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A F R I K A S O M M E R                               Hans, Liz und Tom

Erleben, Entdecken, Lernen, Fühlen im äthiopischen Hochland


afrikasommer


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unsere geplante Tour im

Sommer 2005 durch

Äthiopien. Diese Seite

dient vor allem uns

selbst und unterstützt

uns bei der Planung

unserer Reise.



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Bale Nationalpark "Auenland"

Mittwoch, 17.August 2005
Aufstehen um kurz nach vier, weil der Weg zum Busbahnhof weiter weg ist. Vor unserr Tuer schlaeft ein Hotelangestellter und sagt uns, dasss wir vor halb sechs nicht beim Bus sein sollen, da das Tor vom Busbahnhof nicht vorher geoeffnet wird. Ausserdem ist es zu gefaehrlich um diese Zeit auf die Strasse zu gehen, wegen der Diebe. Wie beschliessen spaeter zu gehen (was auch richtig war) und hoffen, dass der Regen der gerade anfaengt spaeter vorbei ist. Leider ist dem nicht so und das erste mal macht sich die Regenjacke nuetzlich. Die Hose ist trotzdem relativ nass, was sich im Bus durch die Zugluft nicht positiv auswirkt. Im Bus bekommen wir einen guten Platz. Der Weg geht hinauf auf eine Hochebene. Dort ist viel Landwirtschaft. Es erinnert an England (Liz> mich an die Mongolei) Richtiges Saftgruen ? ungewohnt nach der trockenen Gegend rund um Konso. Viele Leute sind mit Pferden unterwegs. Dann windet sich der Bus langsam bis auf 3400 Hoehenmeter hinauf. Die Landschaft ist wunderschoen. Ich bin voellig begeistert von diesen gelb-roten Blumen, die hier ueberall wachsen, zwischen blauen Gebluem. Leider konnte ich davon keine Photos machen, da wir die schoensten Wiesen vom Bus aus gesehen haben.
Der Ausblick ist gigantisch. Danach gehts hinunter auf 3000 m hohen Ebene wo auch unser Zielort ?DINSHO? ist. Wir durchqueren bereits einen Teil des Nationalparks das Gaysayvalley, welches fuer seine reich vorkommende Tierwelt bekannt ist und wir erspaehen bereits aus dem Bus seine Bewohner. Warzenschweine (warthogs), ich wuerde eher sagen, hochalpin tropisches Wildschwein a la AKUNA MATATA, mit der tollsten Loewenmaehne und richtigen Hauern, boes anmutend aber durchwegs kleinwuechsig. Dann weiters Bergnyalas, ein endemisches Reh, dass nur in Bale zuhause ist und ein Pavianexemplar (und obwohl wir spaeter das Gebuesch nach diesen Loewenmaehneartigen Warzenschweine durchforstet haben, war das die groesste Anhaeufung an Getier) Summa Summarum: beim Busfahren nicht durchwegs die Gegend verschlafen. In Dinsho begleitet uns Noori zur Lodge (die beim Headquater des NPs liegt). Ein Luxusberghaus (es gibt da sogar Sauna) mit einem grossen Entr?e mit Coachsitzgelegenheiten umgeben von endemisch in Bale wohnhaften ausgestopften Getier. Hier bezahlt man auch den Eintritt 50 Birr fuer 48 h, das Doppelzimmer in das wir ziehen kostet ebenfalls 50 Birr. Die Lodge liegt im Wald. Ein Angestellter des HQ fragt uns was wir vorhaben und wir berechnen gemeinsam ein Trecking, mit 1 Guide, 1 Scout (1 bewaffnter Begleiter), 2 Pferde, 1 Person fuer die Pferde, Zelt, Matratze kostet alles in allem fuer 6 Tage 2000 Birr. Das kostet uns zu viel. Wir entscheiden uns noch nicht und wollen auf alle Faelle noch einen Tag ausruhen. Thomas ist noch stark verkuehlt und spuert daher auch die Hoehenmeter um so mehr. Im Ort treffen wir wieder Noori, der uns ein Minitrecking ? Angebot macht, zu einem fairen Preis. 70 Birr, pro Tag als Guide. Ich moechte unbedingt auf das SanettiPlateau, welches auf ueber 4000 m liegt und fuer seine Tierwelt bekannt ist, insbesonders fuer die Voegel und den aethiopischen Wolf. Danach starten wir zu einem Spaziergang in die Ebene von Dinsho (AUENLAND!!) Wir sind von der Weite, Landschaft und Vegetation ueberwaeltigt. Thomas erinnert alles an Island. Kleine maendernde Baeche in Lavalandschaft. Flechten und Moose auf Steinen, Sumpfwiesen, dazwischen Rinder, Ziegen und Pferde, hin und wieder galoppieren einige Maenner ueber die zaubergruene Steppe. Alles duftet nach Kraeutern, wilder Salbei, blau bluehende Pflanzen. Ein Junge und ein weiter begleiten uns im dezenten Abstand, schweigend. Spaeter setzt er sich zu uns, er spricht kaum und ist nicht aufdringlich. Auf Thomas wirkt er total beruhigend und friedlich. Da wir erst recht spaet aufgebrochen sind, finden wir am Heimweg kein Esslokal mehr und es wird finster. Wir folgen der Hauptstrasse und nehmen dann den Autoweg zur Lodge, der uns in der stockdunklen regnenden Nacht weit vorkommt. Ich habe meine Stirnlampe mit. Im dunklen Wald entdecken wir zwei Augen die sich bewegen. Thomas vermutet einen Leopard, ich bezweifle dass lieber gleich mal. Oben im Zimmer ? wir haben das ganze Haus fuer uns allein ? essen eine Kleinigkeit und gehen frueh ins Bett. Es ist doch recht frisch in dieser Hoehe.
Donnerstag, 18.08.05
Wir schalfen teif und gut bis kurz nach 8 (das ist fuer uns sehr lange) Um halb 9 gibts Fruehstueck von der Hausdame. Es gibt Kaffee, Eier, Brot, Tomaten und Salz. Wir packen unsere Sachen und gehn wieder auf das herrliche Plateau im Auenland. Wir gehen querfeldein dem Bach entlang, endecken Enten (endemische), Voegl (Schwarz und knallgelb) und wunderschoene Pflanzen und Schmetterlinge. Im dichten Salbeigebuesch schrecken wir Rehe und Warzenschweine auf. Es ist einfach wunderschoen. Am Bach rasten wir. Dort sind kleine Grasinselpolsterhuegel im Bach, auf die man sich setzen kann und dabei die Fuesse ins Wasser halten (ich denke mir wieder alle moeglichen Wassergetiere aus, Giftschlangen etc.) ich bleibe daher lieber auf den Felsen sitzen. Thomas meint ja ich fuerchte mich nur vor abstrakten Gefahren und bei fuer ihn realen sei ich zu furchtlos ? er ist auf alle Faelle mein Bio und OutdoorGuide. Zurueck in Dinsho ? essen wir noch eine Kleinigkeit und muessen dann schon unsere Sachen packen um Noori rechtzeitig am Bus zu treffen. Wir treffen in der Lodge noch recht viele Spanier und sprechen mit einem Guide der seine wahre Berufung im Journalismus sieht. Dann stapfen wir Richtung Hauptstrasse, wo wir fast zu spaet kommen weil wir noch in die Pampa abzweigen, um die Warzenschweinfamilie und den Nyalarehbock in die Photorolle zu bekommen und das mit unserem grossen Rucksaecken. Noori kommt uns schon entgegen. Wir koennen mit einem Pickup gratis bis Robe mitfahren. Die ersten Kilometer ist die Landschaft gigantisch. Danach gehts bergab bis auf 2400 m und es schaut aus wie in Niederoesterreich. Wir springen kurz in den Minibus und dann in den Bus von Robe (Hauptstadt der Bale-Region) nach Goba. Im Hotel duschen wir nach langem wieder, in der Dinsho Lodge war es einfach zu kalt und auch ich bin jetzt ziemlich verkuehlt. Dusche und Klo sind gewoehnungsbeduerftig, um dessen Haesslichkeit zu verbergen, gibt es nur ein schwachleuchtendes gruenes Licht. Wir gehen mit Noori essen. Dort kommen ein paar Kinder, tanzen und verbrennen lange Holzstangen (Art Osterfeuer), weiters ballern sie mit Schweitzerkrachern. Noori meint es ist eine Art Fest nach dem Ende der Fastenzeit der Orthodoxen. Kurz nach 8 Uhr gehen wir ins Bett. Noori besorgt noch ein paar Einkaeufe, damit wir alles fuer das SanettiPlateau haben. Dort gibt es nur eine Art Huette in der wir schlafen koennen, die fuer das WolfResearchProject gebaut wurde.
Freitag, 19. August 2005
Um halb 9 warten wir auf einen Truck (Lastwagen). Dieser hat noch Probleme (Reifenwechsel) und verspaetet sich. Dafuer gehts dann los. Thomas unser 2. Begleiter hat auch ein Sackerl Eier gekauft und diese kommen sogar heil an. Die Strasse windet sich auf 4000 m hinauf. Aus dem Auspuff des Autos kracht es immer wieder und einmal muessen wir sogar aussteigen und ein Stueck hinaufwandern, damit der Truck hinaufkommt. Es sind viele Leute hinten auf dem Truck. Wir farenjis sind ziemlich exotisch ohne unsere Gelaendewaegen. Die Landschaft veraendert sich. Kaum Baeume aber dafuer Riesenlobelien (eine Art Riesenkaktus) und viele kleine Seen. Die Landschaft wird immer karger und Mondlandschaftsaehnlicher. Und wir sehen unsere ersten Woelfe (unsere Def.: Fuechse), den ersten den wir sehen jagt gerade eine hier ansaessigen Riesenratten (unsere Def.: Lemminge) ? wir fuehlen uns als Teil einer Universumserie. Thomas hat ja zuerst statt engl. Giant moorrat (Moorratte) giant roach verstanden (was Riesenkakerlake bedeutet) ? nach seinem angesagten Kampf gegen jede Art von Insekten (er ist seit geraumer Zeit staendig in Begleitung von Breitband Insektenspray) sah er schon die Herausforderung auf ihn zukommen, die aus den Erdloechern kriechenden Riesenkakerlagen zu erlegen, und den Woelfen ihre Beute strittig zu machen. Oben angekommen springen wir mitten in der Mondlandschaft aus dem Truck und wandern querfeldein ins Niergendwo. Wir spueren die Hoehenmeter im Kopf, sind leicht schwindelig und meine starke Verkuehlung ist nicht foerderlich. Nach ca. 10 Min. erreichen wir unsere Bleibe. Diese besteht aus einem Haus, welches der Wolfsforschung dient, und daneben eine grosse Strohlehmhuette. Toori der hier die Station betreut begruesst uns mit einem heissen Tee. Die Lage der Station ist genial. Eingebettet in eine kleine Senke, leign davor mehrere Hochmoorseen, die von einigen Voegeln , Enten und Gaensen bevoelkert werden. Es ist kalt und ich bin ziemlich erledigt von der Hoehe und vom Schwindel. Der Tee war noch nie so gut. Thomas kocht fuer uns ein Mittagessene, Spaghetti mit versalzener Sauce. Am Nachmittag machen wir eine Wanderung ueber das Sanetti Plateau. Es ist wunderschoen und die Aussicht ist gigantisch. Thomas erinnert hier vieles an Island und an Mittelerde. Wir finden hier einige Szenen aus dem Herr der Ringe wieder (Das Eintrittstor zu Moria) Wir sehen seltene endemische Voegel, Riesenlobelien, einige Woelfe, Hasen und Lemmige (Riesenratten) der Boden ist von ihnen zergraben und hin und wieder schrumpft man beim Gehen ein. Wenn wir Erhoehungen besteigen, merken wir die Hoehenmeter sehr stark, das Gehen auf dieser Hoehe ist sehr anstrengend und man hat das Gefuehl sehr langsam weiter zu kommen. Wir steigen einen mit Bartflechten bewachsenen Hang hinunter. Eingebettet zwischen der bizarren Gebirgslandschaft liegt ein wunderschoener Bergsee (Guracha See ? der schwarze See) . Wir setzen uns hin und geniessen den Ausblick. Oben ziehen Adler ihre Kreise unten laufen einige Ratten und Blashuehner um die Wette. Noori zerlegt eine alte halbzerfallen Huette und nimmt das Brennholz fuer uns mit. Das Hinaufgehen ist wirklich atem(be)raubend. Die Hoehe und meine aufkommende Verkuehlung und Thomas abklingende tun ihr uebriges. Dafuer entdecken wir noch einige Bergnyalas und die Landschaft zeigt sich von ihrer schoensten Seite. Wir sehen am Rueckweg noch einige Woelfe und Hasen und das Abendlicht verzaubert die Seen. Ich bin zum Teil voellig fertig von der Anstrengung (Thomas der noch reden kann, lenkt mich mit schoenen Phantasiegeschichten ab / als er dann jedoch von mir Photostunts will (ich soll auf einen halben Meter hohen Felsbrocken klettern ? muss ich ablehnen, ich kann meine Haende gerade noch heben um ein Photo zu knippsen.) Als wir uns dann unserem Camp naehern kehren wieder meine Kraefte zurueck. Nach dem Abendessen (Reis mit Sauce) erhellt der Vollmond die bizarre Landschaft des naechtlichen Sanetti Plateaus. Wir steigen in unsere Schlafsaecke. Ich friere, huste und meine Nase laeuft buchstaeblich aus in der 5 Grad kalten Nacht.
23.8.05 19:02
 


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