruppe schwarzweisse Colubusaffen im dichten Wald. Ansonsten sehr viele verschiedene Schmetterlingsarten. Am steilen Aufstieg in der prallen Sonne, ist uns ziemlich die Luft ausgegangen und haben uns gleich einen ziemlichen Sonnenbrand geholt. Ueberall wo kein Wasser ist, ist die Landschaft total trocken und erinnert an Mexiko, grosse Kakteen und roter Sandboden, die Erosion ist stark.
Am Abend sind wir denoch in das untere Dorf ins ?Halleluja Hotel? ? das Zimmer sehr spartanisch keine Dusche im Zimmer sondern eine Gemeinschaftsdusche (wie eine Gefaengnisdusche) neben den ?afrikanischen? Toiletten, das war schon recht erlebnisreich, dafuer nur 20 Birr.
Am Nachmittag sind wir durch die Hintergasseln in die untere Stadt hinunter-gewandert und wurden am Weg von einer Frau in ihr Haus eingeladen. Die Kommunikation gestaltet sich etwas schwierig. Die Doerfer bestehen zum Teil aus schoenen Rundhuetten, oder Wellblechhuetten. Wir sehen einen Kollibri und werden von ca. 10 Kindern begleitet, die hinter jeder Ecke auftauchen und uns anschnorren. Trotzdem fuehlen wir uns in den Hintergasseln am wohlsten und an die Begleitung gewoehnt man sich.
Am Abend ist Thomas zum Frisoer und danach sind wir mit 2 Burschen von Arba Minch in eine Tej Beat Bar (wie ein Buschenschank) gegangen. Tej ist ein Honigwein und wird in bauchigen Vasengefaessen kredenzt. Ausgesprochen fein.. Danach sind wir zum Injera essen, da gerade Fastenzeit ist gibt es jede Menge vegetarische Variationen. Man isst mit den Haenden (rechte Hand) und tunkt mit den Tef-Palatschinken die verschiedenen Sossen (scharfe Linsen, und sonst. Gemuese)

10.08.05
Halleluja ? wieder Tagwache um halb fuenf Uhr frueh. Wir fahren noch weiter in den Sueden nach Konso (2,8 Stunden). Jetzt sind wir noch mehr reingestopft, da wir unsere grossen Rucksaecke auf den Beinen halten. Eignet sich aber gut als Schlafkopfstuetze. Droehndend laute Musik gehts ueber die Schotterpiste. Das Tal ist sehr ausgedrocknet, die Flussbette ausgetrocknet, die Strasse geht durch die Furten. Wir fragen uns wie die Leute in der Regenzeit hin und her kommen. Am Weg eine Pavianherde. Wir sind bereits um 9 Uhr in Konso. Wir landen wieder in einem Touristenpfuhl (aber sehr nett ? beim Kreisverkehr) sind aber ganz froh nach der letzten halbwach verbrachten Nacht. Die Atmosphaere ist nett. Wir fruehstuecken (Brot mit Honig) In den Akazien sieht man immer wieder Koecher haengen in denen die Bienen logieren. Heute ist Markttag in Konso, die Leute sind hier noch aermer, die Kleider sind Fetzen und zum Teil haben die Leute auch schon Trachten an (bunte dicht gewebte Roecke). Die meisten sind aufgrund der Wasserknappheit ungewaschen. Am Markt sehen wir dass die Bewirtschaftung hier aufgrund der Trockenheit sehr schwierig ist. Es gibt kein Obst und kaum Tomaten in dieser Gegend. Es ist zu heiss und fuer den Markt zu frueh, das meiste ist um 1 Uhr los, deshalb gehen wir zurueck Waesche waschen und Touristen beobachten. Spaeter gehen wir wieder zum Markt: Verkauft werden Stoffe, Gemuese (Kartoffeln, Zwiebeln, Kraut, Zitronen), Raeucherwaren (Weihraucharten), Kaffeeblaetter. In Konso werden die Kaffeebohnen verkauft und mit den Kaffeeblaettern der Kaffee zubereitet. Die Blaetter werden im Moerser zerstossen, Gewuerze und Chilli hinzugefuegt, das ganze ist dann viel dicker als normaler Kaffee. Weiters gibt es einen Ziegen und Kuhhandel, gleich dort finden wir dann wieder eine lokale Buschenschank (Heuriger fuer Nichtwiener) in dem JAGGA ausgeschenkt wird, ein Bier aus vergorenen Mais. Wir nehmen Platz direkt neben einer Kuh und ihren Begleiterscheinungen und bekommen eine gelbe dickliche Fluessigkeit in einer Kuerbiskalabasse. Alle schauen ob wir jetzt auch wirklich trinken. Ich kann nicht mehr als Kosten. Thomas wahrt den Anstand und trinkt ein wenig mehr. Er bekommt daher die Tapferkeitsmedaille des Tages. Noch immer heizt die Sonne ziemlich hinunter, am Abend wird es aber immer angenehm kuehl.
Neben dem Erleben und Eintauchen in die aethiopische Kultur, machen uns die behavioristische Beobachtung und Erforschung des gemeinen westtouristischen ?Homos sapiens touristica ferenje? grossen Spass, die sich gegenseitig an Safarikleidung, Westen mit 75 Taschen in verschiedenenen Groessen, beigefarbig, Tropenhelme im Einzelfall befedert, uebertreffen. Die ganz mutigen trauen sich ohne Guide in ihren strahlend weissen T-shirts aus dem Hotelareal um sich mit bunten Konsoschmuck zu versorgen. Die Tapferkeitsmedaille geht jedoch an all jene die sich unserem Beispiel folgend aus ihren gepanzerten Jeeps getraut haben, um auf der staubigen mit Einheimischen bevoelkerten Schotterstrasse den letzten Kilometer bis zum Hotel hinter uns herzutrotten. Das war ein recht skuriller Anblick als die Jeeps einer nach dem anderen hinter uns stehen geblieben ist. Wir haben uns daher wieder in die Hintergasserln begeben.
Am fruehen Nachmittag gehen wir zum Cultural Office um uns eine Besucher Genehmigung fuer die Besichtigung der Konsodoerfer zu holen (70 Birr). Hier lernen wir Denote kennen, der uns viele Informationen ueber die Doerfer und die Tradtitionen gibt. Von ihm erfahren wir auch, dass es im Dorf Dagota ebenfalls einen Markttag gibt. Da wir nur eine Nacht in unserem Hotel verbringen koennen (ausgebucht) fragen wir ob es eine Moeglichkeit gibt in einem Dorf im Compound zu schlafen. Er bietet uns an dass wir in seinem Geburtshaus schlafen koennen, dass momentan unbewohnt ist. Wir verabreden uns am naechsten Morgen um 8 Uhr (in Aethiopien ist alles frueh) und wandern dann hinauf ins Dorf Dagota. Es ist heiss und es ist zum Teil anstrengend, aber nur so wird einem bewusst wie beschwerlich es fuer die Frauen und Kinder ist, die zum Teil 50 kg Saecke kilometerweit am Ruecken tragen. Die Konso finden es lustig, dass wir ebenfalls zu Fuss unterwegs sind. Jeder kleine Schatten ist toll, die vorbeifahrenden Jeeps und Tracks stauben uns ein. Die Strasse schlaengelt sich den Berg hinauf, wir sehen die ersten Doerfer, strohgedeckte Rundhuetten mit Tontopfen auf dem Dach, sie sind umgeben von aneinandergereihten alten Holzstuecken und Steinmauern um sie nach aussen zu schuetzen. Im Dorfkern befindet sich die Compounds verschiedener Familien, das Mora (das ist der Schlafplatz fuer junge Maenner ? mit der beginnenden Pubertaet muessen sie hier schlafen bis sie Verheiratet sind) Sex vor der Ehe ist verboten und laut Demote passiert es auch kaum, naja ob die Moral immer so gehalten wird!?, dann gibt es einen spirituellen Platz, er ist gross, viereckig, es gibt 3-4 heilige stehende Steine, sie sind auch Ruhmsteine, wenn das Dorf etwas vollbracht hat, sind aber auch Steine um die Wahrheit zu schwoeren. Auf diesem Platz steht auch ein langer aufgestellter Baum a la Maibaum, er wird alle 18 Jahre aufgestellt und stellt die wechselnden Generationen da, die dann die fuehrende Rolle im Dorf uebernehmen. Auf diesem Platz finden rituelle Festivitaeten statt, hier tagt auch das Dorfgericht, welches sich aus den Aeltesten zusammensetzt. Um die Wahrheit festzustellen, wird als letztes Mittel der Schwur auf dem heiligen Stein angewendet. Laut Denote sagen hier alle die Wahrheit, da Luegen am heiligen Stein Unglueck ueber die Person und seine Familie bringt. Die Graeber der Familie befinden sich ausserhalb der Doerfer in den Feldern, bekannt fuer diese Gegend sind die Waggas, ca. 1,5 Meter hohen geschnitzten Figuren, die bei Personen aufgestellt waren die etwas vollbracht haben, z.B. einen Geparden getoetet. Wir gelangen nun zum Markt, er ist sehr eng, bunt und laut, wir werden sofort umkreist, wir versuchen durch den Markt zu kommen, alles sehr eng und stressig. Wir fluechten uns an den Rand und setzen uns neben einem Schneider und schnaufen durch. Photografieren gestaltet sich auch nicht immer so einfach. Alle wollen Geld fuer die Photos. Im Halbkreis Kinder um uns herum, unserer Erfahrung nach muss mans manchmal einfach aussitzen so lange bis das rege Interesse an Birrs und Karamellas (Geld und Zuckerl) vergeht. Zum Glueck haben wir die Begruessungsfloskeln gelernt, das hilft zumeist Wunder. Ashama! Oder Salam! Den Kopf leicht nicken und Haende schuetteln, so schreiten wir paepstlich durch die Strassen. Danach knippsen wir noch schnell ein Photo vom Markt ? wieder ein paar Touristen die beschattet von ihren Guides einfacher durchgehen, wir werden dafuer umso mehr beschallt ? aber dafuer sind wir mitten drin. Danach schauen wir uns das Dorf an. Die Wege im Dorf sind einen halben Meter breit aus zusammengetragenen Steinen, gesaeumt von den Holzzaeunen, die Strohhuetten wunderschoen. Die Doerfer sind unglaublich schoen und da Dagota auf der Spitze eines Huegels liegt ist die Aussischt ein Wahnsinn. Wir werden wieder von einem Guide begleitet, der uns alles zeigt. Sehr viele Leute sprechen in Aethiopien englisch, da der Grundschulunterricht sowohl auf Amhari, wie auch auf englisch ist. Jedoch besuchen gerade in Konso nur 25% der Kinder die Schule und davon nur ganz wenige Maedchen. Maedchen muessen nicht lernen, da sie fuer die Toechter einen guten Brautpreis bekommen. Ca. 4000 Birr! Oder Kuehe! Am Rueckmarsch geht es bergab, die Fernsicht auf einen Gebirgszug ist gewaltig, wir setzen uns auf einen Stein und schauen?.. Kenia ist nicht mehr weit.

Freitag, 12. August 2005
Nach einem kurzen Fruehstueck gehen wir wie verabredet zu Denotes Office. Hier warten wir ca 1 Stunde ? er ist leider nicht da ? schickt aber einen Jungen mit einer Nachricht, der uns ins Dorf Deyreite begleitet. Es liegt direkt an der Hauptstrasse, wir hoffen, dass wir in eine richtige strohgedeckte Huette kommen und nicht in ein Wellblechhaus. Wir biegen von der Hauptstrasse ab und entdecken, neben der recht schmucklosen Strassenfront ein gleich schoenes Dorf wie wir es gestern gesehen haben. Als wir ankommen sind wir aber dennoch recht ueberrascht wir wohnen in der Jagga Bier Bar. Hier sitzen an die 30 Frauen und Maenner und Kinder und trinken genuesslich am Morgen. Jagga ist hier nicht nur Bier sondern auch Nahrung, behaupten bei uns ja auch so einige. Hier ist wirklich was dran. Wir fuehlen uns recht in die Menge hineingestossen, bringen unsere Rucksaecke in das Haus von Gayaha, Denotes zweiter Frau. Wir fragen uns wie wir die Toilettenfrage loesen, da man hier immer sehr oeffentlich ist. Aber wie gehabt wenn wir uns etwas von uns selbst ueberrumpelt fuehlen setzen wir uns einmal hin und warten bis wir uns an die Umgebung gewoehnen und ein bisserl lockerer werden. Wir bekommen gleich ein Jagga angeboten, nach der Markterfahrung koste ich es denoch wieder und finde es viel besser ? daher verbringen wir plaudernd und trinkend mit vielen Leuten im Compound von Denote der angeblich spaeter kommen sollte ? aber nicht auftaucht - er ist staendig mit den Safaritouristen unterwegs. Ein Soldat aus Arba Minch der in seinem Geburtsdorf auf Besuch ist auch hier und ist sehr gespraechig. Wir packen unsere Photos aus (Bild vom WelserRiegel und von der Stadt Salzburg), die gehen die Runde. Wir lernen die Grossfamilie kennen. Das mit dem Jagga / Bier funktioniert so, dass Reihum im Dorf verschiedene Familien Mais ansetzen und vergaren, die Jagga / Bar ist daher immer wo anders. Das Jagga Bier wird immer wieder mit heissem Wasser aufgegossen, dazu werden rote schmackige Bohnen kredenzt. Also hygienemaessig haben wir nun ohnehin schon gegen alle Regeln verletzt. Den ganzen Vormittag verbringen wir hier und reden mit den Leuten. Mittags gehen wir aufgrund der Toilettenfrage und der Essensfrage ins Hotel hinunter, wieder super Injera. Am Weg treffen wir Denote und erfahren, dass wir doch in einem anderem Haus von ihm wohnen, jedoch im selben Dorf. Im Dorf lernen wir auch, dass Injera nur an Festtagen (wie Neujahr oder Geburt, etc. gekocht wird) ansonsten ist man eher ein Gemisch aus Hirse und Maismehl mit Blaettern aus den Dorfbaeumen, das ganze nennts sich in Konso Korfuffa ? und ist eigentlich auch schmackig, wie Mehlknoedel mit Spinat. (also im Vergleich zu ghanaischem Essen). Am Nachmittag gehen wir auf der Strasse Richtung Yabelo und setzen uns unter eine schattige Akazie, wir gehen durch die Gestetten, alles sehr dornig. mit Sandalen nicht das beste. Ich frage ob es hier Schlangen gibt. Es schaut so klapperschlangig aus. Aber die Kinder meinen Nein. Viele Kinder sind wie ueblich dabei. Ich male und Thomas ratscht mit einem Jungen ueber Weltpolitik. Manche Kinder haben ein unglaublich grosses Allgemeinwissen. Wir beobachten auch eine ?riesige? Spinne, die ihre Beute in sekundenschnelle eingewickelt hat. Also in mir loest das ja kein Vertrauen bzgl. der Gifttiere aus.
Am spaeten Nachmittag kommen wir wieder zu Denotes Frau und trinken wieder Jagga. Am Weg hinauf haben wir auch das erste Mal Tschat verkostet. Es sind Zweige mit gruenen Blaettern, eine Art aufputschende Droge, die gekaut wird. Uebrig bleibt eine gruene Zunge, und wir sind wirklich geputscht, vielleicht aber auch wegen der Auffregung, dass wir schon wieder etwas in Richtung Magenunvertraeglichkeit getan haben. Aber der Gott der Verdauung ist uns bis jetzt wohlgesonnen! Am Abend bekommen wir das Local Food wie oben beschrieben. Denote kommt sehr spaet nachhause, wir bringen unserer Rucksaecke in die andere Huette. Den ganzen Nachmittag waren die Dinge in der Huette wir machen uns aber keine Sorgen, dass etwas gestohlen wird. Im Finstern ist es gar nicht so leicht sich zu orientieren, obwohl der Halbmond (liegend) hell scheint. Die Stimmung in den Doerfern in der Nacht ist fuer mich das schoenste in den Compounds die Feuerstellen und Stimmen, manche Singen. Wir gehen mit Denote zu einer Verwandten, die uns spitzenmaessigen Tej bringt. Angeblich wird in Konso mehr Honig hinzugefuegt, in Arba Minch mehr Zucker zugesetzt. Wir bekommen dann noch Tomaten mit Weissbrot. Schmeckt italienisch. Wir denken noch kurz an das Verbot kein ungekochtes Gemuese zu essen, ach was! Nun da Denote endlich Zeit fuer uns hat erzaehlt er uns allemoegliche Geschichten. Er ist ein guter Geschichtenerzaehler. Danach gehen wir in unseren schoenen Compound mitten im Dorf und verbringen die Nacht recht wachsam, in der lebenden Huette. Die Huette ist aus Lehm ? innen mit Zeitungsseiten verklebt aus internationalen Zeitungen (Newsweek), so finden wir sogar einen Artikel ueber Haider von einem Weizer verfasst. Vor meinem Kopf sitzt an der Wand eine Spinne reglos. Ich lasse sie da, geheuer ist sie mir aber nicht. Ich wache immer wieder auf, leuchte herum. Staendig raschelt es, es gibt grosse schwarze Kaefer, einer ist in Thomas?s Bett abgestuerzt. Da wir aber beide ziemlich angetrunken und voller Tageserlebnisse sind, schlafen wir dann doch irgendwann ein.
Samstag, 13. August
Gleich um 7 Uhr kommt Denote und bringt uns eine Permit fuer ein Dorf 1 h von Konso weg und wird uns ein Transportmittel besorgen. Hier gibt es keine Taxis mehr. Danach gehts mit dem kulturellen Programm sofort weiter. Wir bekommen auf der Feuerstelle gebraeuten Kaffee aus Blaettern, Salz, Gewuerzen und Chilli, und bekommen den in einem voellig verdreckten Altoelbecher kredenzt. Ausserdem bekommen wir schon um 7 Uhr frueh Korkuffa (Kloesse mit Spinat), da eine Tochter des Hauses bei uns sitzt und mitfruehstueckt, koennen wir nicht ablehnen. Vom Geschmack ist der Kaffee ganz fein., danach marschieren wir ins Hotel und trinken noch einen richtigen Buna und Honigbrot und warten da auf einen Truck. Wir warten und warten, bis Denote irgendwann kommt und meint, dass das wohl nix mehr werden wird. Wir setzen uns daher zu einem Spanier und ratschen ueber seine Arbeit. Er macht hier Studien zu Malaria und Schlafkrankheit. Wir sehen kaum Moskitos, sie sind besonders in der Regenzeit verbreitet und im Sueden ist die Regenzeit bereits vorbei.
Daher beschliessen wir dann wieder einige in der naehe liegenden Doerfer zu Fuss zu bewandern. Wir gehen nach Darro und bestaunen wieder die maechtigen Steinmauern. Wir wandern durch die Sorghumfelder und folgen den Frauen zum Dorfbrunnen. Der Brunnen ist winzig und etwa 10-15 Meter tief. Die Frauen tragen die Kanister zum Teil kilometerweit bergauf. Mit den gelben Kanistern und bunten Roecken gibt das ein schoenes Bild. Der Brunnen liegt schattig daher setzen wir uns auch dazu. Wir wandern den Bach entlang zur Strasse nach Yabelo und dann entlang der Strasse in der sengenden Hitze zurueck nach Konso. Die Konso haben in ihren Feldern seit jeher Terassen angelegt in dem sie bewirtschaften. Auf den Hirsestauden lassen sie auch Bohnen hinaufwachsen. Zur Zeit wurde gerate Hirse und Mais geerntet. Wir essen wie immer Injera gehen dann zu unserem Compound, schlafen ein wenig, lesen, malen, photografieren und erleben die letzten Minuten eines grossen Grashuepfers der von den Kindern nach und nach zerlegt wird. Ayanna die auch in unserem Compound wohnt kocht Korkuffa. Wir helfen ihr dabei und dann roesten wir den Grashuepfer, den die Kinder dann essen. Nachher gehen wir zu Denotes Familie in den Compound helfen die Maiskolben zu entblaettern und beim Kochen und trinken wieder Jagga. Wir essen wieder Korkuffa und gehen dann in die Huette, ich bin recht muede. Wir werden noch Zeuge eines Ehestreits der Nachbarn. Wir hoeren Maedchengesaenge durchs Dorf ziehen, begleitet von einer Trommel. Thomas sucht sie im Dorf, wobei einige vor der ?weissen Erscheinung? im Finsteren so erschreckt sind, dass sie verstummt sind. Ich habe die Riesenspinne vertrieben und mir eine archetektonisch aufwendige Moskitonetzkonstruktion gezimmert. Ich habe in dieser Nacht super geschlafen. In der Frueh hab ich allerdings gemerkt wie kalt es ist.
Und zum Schluss> Alles Gute zum Geburtstag VATI!

Sonntag, 14.8.
Wir packen. Ich wasche mich ein wenig, da wir im Dorf keine Duschmoeglichkeit hatten sind wir dementsprechend eingestaubt. Wir durchsuchen noch unsere Rucksaecke um ein paar Geschenke fuer die Familie zusammenzustellen und gehen dann zum Kreisverkehr hinunter. Ich kaufe Wasser und Thomas geht inzwischen zu den Bussen und fragt wann sie nach Arba Minch zurueckfahren. Die Antwort JETZT! Das heisst wir verzichten auf Fruehstueck und springen in den Bus. Wir sitzen gleich beim Fahrer, das heisst super Sicht vorne aus dem Bus, obwohl der Bus wie immer vollgestopft ist. Trotz allem gibt es Kontrollen der Polizei. Die Busfahrer handhaben das so, dass sie einen Teil der Busreisenden ein bisschen zu Fuss vorausschicken, die Leute warten hinter den Kontrollen und dann wird der Bus wieder vollgestopft. Am Weg steigt eine Frau mit ihrer kranken Tochter ein. Sie sitzt neben uns. Das Kind muss sich uebergeben. Ich biete ihr meinen Platz an und stehe fuer den Rest der Zeit. Thomas schlaeft zum Teil ich bin aber putzmunter und kann jetzt die Landschaft ,anschauen, die ich beim Hinfahren komplett verschlafen habe. Wieder sehen wir Paviane an der Strasse. Kurz vor Arba Minch schlaengelt sich die Strasse steil bergauf und auf der anderer Seite gehts voll runter. Ich wundere mich manchmal, bzw. bin froh, dass diese Buskisten so gut ueberall durchkommen. Oben angekommen suchen wir in Hotel, werden gleich fuendig und huepfen in die langersehnte Dusche, wo wir gleich die komplette Kleidermontur die wir anhatten waschen. Danach wieder Injera zum Mittag. Wir treffen bereits beim Beziehen des Hotels zwei Burschen die uns ein Angebot bzgl. des Besuchs des Crocodile Markets machen. Das ist eine Bootfahrt auf dem Chamosee, bei dem man beim Zufluss vom Kulforiver jede Menge grosser Krokodile, Nilpferde und Pelikane und andere Wasservoegel sehen koennen. Da wir bereits bei unserem letzten Aufenthalt ueber die Preise erkundigt haben, muessen wir leider den unserer Meinung ueberteuerten Preis zahlen 100 Birr fuer das Taxi fuer 15 Minuten und 250 Birr fuer die Bootsfahrt. Das ist fuer unsere Verhaeltnisse nicht viel Geld sehr wohl aber fuer aethiopische, wenn man bedenkt dass ein Lehrer gerade mal 600 Birr pro Monat verdient. Aber trotzdem wollen wir auf den ChamoSee. Unten angekommen fuehrt ein sehr unregelmaessiger wackeliger Holzsteg zum Boot. Ich gedenke Filme wie Indianer Jones, bei dem immer eine Frau durch die Sprossen bricht ? doch zum Glueck watet ein Mann links von mir durch das Wasser und ich kann mich anhalten. Also ich waere ja so ein Fall dass ich das Gleichgewicht verliere und hineinfalle. Thomas braucht das wieder nicht..und meistert das ohne Probleme. Beim Zurueckkommen habe ich sogar ein Geleit auf beiden Seiten. Die Krokodile haben uns enorm beeindruckt, Thomas meint das geht nicht in seinen Kopf ? schaedelspaltend, er meint er hat noch nie auf seinen Afrikareisen, noch in Fernsehdokumentationen eine solche Menge an Krokodilen aus dieser Naehe gesehen, und nicht in der Groesse, wir sehen weiters Komorane, Reiher, jede Menge Riesenvoegel 2 m gross, welche anscheinend endemisch sind und Pelikane. Wir haben auch ca 15 Nilpferde gesehen. Sie tauchen immer wieder unter. Beim Auftauchen wackeln sie mit den Ohren, schauen eigentlich sehr niedlich wenn auch gross aus, ist aber mit Abstand das Tier dass die meisten menchlichen Todesfaelle in Afrika verursacht. Sie koennen bis 20 Minuten unterm Wasser sein. Wir waren ganz nahe, jede Menge Krokodile sind um uns herumgeschwommen, bzw haben sich aussen gerekelt und ihre Maeuler aufgesperrt. Eine gute Szeneri war eine Art Fischerdorf, in dem gerade eine Kuhherde am Wasser gegrast hat und daneben jede Menge Krokodile. Friedliche Koexistenz? Auf alle Faelle gibt es Fischer die in wirklich kleinen Nussschalen fischen. Laut Guide halten sich die Krokodile gerne an Flusszulaeufen auf, da hier viele kleine Fische sind und in der Naehe von menschlichen Siedlungen. Nach dem Zurueckkommen gehen wir in die Baeckerei, die uns schon vorher angesprochen hat und essen eine Cremetorte, wo wir seit langem wieder nachher einen ordentlichen Schnapps trinken. Danach haben wir dieses Internetcafe entdeckt, wo wir nun wirklich schon lange sitzen und ich tippe. Inzwischen hat es zum Regnen angefangen und wir werden Abendessen gehen. Ich werde mal auf das taegliche Injera verzichten und mir einen Fisch genehmigen.
Morgen werden wir auf 3000 m nach Chencha in ein DorzeDorf fahren in dem angeblich die besten Stoffe hergestellt werden. Unser Plan ist das Dorf zu besichtigen, sie haben ganz eigene Haeuser und es gibt da auch einen Wasserfall und dann moechten wir Richtung Arba Minch zurueckwandern und vor der Dunkelheit uns hoffentlich von jemanden mitnehmen lassen. Danach werden wir die Reise im tiefen Sueden beenden und werden Richtung Norden fahren Sashesheme und dann ev. Zu einem Trecking in den Bale Nationalpark.
14.8.05 19:57
 


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