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A F R I K A S O M M E R                               Hans, Liz und Tom

Erleben, Entdecken, Lernen, Fühlen im äthiopischen Hochland


afrikasommer


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unsere geplante Tour im

Sommer 2005 durch

Äthiopien. Diese Seite

dient vor allem uns

selbst und unterstützt

uns bei der Planung

unserer Reise.



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Der letzte Abschnitt

Donnerstag, 15.September 2005

Gen?sslich schlafen wir bis halb 8 in der fr?h. Hans hat a bisl Durchfall und f?hlt sich etwas ger?dert. Wir tr?deln gem?tlich rum, wechseln Geld und fr?hst?cken im Pastry. Dazu gibts wieder frisch gepressten Fruchtsaft. Hier in Nazret gibt es relativ viele Bettler, Bed?rftige, Kranke und Behinderte. Ein Mann liegt auf dem Bauch, die Arme und Beine an den Seiten weggespreizt. Er liegt da wie ein Frosch. Er bewegt sich kaum und sein Gesicht ist auch nicht zu sehen. Szenen wie diese kommen einem hier immer wieder unter.
F?r 4 Birr p.P. nehmen wir einen Minibus zur?ck nach Mojo. F?rs Gep?ck verrechnen sie uns allerdings wieder 10 Birr. Wieder einmal gibts heftige Diskussionen. Die Leute im Bus diskuttieren auch mit und sind auf unserer Seite. Im Endefekt ?ndert sich aber nichts am Preis. Daf?r werden wir in Mojo direkt von einem Minibus in einen anderen nach Zway verfrachtet. Diese Strecke kostet uns 12 Birr p.P. Im Minibus sitzen wir ganz vorne beim Fahrer. Der ist sehr gespr?chig und erz?hlt uns vieles ?ber die Leute und die Gegend hier. In Zway soll es ein Gef?ngnis geben, in dem fast ausschlie?lich Oppositionelle inhaftiert sind. Gr?nde f?r die Haft gibts keine, au?er da? sie Oppositionelle sind. Der Fahrer erz?hlt uns auch, dass es vermutlich kaum Leute gibt die die konservative Regierung gew?hlt haben. Aber durch den Wahlbetrug wollen sie so lange es geht an der Macht bleiben. Er erz?hlt uns auch, da? man aufpassen muss mit wem man spricht. Auch wenn fast alle Anh?nger der Opposition sind, kann es passieren dass man angeschw?rzt wird. Er selbst kennt auch viele Leute, die einfach verpr?gelt wurden.
Die neue (und im Sommer 2005 noch hervorragende) Rift Valley Road ist auch ein eigenes Kapitel. Alle paar Kilometer, m?ssen Busfahrer, LKW-Fahrer und Minibusfahrer eine Art Maut zahlen. Die Maut betr?gt f?r einen Minibus zwischen Mojo und Zway (knapp 2 Stunden Fahrt) 7,5 Birr. Das ganze pro Strecke. Das Geld wird von Beamten und Politikern der Gegend kassiert und dient deren privaten Verm?gen. Das Geld sollte eigentlich f?r den Erhalt der (von der EU finanzierten) Stra?e dienen. Leider ist die Korruption immer noch ein gro?es Problem.
In Zway nehmen wir ein Zimmer im Brothers Hotel. Das DZ kostet hier 32 Birr, mit Klo und Dusche (der ersten wirklich hei?en ?brigens!!!). Wir packen erst mal gem?tlich aus, waschen W?sche und freuen uns ?ber das afrikanische trockene Klima hier im Rift Valley. Das Mittagessen besteht f?r mich aus Shiro und Ingera, Hans bekommt Kay Wot. Einen Tisch weiter sitzt eine belgische Touristin. Sie ist mit einem Guide allein unterwegs, und kommt gerade vom S?den (Hamar, Konso, Mursi). Sie erz?hlt uns, dass sie im Lake Abiata N.P. im Matsch sehr tief eingesunken ist. Erst gegen eine Spende von 100 Birr erkl?rten sich die anwesenden Leute bereit ihr zu helfen.
Ich spazierene sp?ter allein ein wenig durch den Ort. Es ist interessant, dieser Ort war der erste, an dem Liz und ich auf unserer Bustour nach Konso mit dem Bus einen Halt gemacht haben. Damals wirkte der Ort extrem hektisch und unsympatisch auf uns. Jetzt bewirkt er eigentlich genau das Gegenteil. In einer Seitenstra?e sprechen mich zwei M?nner an. Sie fragen mich sehr interessiert ?ber meine Heimat aus. Da Gespr?ch dauert ziemlich lange und am Ende bin ich umringt von 10 anderen Leuten die einfach nur zuh?ren.
Schlie?lich spaziere ich weiter und suche einen Musikladen. Im ersten Laden wecke ich die Besitzerin auf. Leider hat sie keine Musik von Teddy Tewodros auf CD. Ich klappere noch zwei weiter L?den ab. ?berall das selbe Leid. Ich entschlie?e mich dann doch, eine Kassette von ihm zu kaufen. F?nf Minuten sp?ter komme ich an einen anderen Laden vorbei. Der hat CD`s von Teddy und Aster Aweke. Mit wei CD`s und einer Kassette gehe ich zufrieden ins Hotel zur?ck.
Eine Stunde vor Sonnenuntergang spazieren Hans und ich zum See. Unmittelbar davor haben wir uns noch kr?ftig mit Moskitolotion eingecremt. Trotz See, viel Sumpf, und Regenzeit gibts aber keine Moskitos. Naja, uns isses nat?rlich recht. Am See ist ein kleiner Hafen. Obwohl es ja nur ein aufgesch?tteter Weg ist, aber immerhin. Am "Hafen" angeln einige Leute, andere kommen gerade vom See zur?ck, und wieder andere - wir - halten nach den V?geln ausschau. Von denen gibts hier wirklich jede Menge, und auch in den sch?nsten Farben und Formen. Die Stimmung ist traumhaft. Die Sonne geht langsam unter, der See der vor sich hin funkelt, und weit hinten eine Gewitterfront. Leider spricht uns ein komischer Mann an, den wir kaum verstehen. Wir "fl?chten" zur?ck ins Zentrum. Aber er bleibt tapfer bei uns. Irgendwie konnten wir ihn dann doch noch absch?tteln.
Da uns mittlerweile der Hunger plagt, und unser Guidebook das "Tourist Hotel" empfiehlt, stapfen wir auch dort hin. Der Garten ist ganz nett, aber die Atmosph?re ist irgendwie eingenartig. Wir bestellen unsere Getr?nke und unser Essen. In drei Etappen kommt die Bedienung immer wieder zur?ck, um uns mitzuteilen, was es nicht gibt. Am Ende bleibt eigentlich nichts mehr ?brig und wir gehen. An der Bar lungern mehrere ziemlich aufgebrezelte M?dels rum. Wir sind mal wieder in einem Bordell gelandet.
Zum Gl?ck ist gleich auf der anderen Stra?enseite das "Touring Hotel". Das ist mit Einheimischen voll, und wir f?hlen uns gleich wieder wohl. Das Essen ist hervorragend, es gibt sogar Bejainatu. Beim Heimgehen setzt bei mir die Verdauung ziemlich akut ein, und ich muss mich doch etwas beeilen. Es geht aber noch mal alles gut. Im Zimmer d?sen wir dann ein wenig vor uns hin und ich schrecke pl?tzlich von einem leisen brumm-surr Ger?usch auf. Eine Monster Kakerlake von sicher 8 cm Gr??e fliegt durchs Zimmer und landet ausgerechnet auf meinem Schlafsack in dem ich gerade ged?st habe. Dank Liz` "Coach-Killer Training" war es der letzte Flug des Insekts. In uns werden Erinnerungen an Nazret wieder sehr lebendig. In Nazret warens Massen an Kakerlaken, aber daf?r nicht so gro? wie hier. Was wenn es hier auch solche Massen sind, und dann noch so gro? ??????
Ein Blick im Zimmer beruhigt uns aber vorerst. Keine weiteren ungebetenen G?ste. Als ich dann aber vor die T?re gehe (wir wohnen ebenerdig in einer Art Motel) sehe ich, dass drau?en jede Menge der riesigen K?fer rumlaufen. Wir dichten unsere Fenster und T?ren Roach-proof ab, spr?hen einen Giftkreis rund ums Zimmer und schlafen beruhigt ein.

Freitag, 16. September 2005

Bis 8 Uhr in der fr?h bleiben wir im Bett. Wir lesen, duschen uns und machen uns dann fertig. Ein Blick vor die T?r zeigt uns die Spuren der Nacht. Jede Menge totgetrampelter Kakerlaken liegen im Hof. Okay, es sind nicht die Massen wir in Nazret, aber allein schon durch ihre Gr??e sind die ca. 20 toten Exemplare sehr beeindruckend. Wir schlendern zu einem der vielen Pastrys. Dort gibts die wohl besten ?thiopischen S??speisen. Leider wei? ich den Namen nicht mehr, aber ich w?rd auf jeden Fall wieder hinfinden. Frisch gepressten Saft dazu, ja so kann der Tag kommen. Wieder einmal gehe ich zum Friseur und lasse mich rasieren. Hier kostet die Rasur sogar nur unglaubliche 2 Birr. Das Rasieren und Haareschneiden ist schon etwas das ich sehr genossen habe. Es ist eher ungew?hnlich dass Ferenjis dort hin kommen kommen, uns bietet es aber die super M?glichkeit mit den Leuten ins Gespr?ch zu kommen. Schade dass es bei uns diese "Friseur" Kultur nicht so gibt.
Wieder einmal faulenzen wir nach unserem anstrengenden Vormittagsprogramm (ja wir werden schon faul, oder alt?). Geschw?cht von dem "umfangreichen" Morgenprogramm landen wir wieder im Touring Hotel und essen wieder einmal hervorragend.
Am Nachmittag starten wir dann unsere gro?e Tour zum See. Wir spazieren an einem der gr??eren Wege die am See entlang f?hren. Wieder sehen wir tolle V?gel, Eisv?gel und Seeadler. Nat?rlich sind wir f?r alle "Habeshas" wieder der Lacher, es kommen ja nicht wirklich viel Ferenjis hier vorbei. An einen wundersch?nen Platz, mit uraltem Baum, direkt am Wasser, "entsorge" ich wieder eines meiner T-Shirts. Dies war eines meiner Lieblings T-Shirts und ich habe es mir vor 8 Jahren in Zimbabwe gekauft. Jetzt kehrt es wieder zur?ck nach Afrika, und hofft dort auf zweites Leben bei einem neuen Besitzer.
Der See reicht momentan etwas ?ber seine Ufer hinaus. In den ?berschwemmten Wiesen stehen Rinder und waten durchs Wasser. Wir m?ssen daf?r einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Wir kommen durch ein kleines Dorf, ?berqueren den Bulsha River dessen Verlauf wir dann bis zu seinem Ursprung im Zway Lake folgen. Der Flu? flie?t dann weiter Richtung Lake Abiata im Rift Valley. Am Ursprung des Sees baden jede Menge Leute. Viele waschen ihre W?sche. In unmittelbarer N?he tummelt sich auch eine Flu?pferd Herde. Am Ufer entlang stehen riesige uralte knorrige B?ume. Die wachsen in allen m?glichen und unm?glichen Richtungen. Auf unserem Weg zur Halbinsel sind wir mal wieder wie die "Rattenf?nger von Hammeln". Eine Traube junger M?nner heftet sich uns auf die Fersen und will alles m?gliche ?ber uns wissen. Auch wenn es total nett ist, aber manchmal will man einfach nur allein sein, und die Ruhe und Gegend genie?en. Das ist leider nur seltenst der Fall.
Im See wachsen Seerosen, Wasserv?gel stelzen durchs seichte Wasser, Papyrus w?chst, und auf dem See ziehen Fischer ihre Kreise. Auf der Halbinsel tollt eine Gruppe Affen in den B?umen und am Weg entlang des Ufers schrecken wir ein kleines Krokodil auf das dann ins Wasser fl?chtet. Angeblich soll es auf dieser Halbinsel auch Kobras geben. Gesehen haben wir allerdings keine.
Auf der Halbinsel l?dt ein wunderbarer Platz mit riesigen Steinen zum Seele baumeln ein. Die Aussicht ist phantastisch. Dummerweise sind etwa 15 junge Burschen dabei, und f?r die ist das doch etwas ungew?hnlich.
Nach ein paar Minuten "Genu?blick" wandern wir wieder zur?ck. Wie ?blich werden wir um Geld oder Adressen gefragt. Und wie leider so ?blich gleicht sich die Ablauf auch. Freundliches "zwangloses" Kennenlernen - ?ber vieles Sprechen - Geld und Adressen erfragen. Ich muss aber auch sagen, dass jeder eigentlich sehr verst?ndnissvoll reagiert wenn man nichts gibt.
Wir nehmen den gleichen Weg zur?ck. Die Nilpferde die vorhin noch im Wasser waren, sind jetzt weiter am Ufer und schlagen sich die B?uche voll. Zwei von ihnen k?mpfen kurz miteinandern. Einer unserer "Begleiter" m?chte uns mit einem Boot ganz nahe an die Herde bringen. Wir lehnen aber dankend ab.
Wir genie?en die Szenerie vom Ufer aus auch. Ein wirklich ungew?hnliches Bild. Jede Menge Rinder, Esel und dazwischen Fischer und mitten drinn die Hippos. Da es schon langsam zu d?mmern beginnt, nehmen wir f?r den R?ckweg ein Gari (2 Birr). Wie alle Pferde der Garis in Zway, ist dieses auch sehr mager, hat aber im Gegensatz zu vielen anderen keine offenen Wunden.
Die Fahrt zur?ck nach Zway ist unbeschreiblich sch?n. Die rhytmischen Gl?ckchen des Garis, untermal von "You-You" Rufen und die sch?ne Landschaft in der Abendsonne. Wir sehen drei verschiedene Arten von Eisv?geln (gelb-gr?n, schwarz-wei?, orange-blau), Schwarzst?rche, Fisch- und Kuhreiher, Fischadler und ein lila-oranger Vogel.
Wieder im Ort angelangt trinken wir einen frisch gepressten Orangensaft und plaudern mit einem Lehrer. Zwecks Abschied vom S?den speisen wir noch einmal im Touring Hotel und in dem guten Pastry gibts wieder eine wunderbare Nachspeise. Ab 8 Uhr abends versiegeln wir unser Zimmer wieder "Roach-proof" und beobachten vom Fenster aus das lustige Treiben der riesigen braunen "K?ferchen" im Hof.

Samstag, 17.September 2005

Wir schlafen bis halb 8, richten uns gem?tlich zamm und gegen halb 9 schlendern wir vol bepackt auf die Hauptstra?e vor. Knappe 10 Minuten sp?ter sitzen wir auch schon in einem Bus nach Addis. Auf der Fahrt packt mich dann doch die Melancholie. Irgendwie ging das dann doch etwas sehr schnell. Und morgen abend geht dann auch schon der Flieger, und dann hei?t es bye-bye Ethiopia f?r die n?chsten 1,5 Jahre.
Das Rift Valley zeigt sich noch einmal von seiner sch?nsten Seite. Sch?ne Savannen Landschaft, reife Getreidefelder und jede Menge ?thiopischen Leben. Wie ein Schwamm versuche ich noch die ganzen Eindr?cke aufzusaugen.
Mittags sind wir dann auch schon in Addis. Wir sind total ?berascht wie viele Touristen auf einmal unterwegs sind. Man merkt eben doch das Ende der Regenzeit und den Beginn der Touristensaison.
Wir fahren wieder hinauf zur Piazza. Das Baro Hotel h?tte leider erst ab 8 Uhr abends ein Zimmer f?r uns. Das ist uns eindeutig zu lange und so gehen wir zur gegen?berliegenden Konkurenz ins Wutma. Liz und ich waren dort ja die ersten beiden N?chte in Addis. Wir waren aber nicht wirklich begeistert, aber es war okay. Jetzt stellt sich allerdings raus, dass das Wutma doch gr??er ist als gedacht. Im ersten Stock gibts viele kleiner und feiner Zimmer. Zwecks Platzbedarf und Zimmergr??e leisten wir uns dann zwei Einzelzimmer f?r je 60 Birr. Im Hotel selbst sind viele Touristen mit denen wir auch ein wenig plaudern.
Bevor wir zum Mercato starten gehen wir noch einmal in die gute Pizzeria in der N?he. Am Mercato laufen wir zuerst irgendwo rein ohne genau zu wissen wohin. Wir folgen einfach den Leuten. Dann finden wir auch die Sachen die f?r uns (Touristen) interessant sind. Ich kaufe noch einiges an Geschirr, und kleine Dosen aus Stroh, 3 gr??ere Lederbilder, sowie D?fte und Gew?rze. Hans kauft einen Ingera Basket und einen sch?nen Weihrauchkessel. Leider bekommen wir keinen Teff. Der soll ganz woanders am Mercato zu finden sein, und dort finden wir nat?rlich nicht hin, und fragen wollen wir auch niemand. Sicherlich haben wir f?r so manches ?berh?hte Preise gezahlt, aber vermutlich viel g?nstiger als an der Hauptstra?e in Addis.
Auf dem Heimweg zum Hotel ?berascht uns wieder einmal der typische Addis-Regen. Es sch?ttet wie aus K?beln. Zum Gl?ck sind wir genau bei einem English-Bookshop und k?nnen dort die halbe Stunde Regen gut ?bertauchen. Zur?ck im Hotel verstauen wir unsere Sch?tze und begeben uns in die virtuelle Welt des Cyberspace. Ich w?rde gerne SMS via Internet schicken, aber irgend etwas geht nicht. Zum Abendessen gehen wir in ein ?thiopisch-arabisches Restaurant oben am Piazza. Es ist gesteckt voll aber gl?cklicherweise wird gerade ein Tisch frei. Hans ist Schaf-Kofta und ich die Fleischlosen. Das Essen ist super gut. Zu uns am Tisch setzen sich dann noch 3 ?thiopier mit denen wir noch ein wenig ratschen. Zwecks Verdauungsspaziergang schlendern wir noch durch den kleinen Markt bei uns, der allerdings gerade zu sperrt. Hier g?bs jede Menge sch?ner und g?nstiger Schuhe.
Da es noch nicht sehr sp?t ist und wir wieder ein verstecktes Kino finden (das dritte in Addis) sehen wir uns noch die letzten 15 Minuten von "Unfaithfull" mit Richard Gere an. Doch der Film l?uft nonstop und so schauen wir den Film noch einmal an. Nach dem Kino trotten wir durch die belebte und laute Nacht aufs Zimmer zur?ck. Dort empf?ngt uns Teddy Tewodros musikalisch und eine kleine Kakerlake lauert ?ber meinem Bett.

Sonntag, 18.September 2005

Unser letzter Tag in ?thiopien beginnt f?r mich um halb 8. Ich wecke Hans, der aber schon wach war. Nach einer kalten Dusche beginnen wir unser ganzes Zeugs einzupacken (die letzten Tage haben unser Gep?ck alles andere als reduziert). Am Ende ist mein Rucksack sauschwer und wiegt 22 kg. Der von Hans hat 18 kg. Wir hinterlegen unsere Rucks?cke in der Reception und gehen ins Loyal Bakery fr?hst?cken. Gl?cklicherweise hat der Supermarkt dort auch offen, und ich kann mir noch 3 kg Teff (5 Birr/kg) kaufen. Da wir auf ein Addis-Abeba Touristen Programm keine Lust haben, mischen wir uns wieder ins Volk und gehen wieder einmal ins Kino. Im Ambassador laufen ab 11 Uhr "The Notebook" und danach "Matrix Reloaded". "The Notebook" ist eine wundersch?ne Romanze die wirklich sehr zu empfehlen ist. "Matrix Reloaded" ist dagegen das absolute Kontrastprogramm. Aber eigentlich gehts ja nicht um die Filme sondern auch um das Kino Erlebnis in Addis und nat?rlich auch um die Zeit bis zum Abflug totzuschlagen. Witzig war, dass beim Happy End vom ersten Film wieder alle Leute im Kino geklatscht haben. Schade, dass bei uns Kino so emotionslos abl?uft.
Um halb vier investieren wir unsere letzten gr??eren Geldbetr?ge noch in eine Pizza und Salat. Am sp?ten Nachmittag schlendern wir noch ?ber den kleinen Markt bei der Piazza und entdecken eine wundersch?ne gro?e Barockkirche die in einem kleinen aber sehr sch?nen Park liegt. Da gerade eine Messe ist, sind viele Leute unterwegs. Ein junger Mann gesellt sich wieder zu uns und beginnt mit uns zu reden. Ich k?mpfe gerade gegen meine Abschieds-Melancholie an und schlie?e mich daher von den Gespr?chen aus. Eine alte Frau schimpft im Vorbeigehen ?ber "Ferenjis", auch das geh?rt dazu.
Ich lasse mir meine Bergstiefel noch einmal professionell putzen und danach gehen wir ein letztes Mal in das ?tthiopisch-arabische Restaurant.
Wieder zur?ck im Hotel wollen wir unsere Rucks?cke aus der Reception holen. Scheinbar haben die Kakerlaken des Hotels gefallen an unserem Gep?ck gefunden. Eine ganze Mannschaft tollt auf (und vermutlich auch in) unseren Rucks?cken herum. Wir s?ubern unser Gep?ck so weit es geht und machen uns auf die Socken. 30 Birr haben wir noch, die wir in ein Taxi zum Flughafen investieren. An einer roten Ampel in der Churchill Road klopft ein Bettler an unser Fenster. Beim n?heren Hinsehen sehen wir, dass er an einer Hand mindestens 10 Finger hat.
Das Eintreten in den Flughafen Terminal geht sehr z?gig. Viel einfacher als damals, als wir Hans nur am Flughafen abholen wollten. Das Gep?ck ist auch rasch eingecheckt (zusammen genau 40 kg) und wir kaufen uns die Ausreisesteuermarken f?r 20 US-Dollar. Noch ein letztes Mal gehen wir kurz hinaus ins Freie um dann endg?ltig im Duty Free "internationalen Boden" zu betreten. Die Zeit bis zum Flug (23:15) verbringen wir in einer Bar (mit einer Cola und ein paar Kollos) beim CNN schauen. Hier werden wir rasch wieder auf Daheim vorbereitet. Die Wahlen in Deutschland waren heute, und jetzt gibt es Analysen, Berichte, Hintergrund usw. Hans ist ganz aus dem H?uschen weil das Wahlergebnis am Anfang sehr unsicher war.
Ziemlich p?nktlich (naja, Deutsche Lufthansa) heben wir dann vom ?thiopischen Boden ab und fliegen in den...

Montag, 19 September 2005

Der Flug verl?uft ziemlich normal. Wir erkennen den Nasser Stausee und auf der H?he von Dubrovnik umfliegen wir eine gewaltige Gewitterzone. Von oben sieht es sehr beeindruckend aus. In der Nacht erhellen die Blitze die Wolken. Wir wollen uns gar nicht vorstellen wie da unten jetzt das Gewitter w?ten muss. Jede Sekunde jagt ein Blitz den anderen.
Mit deutscher P?nktlichkeit landen wir in Frankfurt. Wir sind entt?uscht ?ber die langweiligen Blicke der ganzen Leute. Nach 3 Stunden Aufenthalt fliegen wir von Frankfurt Richtung Heimat. Im Flieger sitzt sogar ein Mann, der schon im Addis Flieger war. Die Flugroute geht ?ber Landsberg/Lech, Landshut und Burghausen und dann ?ber die Antheringer Au (?si-Afrika). Um 10 Uhr landen wir in Salzburg.
Dort holen uns meine Eltern ab. Mitso ist nat?rlich auch dabei und ist total aufgeregt und aus dem H?uschen. Vor lauter Freude bellt er den halben Flughafen zusammen.
Alles geht dann sehr schnell. Rein ins saubere Auto, keine Schlagl?cher in der Stra?e und jede Menge Werbeplakate statt Wellblech. Daheim angekommen packe ich alle meine Sch?tze aus. Bis auf ein paar kleine Blessuren sind fast alle Tonsachen heil angekommen. Da ich auch einige Sachen bei Hans eingepackt habe, f?ngt er auch an, die Sachen auszupacken. Doch leider hat er mehr mitgenommen als er eingepackt hat. Eine mittelgro?e Kakerlake hat sich illegalerweise als blinder Passagier in die EU geschlichen. Ein letztes Mal kann ich meine duch Liz erworbene "kill-the-Roach"-Kunst unter Beweis stellen und bef?rdere den ungebetenen Gast ziemlich rasch ?ber den Jordan. Sicherheitshalber kontrollieren wir dann unser gesamtes Gep?ck peinlich genau, um ja keine Kakerlaken Kollonie hier aufzubauen. (Jetzt 4 Monate sp?ter gibt es gl?cklicherweise keine neue K?fer-Kollonie in Salzburg).
Mittags sind wir noch bei meinen Eltern eingeladen, denen wir schon mal die Lalibela und Tanasee Bilder von Dennis CD zeigen. Am Nachmitag f?hrt Hans dann nach M?nchen heim. Ich lege mich in die Badewanne, schaue sp?ter aus dem Fenster, h?er Teddy "Ethiopia, Abbessina" und wundere mich ?ber die vertrauten aber doch ungewohnten Ger?usche. Niemand hupt und Gewitterregen gibts auch keinen.
Ich bin angekommen und doch noch nicht da.
24.1.06 21:06
 


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